Comic - Drama

9.603 Kilometer - Zwei Kinder auf der Flucht

Veröffentlicht am 30.11.-0001
9.603 Kilometer - Zwei Kinder auf der Flucht
9.603 Kilometer - Zwei Kinder auf der FluchtComic - Drama | mit: Stéphane Marchetti (Autor), Cyrille Pomès (Illustrator)Bewertung:★★★★★ Cyrille Pomès und Stéphane Marchetti, die Macher hinter dem Comic "9.603 Kilometer - Zwei Kinder auf der Flucht" sind mir unbekannt. Ich bin aber nicht alleine mit dieser Feststellung, denn selbst der Verlag "Cross cult" hat über sie keine Kurzbeschreibung veröffentlicht. Das soll aber nichts heißen, denn die beiden haben einen gut aussehenden und inhaltlich dramatischen Graphic Novel auf die Beine gestellt, der immer und immer wieder eine Frage in mir aufwirft: Was habe ich mit 12 gemacht!?
Handlung 9603 Kilometer. Diese Strecke werden der 12-jährige Adil und sein 14-jähriger Cousin Shafi zurücklegen müssen, um von Afghanistan nach England zu gelangen.

Trotz der Attentate, die das Leben der Einwohner oft genug erschüttern, versuchen die beiden eine verhältnismäßig glückliche Kindheit in Khost, einer Provinz im Südosten Afghanistans, zu verbringen – bis zu dem Tag, als Adil Vater an Herzversagen stirbt. Die daraus entstehende Verkettung von Ereignissen wird das Leben der beiden einschneidend verändern. Adil muss sich entscheiden, einem Leben zu entfliehen, das ihm aufgezwungen wird und einem Tod im Dienste eines Fundamentalismus, den er nicht teilt.

Er und sein Cousin lassen ihre Heimat hinter sich und schon bald gesellt sich Daoud zu ihnen. Es ist ein harter Weg für die drei: Schleuser, Übergangslager und die Angst im Magen als ständiger Begleiter. Ein Weg, der aber auch von Freundschaft, Zusammenhalt und einer unerschütterlichen Zuversicht geprägt ist.BewertungWas habe ich mit 12 gemacht? Also was habe ich unternommen, als ich am Rande der Pubertät stand. Sicherlich hat man Mädels angesehen, obwohl das sicherlich auch zu früh war. Vielleicht hat man darüber nachgedacht, wie es sein wird, wenn man auf Party mit Mädchen geht. Vielleicht war es der Schulstress über den man sich Sorgen gemacht hat. Aber es war auf jeden Fall keine lebensgefährliche Reise quer durch die Welt. Die ständige Angst davor erwischt zu werden. Die Qualen, die Übergriffe und dann zu bemerken, dass es im Ziel, im vermeintlichen Paradies auch nicht alles gut ist.

Die Geschichte soll fiktiv sein, zusammengebaut aus wahren Erlebnissen. Sie ist gut, sie lässt einen nachdenken. Über so vieles. Über die Zustände in Afghanistan, die Taliban, die Fluchtrouten, die Schleuser, die Lager in Ungarn, den Dschungel von Paris und die Überfahrt nach England. Tod und Leid, nur weil auf der Welt die Mächtigen ihre Vorstellung von Gesellschaft durchdrücken wollen. Denn bei uns ist es nicht besser. Es gibt keine Politik, die darauf ausgerichtet ist, etwas nach Plan zu machen. Sicherlich werden Flüchtlinge aufgenommen, doch gibt es kaum Sprachkurse, sie dürfen nicht richtig arbeiten, haben Langeweile in Lagern und werden von den meisten nicht akzeptiert. So bildet sich eine klare Parallelgesellschaft, mit allen Problemen die dazu gehören.

Nichts desto trotz hätte es ein wenig eindringlicher sein können. Misshandlungen werden angedeutet, jedoch nicht in ihrer Dramaturgie gezeigt. Dabei bedarf es harte Worte, damit sich etwas verändert. Vielleicht hat sich bei mir aber auch nur ein Abnutzungseffekt eingestellt. Vielleicht ist es auch so gut. Aug jeden Fall haben mir die Zeichnungen gefallen. Sie sind wirklich gut. Sie sind dunkel gehalten. Sie sind farblich unterteilt, unterteilt in ihre Abschnitte. Gelungen!
Fazit "9.603 Kilometer - Zwei Kinder auf der Flucht" zeigt uns, was es heißt, wenn Kinder alleine auf der Flucht sind. Plötzlich sind die Kids erwachsen und müssen um ihr Leben kämpfen.
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