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Punisher 3 - Die dunkelste Stunde

Punisher 3 - Die dunkelste Stunde

Comic - Marvel |Autorin: Becky Cloonan, Zeichner: Kris Anka und Matt Horak
Bewertung:★★★★

Im ersten Jahr ihrer Autorenschaft am Punisher hat Becky Cloonan Frank Castle einen harten Kampf mit der Organisation Condor ausfechten lassen. Dabei schrieb sie ganz im Geiste des grossartigen Ennis-Runs ohne allerdings dessen abgedrehten Humor zu kopieren. Punisher 3 - Die Dunkelste Stunde sammelt nun die finalen Ausgaben ihrer Arbeit und führt Frank Castle zurück nach New York. Ich war gespannt zu sehen ob die Autorin ihrem Run einen runden Abschluss würde bescheren können.

Handlung

Frank is back in New York City und widmet sich zu Beginn eher kleineren Aufgaben. Die Suche nach einer entwendeten Waffe lässt ihn in ein Familiendrama hereinplatzen, ein inszenierter Stromausfall sorgt im Umfeld eines Museumsbruchs für Unruhen und ein U-Bahn-Killer fordert des Punishers Aufmerksamkeit.

Darauf folgt ein Wiedersehen mit einem nicht so alten Bekannten, der ihn unter großer medialer Aufmerksamkeit zu einem Duell fordert. Der hat einen ganzen Stapel an Rechnungen mit Frank offen und um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen lässt er den Tod reiche Ernte einfahren.

Bewertung

Nach der größer angelegten Story um die Organisation Condor, die mich seinerzeit nicht restlos überzeugen konnte, widmet sich Becky Cloonan zu Beginn dieses dritten Sammelbandes erst einmal kleineren Geschichten. Die haben alle drei ihren ganz eigenen Charme und bringen ein wenig Abwechslung in die Serie. Dabei erinnert der U-Bahn-Killer noch am ehesten an einen Schurken wie ihn sich auch der übergroße Vorgänger (man sehe mir die permanenten Ennis-Vergleiche bitte nach) hätte ausdenken können. Ich musste unwillkürlich an die Vigilante Squad mit Elite, Mr. Payback und The Holy denken.

Das Finale bringt dann den angesprochenen Bekannten zurück, der mir den Arc um die Organisation Condor bereits leicht vermieste. Hier kommt er als völlig überzogene Karikatur seiner selbst daher, ohne auch nur den Hauch eines Ansatzes dahingehend zu zeigen, dass die Figur nicht ernstzunehmen ist.

Immerhin gelingt Becky Cloonan der Zirkelschluss zum Beginn ihres Runs und dieser bekommt das erhoffte runde Ende. Und auch, wenn er für mich eine eher zwiespältige Nummer bleiben wird, ist er weit davon entfernt in die Nähe der schwächeren Punishergeschichten (der engelhafte Rächer oder gar Frankencastle) zu rücken. Dieses Potenzial haben dann wohl eher die künftigen Publikationen, zu denen mich die kleine Andeutung in diesem Band (War Machine im wahrsten Sinne des Wortes) wirklich Schlimmes erwarten lassen. Das ist dann aber eine andere Geschichte.

Womit ich nicht wirklich warm wurde sind die Zeichnungen. Wenn ich aber mal Revue passieren lasse zu wie vielen Comics der beiden Großen jenseits des Teiches ich das zuletzt geschrieben habe, dann scheine ich hier ein generelles Geschmacksproblem zu entwickeln.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Panini.

Fazit

Der Cloonan-Run wird mit einigen Oneshots und einem Rückgriff auf die größer angelegte Story der ersten beiden Sammelbände zu einem runden Abschluss gebracht. Freunde der Selbstjustiz können hier unbedenklich zugreifen. Zum Reinschnuppern ist der Band aufgrund der kürzeren Geschichten ebenfalls gut geeignet. Die vier Sterne verdient sich der Band ganz knapp.