Filme - Doku
Ailos Reise
Ailos ReiseFilme - Doku | mit: Regisseur: Guillaume Maidetchevsky, Erzählerin: Anke EngelkeBewertung:★★★★★ Für eine gute Naturdoku kann man mich eigentlich immer gewinnen. Außerdem habe ich mich in meinem Studium viel mit dem nördlichen Skandinavien und der dort lebenden indigenen Bevölkerung befasst, was mich auch unweigerlich mit Rentieren bekannt gemacht hat. Eine gute Vorasussetzung also, am Film „Ailos Reise“, der Geschichte eines Rentiers, Gefallen zu finden. Handlung Ailos Reise beschreibt das Heranwachsen eines Rentiers im hohen Norden Skandinaviens, genauer in der wilden, vom Menschen fast unberührten Natur „Lapplands“. Ailo wird abseits der Herde von seiner Mutter geboren und hat nur wenig Zeit zu lernen zu stehen, zu gehen, zu rennen und zu schwimmen. Denn die Natur ist gefährlich. Im Wald und der Taiga lauern viel Gefahren, aber auch spannende Entdeckungen für ein junges Rentier. Polarfüchse, Lemminge, Hermeline, Greifvögel, Wölfe – die teils karg anmutende Natur steckt voller Leben, egal ob Sommer oder Winter. Trailer BewertungAuch wenn der Titel mit der dem namensgebenden „Helden“ fast einen Animationsfilm vermuten lässt, ist „Ailos Reise“ doch ein klassischer Dokumentarfilm. Mit teils spektakulären Nahaufnahmen wird der Fokus aber auf das Leben und die Reise eines einzelnen Rentiers gelegt. Dramaturgisch ist das gut gelungen, denn die Umgebung des Rentiers wird immer dann erklärt und gezeigt, wenn sie für das heranwachsende Rentier eine Relevanz hat. Wird es etwa gefährlich, weil ein Greifvogel über dem Wald kreist, sehen wir beispielsweise auch Ailo, wie er davonläuft. Der Schnitt trägt hier zu einem Spannungsaufbau in solchen Szenen bei, wobei aus bloßer Sicht desjenigen, der die Natur in den Szenen beobachtet, teils berechtigte Zweifel aufkommen dürften, ob sich denn wirklich alle Szenen in dieser Weise abgespielt haben. Manche Situationen geschehen komplett in getrennten, hintereinander geschnittenen Aufnahmen, ohne, dass die Akteure jemals gemeinsam ins Bild rücken. Das ist mir aber nur in einigen Szenen aufgefallen und nicht allzu problematisch.
Wichtig ist zu erwähnen, dass sich die Dokumentation in ihrer Aufmachung schon sehr deutlich an ein junges Publikum richtet. Die lässt sich sowohl durch simplifizierte Formulierungen wie „Lappland liegt ganz oben“ (anstatt im Norden Europas) als auch durch die sehr ruhige, erklärende Erzählweise Anke Engelkes ausmachen. Sie macht ihre Sache sehr gut, spricht deutlich und erzeugt in den passenden Situationen auch Spannung oder Emotionen, aber eben alles auf einem für sehr kleine Zuschauerinnen und Zuschauer erträglichen Level.
Ailos Reise ist dadurch ein Film, den Eltern gemeinsam mit ihren Kindern durchaus schauen können, ohne dabei selbst furchtbar gelangweilt zu sein. Einige wissenswerte Informationen dürften auch bei Erwachsenen hängen bleiben. Aufgrund der kindlichen Aufmachung sind aber einige Informationen schwer einzuordnen. Ich habe mich an manchen stellen gefragt, ob das Gesagte wirklich so für voll zu nehmen ist, oder ob hier für das kleine Publikum stark simplifiziert wurden. Auch werden einige Themen, wie die Verdrängung der Rentiere durch den Menschen im weiter südlichen Skandinavien oder die Bedeutung des Rentiers für die einheimische, samische Bevölkerung nicht oder nur ganz am Rande thematisiert. Auch einige Begrifflichkeiten, wie etwa „Lappland“ anstelle der in der Wissenschaft und Indigenenpolitik längst verbreiteten Selbstbezeichnung „Sápmi“ für Siedlungsgebiet der indigenen Bevölkerung hätten trotz des jungen Zielpublikums anders gewählt werden können. Der Fokus liegt eindeutig auf der Portraitierung einer unberührten Natur und seinen tierischen Bewohnern. Das allerdings macht der Film wirklich gut.
Fazit „Ailos Reise“ ist ein niedlicher Naturfilm mit tollen Aufnahmen von einer faszinierenden Natur und spannenden, teils zuckersüßen Tieren. An die Qualität großer Planet-Earth-Dokus kommt der Film aber aufgrund seiner kindlichen Narrative nicht heran. Alleine hatte ich daher, obwohl oder vielleicht sogar gerade weil ich ein Fan von Dokus bin, nur bedingt Spaß beim Schauen. Für einen gemeinsamen Familienfilmabend mit den Kindern „Ailos Reise“ aber durchaus gut geeignet.
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Wichtig ist zu erwähnen, dass sich die Dokumentation in ihrer Aufmachung schon sehr deutlich an ein junges Publikum richtet. Die lässt sich sowohl durch simplifizierte Formulierungen wie „Lappland liegt ganz oben“ (anstatt im Norden Europas) als auch durch die sehr ruhige, erklärende Erzählweise Anke Engelkes ausmachen. Sie macht ihre Sache sehr gut, spricht deutlich und erzeugt in den passenden Situationen auch Spannung oder Emotionen, aber eben alles auf einem für sehr kleine Zuschauerinnen und Zuschauer erträglichen Level.
Ailos Reise ist dadurch ein Film, den Eltern gemeinsam mit ihren Kindern durchaus schauen können, ohne dabei selbst furchtbar gelangweilt zu sein. Einige wissenswerte Informationen dürften auch bei Erwachsenen hängen bleiben. Aufgrund der kindlichen Aufmachung sind aber einige Informationen schwer einzuordnen. Ich habe mich an manchen stellen gefragt, ob das Gesagte wirklich so für voll zu nehmen ist, oder ob hier für das kleine Publikum stark simplifiziert wurden. Auch werden einige Themen, wie die Verdrängung der Rentiere durch den Menschen im weiter südlichen Skandinavien oder die Bedeutung des Rentiers für die einheimische, samische Bevölkerung nicht oder nur ganz am Rande thematisiert. Auch einige Begrifflichkeiten, wie etwa „Lappland“ anstelle der in der Wissenschaft und Indigenenpolitik längst verbreiteten Selbstbezeichnung „Sápmi“ für Siedlungsgebiet der indigenen Bevölkerung hätten trotz des jungen Zielpublikums anders gewählt werden können. Der Fokus liegt eindeutig auf der Portraitierung einer unberührten Natur und seinen tierischen Bewohnern. Das allerdings macht der Film wirklich gut.
Fazit „Ailos Reise“ ist ein niedlicher Naturfilm mit tollen Aufnahmen von einer faszinierenden Natur und spannenden, teils zuckersüßen Tieren. An die Qualität großer Planet-Earth-Dokus kommt der Film aber aufgrund seiner kindlichen Narrative nicht heran. Alleine hatte ich daher, obwohl oder vielleicht sogar gerade weil ich ein Fan von Dokus bin, nur bedingt Spaß beim Schauen. Für einen gemeinsamen Familienfilmabend mit den Kindern „Ailos Reise“ aber durchaus gut geeignet.