Marvel
Register
Mark Millar Collection # 6 – Civil War

Mark Millar Collection # 6 – Civil War

Comic - Marvel | Mark Miller und Steve McNiven
Bewertung: ★★★★★

Mark Miller ist ein beeindruckender Comic-Autor, der eine unglaubliche Vita hat. Seine Werke an dieser Stelle aufzuführen ist Unsinn, da ihr sie alle kennt und liebt. Eine von diesen Paukenschlägen, der „Civil War“, wird im sechsten Teil der „Mark Millar Collection“ gezeigt. Ich lehne mich weit aus dem Fenster, nein das mache ich damit nicht, wenn ich sage, dass es wohl mit das bedeutendste Crossover der langen Marvel-Geschichte ist. Die Krönung hat die Story mit der Verfilmung in „Captain America“ erfahren. Dass es sich um ein echtes Highlight handelt, haben Comic-Fans zudem erst vor kurzem erfahren können, da gab es nämlich den „Civil War 2“. Der zweite Heldenkrieg war aber keine Fortsetzung, wollte nur auf den Erfolgszug aufspringen.

Handlung

Die Superwesen werden von der amerikanischen Bevölkerung immer kritischer gesehen, denn sie stehen scheinbar über dem Gesetz und die zivilen Opfer häufen sich. Als eines Tages drittklassige Helden für eine Katastrophe sorgen, die 600 Menschen das Leben kostet, lehnen sich die Bürger gegen die einstigen Beschützer auf. Der Ruf nach Veränderungen, nach einer Registrierung wird laut. Tony Stark, geplagt von Schuldgefühlen, willigt ein und wird Führsprecher des neuen Gesetzes, was alle Superhelden quasi zu staatlich bezahlten Polizisten werden lassen soll. Captain America vertritt hingegen die These, dass die Kostümierten nur richtig arbeiten können, wenn sie nicht unter den Fittichen von Vater Staat stehen. Es bilden sich daraufhin zwei Gruppen, die bereit sind für ihre Idee zu kämpfen, und so kommt es zum Konflikt, den eigentlich keiner haben möchte, der aber definitiv – dank der Ideologien – unausweichlich ist.

Bewertung

Es gibt einen Konflikt im Marvel-Universum der nicht von Gut und Böse geprägt ist. In erster Linie kaum vorstellbar, denn im Normalfall treten die Guten gegen die Bösen an. Im „Civil War“ hingegen geht es um den Glauben an eine Sache. Beide Seiten wollen das Richtige machen, doch sie vertreten so unterschiedliche Pole, die sich gegensätzlich verhalten, wie Feuer und Wasser, dass es nur einen Kampf geben kann. Es ist nicht einfach sich für eine Seite zu entscheiden und daher kommt es auch vor, dass einige Akteure die Seiten wechseln.

Der Leser kann von den verschiedenen Meinungen nur profitieren, denn er wird selbst hin und her gerissen. Ist die staatliche Kontrolle gut oder sollte die Freiheit überwiegen? Jeder entscheidet selbst! Wer nun aber erwartet, dass jede Figur sein Handeln erklärt, der wird mit dem üppigen Band „Mark Miller Collection #6“ enttäuscht werden. Und ganz ehrlich: Es ist auch nicht möglich. Es sind so viele Personen beteiligt. Wer es etwas genauer haben möchte, der muss wohl tiefer in die Literatur einsteigen. Die Auswirkungen nach dem „Civil War“ können zudem auch ganze Aktenschränke füllen. Aber das ist ein anderes Thema…

Eine weitere tolle Sache ist, dass endlich einmal die zivilen Opfer in den Fokus rücken. Marvel geht mit dem Megaevent in die richtige Richtung und wird dadurch ein Stück weit erwachsen. Wie so oft – auch in jüngster Zeit – sieht der Leser einen fulminanten Kampf, indem die halbe Welt zerstört wird und im nächsten Comic-Heft geht es dann einfach so weiter. Der „Civil War“ hingegen sagt dem Ganzen ganz klar den Kampf an. Super, eine Trendwende!

Ein ganz besonderes Extra gibt es am Ende, denn da gibt das Kreativteam um Mark Millar noch einen sehr umfangreichen Kommentar ab. In der Größe gibt es das sehr selten und so kann man mit Fug und Recht sagen, dass das eines der besten Bonusmaterialen vom Verlag Panini ist! Sehr geil!

Fazit

Die „Mar Millar Collection“ zeigt exzellente Sahnestücke und sollte in jeder gut sortierten Sammlung seinen Platz haben, denn der einheitliche Look schaut sehr gut aus!