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Asphaltrennen

Asphaltrennen

Roadmovie | von James Taylor (Darsteller), Dennis Wilson (Darsteller), Monte Hellman (Regisseur)
Bewertung: ★★★★

„Asphaltrennen“ schaffte es bereits im Jahr 1971 einen Abgesang auf eine Art von Film zu zelebrieren, der gerade erst seinen Höhepunkt erreicht hat. So fühlt sich dieser Film von Regisseur Monte Hellman eben nicht wie ein typischer Auto-Film an, sondern eher wie „Die glorreichen Sieben“ an. Es geht viel mehr um das Ende einer Ära, als Pferdestärken...

Handlung

Zwei Männer, ihr Auto und vor ihnen die unendliche Straße – dabei fahren sie nebenbei Straßenrennen, nehmen Anhalter mit und legen sich mit anderen Bewohnern der Straße an. Doch in der Welt von frisierten Motoren und Pferdestärken, gibt es noch eine ganze Menge mehr.

Bewertung

Bei der Beschreibung der Handlung, den Autos und wortkargen Protagonisten könnte man meinen, dass es sich bei „Asphaltrennen“ eben nur um einen weiteren Autofilm handelt, um einen Vor-Vorfahren von „The Fast & The Furious“ handelt. Doch was Monte Hellman hier vor mehr als 40 Jahren auf Film bannte, hat viel mehr Ähnlichkeit zu späten Western, denn was hier gezeigt wird, fühlt sich eben weniger wie eine Zelebrierung von Motoren-Kultur an, sondern wie ein letztes „Hurra“ des amerikanischen Traums von Freiheit auf der Straße.

Hinter dem Steuer haben wir hier James Taylor und Dennis Wilson, die das Drehbuch recht pragmatisch nur als „den Fahrer“ und „den Mechaniker“ identifiziert. Und obwohl wir hier zwei Musiker in den Hauptrollen haben, leidet die schauspielerische Qualität zu keiner Sekunde darunter. Dazu kommt Warren Oates, der den Beiden in seinem Pontiac GTO mehr als nur einmal über den Weg läuft. Dann ist da natürlich noch die junge Anhalterin, gespielt von Laurie Bird, die unsere Helden einen großen Teil der Handlung über begleitet.

Es ist ein Beweis für die erzählerische Finesse mit der Hellman und die Drehbuchautoren hier vorgehen, denn für einen Film, in dem so gesehen nicht wirklich viel Plot abgearbeitet wird, entwickelt sich eine ziemlich atmosphärische Geschichte über das Streben nach dem amerikanischen Traum und der Suche nach der Freiheit auf den Highways und Interstate-Schnellwegen der Vereinigten Staaten. Dabei schwingt eine gewisse Traurigkeit mit, ein Verständnis der Protagonisten, dass sich ihre Lebensweise dem Ende einer Ära nähert.

Diese Atmosphäre des Niedergangs einer Generation von Freigeistern und Rebellen fängt Monte Hellman, zusammen mit seinem Kameramann Jack Deerson, in wirklich starken Bildern ein. Doch aus heutige Sicht, muss man schon ein bisschen Geduld mitbringen, denn trotz der wirklich sehr guten Inszenierung, kann sich „Asphaltrennen“ leider nicht davon freisprechen, dass man es hier mit einigen Längen zu tun bekommt und das Tempo wohlwollend als sehr gemütlich bezeichnet werden kann. Traurigerweise wird auch dies einer der Gründe sein, der einige Leute davon abhalten wird, sich diesem Film zu nähern, wozu ich nur eins sagen: Haltet durch, denn dieser Film ist es wert!

Fazit

Statt Boliden-Action präsentiert Monte Hellman mit „Asphaltrennen“ einen Charakter-Streifen, ja fast schon einen Western der Neuzeit, der so gänzlich ohne Waffen, allerdings mit Reifen, statt Hufen auskommt.

Autor: Dennis

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