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Blutspur

Blutspur

Horror | von Michael Mikolajczak, Holger Klein
Bewertung: ★★★★

Vampire sind ein in Comics ähnlich populäres Thema wie Zombies. Zuletzt haben wir beispielsweise „Silver“ von Stephan Franck rezensiert oder „Ich, der Vampir“ bei DC lesen können. Mit „Blutspur“ veröffentlicht Michael Mikolajczak nun ein Werk, das einen schwarz-romantischen Ansatz verfolgt und durch das schaurig-düstere Artwork von Holger Klein zum „Unleben" erweckt wird.

Handlung

Der namenlose Protagonist dieser Graphic Novel ist einer der ältesten Vampire der Welt und jagt auf der Suche nach frischem und reinem Blut seine Opfer durch die Nächte. Die Angst vor den inzwischen weitverbreiteten menschlichen Krankheiten wie Aids oder die Verunreinigung seiner Nahrungsquelle durch Drogen und Alkohol macht ihm das „Leben“ jedoch sehr schwer und treibt ihn in eine verstörende Sinnsuche. Wie kann er seinen unstillbaren Durst stillen? Wie seine ewige Sucht? Welche Freuden und welche Unterhaltung kann er da draußen noch finden?

Hinzu kommt ein Gespann aus drei Gothics. Neben Mike und Bruno ist eine junge Frau Teil des Trios, welches ebenfalls durch die Nacht streift und auf der Suche nach Unterhaltung und Spaß zu sein scheint. Schon bald spüren die Drei einen unsichtbaren Jäger im Nacken und die Angst um das eigene Überleben macht sich breit. Wie gut schlagen sie sich in ihrer Rolle als Beutetier? Wie grausam kann eine einzige Nacht werden? Welche Auswege kann es geben?

Bewertung

Dieser Comic schreit förmlich nach einem Soundtrack. Bevor sich der Leser also den ersten Seiten widmet, sollte er sich unbedingt eine Playlist aus „The Cure“, „Deine Lakeien“ und „Ton Steine Scherben“ zusammenbasteln. Michael Mikolajczak und Holger Klein erzählen eine sinistre und bedrückende Geschichte über Urinstinkte, Leidenschaft, Melancholie und den Sinn des Lebens. Dabei bedienen sie sich bei Ideen der schwarzen Szene und kombinieren fantastische Figuren mit philosophischen Ansätzen.

Genau genommen lässt sich die Geschichte des Comics in wenigen Worten zusammenfassen, was jedoch nicht weiter stört. Viel mehr erlebt der Leser einen mitreißenden Trip zweier völlig unterschiedlicher Reisenden, die ihr Ziel selbst nicht zu kennen scheinen und auch den Weg nicht klar definieren wollen.

Achja, und „Blutrausch“ ist blutig, sehr blutig. Die Gnadenfrist der Menschen wurde aufgehoben und die noch lebenden Vampire dürfen nach Lust und Laune alles metzeln und fressen, was ihnen in den Weg kommt. Wenn unser athletischer Fürst der Dunkelheit im Alleingang ein Polizeirevier auseinandernimmt und kein Auge auf dem anderen lässt, dann ist das hier vielleicht doch keine traurige Liebesgeschichte mehr. Spätestens hier dürfte sich der geneigte Horrorfan angesprochen fühlen.

Das schwarz-weiße Artwork von Holger Klein ist vielleicht das Highlight des Bandes, welcher einen großen Teil seiner Wirkung dem Stil des Zeichners verdankt. Überall auf den Straßen stehen alte Cadillacs, die Kleidung der Handelnden erinnert an Depeche Mode- Konzerte und fast jeder Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte. Durch klare Striche und harte Kontraste entsteht eine stattliche Sammlung an Bildern, die im Kopf bleibt.

Fazit

„Blutrausch“ ist kein besseres Twilight für Goths oder Emos. Viel eher erfährt der Leser einen Drogenrausch wie in „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in einer harten und kalten Welt, in der er förmlich jedem beim Sterben zuschauen kann. Diese wunderschöne Vampir-Graphic Novel regt den schwarzen Teil der Seele an. Mir dürstet es nach mehr!

Vielen Dank an Kult Comics für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Autor: Andi

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