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Thanos Megaband 1:Tödlicher Titan

Thanos Megaband 1: Tödlicher Titan

Comic - Marvel |Autor: Jeff Lemire, Zeichner: Mike Deodato Jr. und Germán Peralta
Bewertung: ★★★★★

Als jemand, der sich dem Marveluniversum seit geraumer Zeit größtenteils verweigert, wurde ich hellhörig als ich mitbekam, dass sich er von mir hochgeschätzte Jeff Lemire des wohl größten Schurken aus der Welt der Avengers annahm und dessen eigene Serie schrieb. Damit nicht genug, sollte diese auch noch von Mike Deodato Jr. gezeichnet werden. Da konnte ich unmöglich widerstehen und besorgte mir den 12 US-Hefte umfassenden Megaband, der passend zu Marvels Kinohighlight des Jahres in die Läden gewuchtet wurde.

Handlung

Thanos ist zurück und fordert von seinem ehemals treu ergebenen Diener Corvus Glaire die Herrschaft über den Schwarzen Quadranten, einen abgelegenen Raumsektor, ein. Dessen Widerstand weiss er schnell zu brechen.

Sein Sohn Thane hingegen stellt eine Gruppe mächtiger Individuen zusammen, die Thanos´ neue Schwäche, der Titan scheint zu sterben, ausnutzen und dessen Ableben beschleunigen sollen. Die aus Thane, Mistress Death, Starfox, Nebula und Tryco Slatterus bestehende Allianz ist jedoch ein fragiles Gebilde, dessen Mitglieder einander kaum über den Weg trauen.

Als dann die Phönix-Kraft ins Spiel kommt, nimmt der Kampf gegen Thanos eine ungeahnte Wende und es läuft auf einen Showdown im Inneren eines Schwarzen Lochs hinaus...

Bewertung

Rechtzeitig zum Kinostart von Avengers 3 – Der Infinity-War erscheint hierzulande die 12-teilige Maxiserie zum Gegner der Rächer. Von Jeff Lemire großartig geschrieben und von Mike Deodato Jr. in der ersten Hälfte düster wie wunderbar gezeichnet, versprüht die Geschichte um die Rückkehr des mörderischsten aller Marvelschurken ein geradezu episches Flair und zieht den Leser vom ersten Panel an in ihren Bann. Vewrgleiche mit den klassischen Starlin-Stories verbieten sich eigentlich, Thanos – Tödlicher Titan kommt aber ähnlich zeitlos rüber.

Der Plot selbst ist recht simpel und wäre in wenigen Sätzen erzählt. So nehmen die ersten Seiten, wenn man so will, das Ende vorweg. Lemire versteht es jedoch die Seiten dazwischen – und das sind nicht wenige – in unterhaltsamer Art und Weise zu füllen.

Den Reiz der Geschichte macht dabei aus, dass der tödliche Titan heftig darum kämpfen muss seine Ziele zu erreichen und dass die Gegner, die ihm das Leben ungewohnt schwer machen und ihm die ein oder andere Niederlage bereiten, nicht die Avengers oder andere Helden sind.

Optisches Highlight ist die erste Hälfte des Bandes. Mike Deodato Jr. verleiht der Geschichte mit der rasterähnlichen Gestaltung der Hintergründe einen sehr klassischen Touch, dem Frank Martin mit seiner düsteren Farbgebung wiederum einen düsteren und modernen Look verschafft. Für mich eine gelungene Symbiose, die das Duo Peralta/Rosenberg, das wahrlich keine schlechte Arbeit abliefert, in der zweiten Hälfte so nicht mehr hinbekommt.

Dadurch, dass die Geschichte recht simpel gehalten ist, eignet sie sich wunderbar auch für Neueinsteiger, denen Thanos bislang eher unbekannt ist. Aber auch Altlesern dürfte der Band gefallen.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Panini.

Fazit

Thanos – Tödlicher Titan spricht alte wie neue Leser an und liefert einen perfekten Appetizer zum Marvel Kinoereignis des Jahres. Was man an der Story kritisieren könnte, macht es für Neueinsteiger einfach reinzukommen und kann so auch als Vorteil ausgelegt werden. Und auch wenn die zweite Hälfte optisch abfällt, ist das Jammern auf hohem Niveau. Für mich reisst der Band knapp die Ziellinie zur Höchstwertung. Well done!