Filme - Horror

3 from Hell

Veröffentlicht am 30.11.-0001
3 from Hell
3 from HellFilme - Horror | mit: Bill Moseley, Sheri Moon Zombie, Richard BrakeBewertung:★★★★★ Vom anarchischen Charme von „The Devil’s Rejects“ ist leider nur die Anarchie geblieben. Rob Zombies neuestes Werk wirkt leider absolut nur noch wie ein lauwarmer Aufguss seines deutlich unterhaltsameren Frühwerks. Allein dem wirklich engagierten Cast ist es zu verdanken, dass der Film wenigstens zu Teilen funktioniert. Für so eine Fortsetzung hätten die Fireflys nicht von den Toten auferstehen müssen! Handlung Nachdem sie vor zehn Jahren eine Schießerei mit der Polizei wie durch ein Wunder überlebt haben, befinden sich die Mitglieder der mörderischen Firefly-Familie im Gefängnis. Es gibt jedoch keine Zelle auf dieser Welt, die Baby, Otis und Captain Spaulding für immer aufhalten könnte und so beginnt eine weitere Mordserie… Trailer BewertungMan kann vom Rockstar-Regisseur Rob Zombie ja halten, was man will, aber man muss im zugestehen, dass er seit über 15 Jahren genau das macht, worauf er eben Lust hat. Seit seinem Debüt mit „Das Haus der 1000 Leichen“ hat er sieben weitere Filme inszeniert (darunter zwei Teile seines „Halloween“-Remakes und den derben Zeichentrickfilm „The Haunted World of El Superbeasto“) und ist dabei sich und seiner Grindhouse-Ästhetik immer treu geblieben. Nun sind die Filme längst nicht alle universell beliebt, aber ein Film sticht aus seinem Werk hinaus – der direkte Vorgänger zu „3 from Hell“: „The Devil’s Rejects“

„The Devil’s Rejects“ kombinierte alle Stärken von Rob Zombies Schaffen in einem absoluten Monster von einem Film. Auf der einen Seite haben wir eine fantastische Besetzung aus Zombies Freunden, Bekannten und Idolen (u.a. Bill Moseley, Sid Haig, Ken Foree, Danny Trejo und Tom Towles, sowie Zombies Frau, Sheri Moon) und auf der anderen Seite haben wir einen unbarmherzig brutalen Roadmovie, der eine Version Amerikas zeigt, wie man sie eben nur in solchen Grindhouse-Filmen sieht. Auch wenn die Figuren der Firefly-Familie bereits in „Das Haus der 1000 Leichen“ ihr Unwesen trieben, war es ihr Auftritt in diesem Sequel, welcher sie zu den Antihelden machte, die den Kultstatus dieses Filmes ausmachen.

In den Jahren nach 2005 hat Rob Zombie die Energie von „The Devil’s Rejects“ allerdings nie mehr wirklich einfangen können. Seine „Halloween“-Remakes haben das Publikum und Kritiker mit Fragezeichen in den Augen zurückgelassen, während Filme wie „The Lords of Salem“ und „31“ auch eher skeptisch beäugt und recht universell negativ rezipiert wurden. Es ist also kein großes Wunder, dass Zombie mit „3 from Hell“ letztlich zu seinem wohl erzählerischen und kritisch erfolgreichsten Film zurückkehrt.

Es ist daher umso tragischer, dass man recht schnell den Eindruck erhält, dass es sich bei „The Devil’s Rejects“ wohl tatsächlich eher um eine Anomalie gehandelt haben muss. „3 from Hell“ kann zwar mit der Rückkehr von bekannten Gesichtern aufwarten (auch wenn der mittlerweile verstorbene Sid Haig aufgrund seiner Gesundheit deutlich weniger im Film vorkommt als ursprünglich geplant war), aber er erzählt seine Story nicht mit der Ruhe und wohl dosierten Anarchie von „The Devil’s Rejects“, sondern eher im überdrehten Stil eines „31“.

Auch fällt viel vom Roadmovie-Charme des Vorgängers einfach unter den Tisch. Viel zu schnell sind die Szenenwechsel und das Schnitt-Gewitter nimmt dem Film teils jedwede Energie, die sich droht anzusammeln. Leider fühlt sich „3 from Hell“ wie ein Studio-diktiertes Sequel an, für das der ursprüngliche Schöpfer keinerlei Energie aufbringen kann, obwohl es ja eben nicht das Studio, sondern Zombie selbst war, der das Projekt wiederbelebt hat.

Am Ende des Tages steht mit „3 from Hell“ eine Fortsetzung zu Buche, die niemanden so wirklich zufriedenstellt. Die Geschichte musste aufgrund der sich verschlechternden Gesundheit von Sid Haig geändert werden, weswegen sich der ganze Film eben nicht wie ein nahtloses Sequel anfühlt und so die Fans eher enttäuscht zurücklässt. Ästhetisch und erzählerisch ist der Film dann zusätzlich noch ein klarer Rückschritt im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger (und sogar zu „Das Haus der 1000 Leichen“), was dann obendrein noch für Frust sorgt. Konstatiert muss man feststellen, dass man diese Wiederkehr aus der Hölle nun wirklich nicht gebraucht hätte.
Fazit Durch die ein oder andere Schwierigkeit hinter den Kulissen, aber auch aufgrund Rob Zombies Ratlosigkeit, kann „3 from Hell“ leider wirklich zu keiner Sekunde das Sequel sein, welches „The Devil’s Rejects“ verdient hätte. Auch wenn sich der Cast mit den wiederkehrenden Firefly-Geschwistern und zahlreichen Cameos sichtlich Mühe gibt, kommt hier kaum die Stimmung auf, die den Vorgänger zu einem Kultklassiker macht.
ZURÜCK INS ARCHIV