Comics
Register
Silver 2 – Orient Express

Silver 2 – Orient Express

Horror | von Stephan Franck
Bewertung: ★★★★★

Mit dem zweiten Sammelband von Silver kommt die Serie endgültig in ihrem Genre an und unterstreicht, wie sehr Stephan Franck dem Horror zugeneigt ist und wie gut er sein Handwerk als Regisseur und Animator versteht.

Handlung

Die abenteuerliche Reise der Diebesbande rund um James Finnigan verschlägt sie nunmehr nach Transsylvanien, genauer gesagt in die Eingeweide von Draculas Schloss. Um dorthin zu gelangen, müssen unser Meisterdieb, Sledge, Tao und Co. den berühmten Orient Express besteigen, dessen sonstige Passagiere unpraktischerweise eine Kolonne gefährlicher Vampire ist.

An Bord des Zuges gilt es zunächst sich eine Einladung zur Hochzeit des dunklen Grafen zu erschleichen und dabei möglichst nicht aufzufallen. Als dann die Vampirlady Lillian Duvalier die blutige Bühne betritt und von Beginn an ihre Ziele durchsetzt, zeigt sich das düstere, brutale und zu Recht im Verborgenen stattfindende Leben der Blutsauger.

Im letzten Drittel des Comics bekommen es die Langfinger dann mit dem Vampirkönig selbst zu tun.

Bewertung

Wo Stephan Franck im ersten Trade von Silver vor allem die Figuren vorstellte, geht es in der neuesten Ausgabe vorrangig um die Charakterentwicklung und das Ausgestalten der Atmosphäre. Wenn sich beispielsweise Tao und James verkleiden um auf die Party Draculas zu gelangen und sich beide fragen, wie es nach dem Auftrag weiter geht, dann erkenne ich da bei James echte Vatergefühle und eine gewisse Verantwortung für den Jungen. Gerade dann hat man die Chance Sympathien für die beiden Burschen zu entdecken. Dies wird verstärkt, wenn beide erkennen müssen, dass sie gegebenenfalls keine gemeinsame Zukunft mehr haben könnten.

Auch Sledge erscheint hier noch etwas vielschichtiger und lässt vermuten, dass sie dem Familiennamen Van Helsing mehr als gerecht wird.

Der Autor versteht es wie nur Wenige, Handlung und Atmosphäre gekonnt zu einer Einheit zu verschmelzen und dabei nie den Blick für das Wesentliche zur verlieren. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung weiß der Leser immer „wie der Hase läuft“ und wird nicht mit öden Panels ohne größeren Inhalt gelangweilt. Die dazu notwendige Arbeitsweise und die Theorie erklärt er am Ende des Comics dankenswerterweise wieder.

Besonders hervorheben möchte ich die akkurate Verwendung der gezeigten Mimik, welche die Gedankengänge der Handelnden präzise beschreibt und oft „mehr sagt als tausend Worte“. Gerade durch gezielte Close Ups der Gesichter oder die Wahl der Blickwinkel ist das in schwarz-weiß gehaltene Artwork äußerst effektiv und sehr filmisch in Szene gesetzt.

Fazit

Stephan Franck erweist mit seiner Serie „Silver“ Abraham „Bram“ Stokers Dracula den größten Respekt und führt die Geschichte spannend fort. Gleichzeitig nutzt er dazu eigene Charaktere, die interessant und durchdacht wirken. Wir bleiben daher gespannt, wie es weiter geht und wie viel Blut noch fließen wird.

Vielen Dank an Schreiber & Leser für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Autor: Andi

Medien
Geek Whisper
Community
Partner 
Links 
   Autoren-Netzwerk
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
About us
Forum

Noch nicht dabei? Dann aber los!
OFDB
Amazon

AGB
Datenschutz
Impressum