Filme - Abenteuer
Alpha
AlphaFilme - Abenteuer | mit: von: Albert Hughes; mit: Kodi Smit-McPhee, Jóhannes Haukur JóhannessonBewertung:★★★★★ Der beste Freund des Menschen – diesen Titel tragen Hunde schon seit Jahrhunderten. Doch bevor sie zu Haustieren wurden, hatten sie wichtige Funktionen als Aushilfen – sei es als Herdentreiber oder Jagdbegleiter. Doch wie kam es dazu, dass sich die wilden, wolfsähnlichen Vorfahren der Hunde zu unseren heutigen zahmen und sozialen Haustieren entwickeln konnten? Einen Erklärungsversuch liefert der Film „Alpha“. Aber ist der Versuch auch gelungen? Handlung Kedas große Stunde hat geschlagen: Er darf zum ersten Mal mit der Elite seines Stammes auf die große Jagd gehen. Doch was als Abenteuer beginnt wird schnell zum harten Überlebenskampf. Denn nach einem Jagdunfall wird er für tot geglaubt und von seinem Stamm zurückgelassen. Verwundet und allein muss er in der Wildnis der Eiszeit versuchen zu überleben. Doch sehr lange bleibt er nicht allein. Auf seinem Weg begegnet er einem einsamen, verletzten Wolf. Langsam nähern sich die beiden einander an und müssen nun versuchen, gemeinsam die Gefahren und Herausforderungen der Heimreise zu meistern. Denn der Winter nähert sich und Kedas Stamm ist noch in weiter Ferne. Trailer BewertungEs ist schwierig, sich in eine Zeit, in eine Gesellschaft, in einen Menschen hineinzuversetzen, die so weit weg sind von unserem eigenen Leben und von denen wir – außer durch Höhlenmalereien und archäologische Funde – so wenig wissen. Um seine Geschichte so authentisch wie möglich zu gestalten, entschied sich Regisseur Albert Hughes dazu, seine Figuren eine fiktive Sprache sprechen zu lassen. Diese wurde eigens für den Film entwickelt und führt dazu, dass der Zuschauer die Distanz zur heutigen Zeit eindeutig spürt. Wo aber ein Film wie „Der Mann aus dem Eis“ (Link zur anderen Rezension) sich entschied, die Sprache – und vor allem die Körpersprache und den Kontext – für sich sprechen zu lassen, gibt es in „Alpha“ Untertitel. Der Unterschied eben zwischen einem deutschen, für einen kleinen Markt gemachten Film und einem Blockbuster. Hat beides Vor- und Nachteile, aber im Fall von Alpha führt dies dazu, dass man mehr von der Kultur und dem Leben dieses (fiktiven) Eiszeit-Stamms erfährt. Was aber nicht immer von Vorteil ist. Viel zu oft hat man das Gefühl, dass diese kleine Gesellschaft zu ausgereift, zu modern ist. Ihre Naturreligion beispielsweise ist sehr ausgefeilt. Was aber noch elaborierter ist, sind die Klamotten, die die Stammesmitglieder tragen. Es scheint fast als sei die Nähmaschine eine Erfindung von damals, die aber dann Jahrhunderte im Winterschlaf lag, nur um in der modernen Welt wiederaufzuleben. Kurz gesagt: Die Kostüme sind zu sauber und zu gut genäht, als dass man glauben könnte, dass sie aus prähistorischer Zeit sind. Was die Kostüme an Qualität haben, lässt das CGI schmerzlich missen. Obwohl die Naturaufnahmen grandios und die Kameraarbeit eindrucksvoll sind – einige Standbilder des Films würden sich sehr gut als Poster-Motive eignen –, wirken die Spezialeffekte wie aus einem Videospiel der vorvorletzten Konsolengeneration. Vor allem, wenn versucht wurde, eindrucksvoll in „Drohnenaufnahmen“ die weiten Leeren und den beschwerlichen Weg des Stammes zu zeigen. Dieser Versuch ist jedoch nicht geglückt, denn man hat lediglich schnelle Aufnahmen einer generischen, sichtbar am Computer generierten Ebene zustande gebracht. Vor allem die Klippe, an der sich Keda festhalten muss, um nicht in den Abgrund zu fallen, sieht aus wie aus einem Film in den Anfängen des CGI.
Auch beim wichtigsten Element des Films, der Beziehung zwischen Keda und dem Wolf, lässt „Alpha“ viel zu wünschen übrig. Die langsame Annäherung wird einerseits sehr gut und langsam dargestellt. Der Film lässt sich Zeit und zeigt, wie Keda und der Wolf – den Keda irgendwann Alpha nennt – lernen, miteinander zu leben und zusammen zu überleben. Es ist auch spannend zu sehen, wie sie lernen, zusammen zu jagen und dadurch ihr Band immer mehr stärken. Doch dann, als Alpha vollständig genesen ist, kehrt der Wolf nicht zu seinem Rudel zurück. An dieser Stelle hat der Film für mich – und bis dahin gab es viele, viele Gelegenheiten dazu – verloren. Diese „Entscheidung“ von Alpha konnte ich nicht nachvollziehen. Denn obwohl die beiden angefangen haben, eine Bindung aufzubauen – wie kann diese zu dem Zeitpunkt schon so viel stärker sein als die zum eigenen Rudel? Das ist aber symptomatisch für die ganzen Beziehungen, die im Film dargestellt werden. Zwar sieht Keda, wie sein Freund von einem Tiger gefressen wird, sehr lange scheint er aber nicht mehr darüber nachzudenken. Es gibt auch eine Figur – die rechte Hand von Kedas Vater? Das wird auch nicht deutlich -, die auf den ersten Blick so scheint, als würde er Keda immer beobachten, als führe er etwas im Schilde. Aber diese „Spur“ verläuft sich im Sande und ist dann nicht mehr wichtig. Ich hatte das Gefühl, dass Elemente aus dem Drehbuch vielleicht aufgenommen, dann aber wieder vergessen wurden und so einzelne Handlungsstränge angedeutet werden, aber letztlich keine Auswirkung auf den Gesamtzusammenhang der Geschichte haben.
Fazit Obwohl „Alpha“ nur knapp über 90 Minuten Spielzeit hat, habe ich den Film nicht als kurzweilig empfunden. Dafür wurden zu viele Erwartungen, die der Film selbst gelegt hat, einfach nicht erfüllt. Es werden Themen aufgegriffen, nur um sie letztendlich zu ignorieren. Zwar ist die Beziehung zwischen Keda und Alpha am Anfang gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, dennoch wird sie durch unplausible Ereignisse wieder kaputt gemacht. Auch die tollen Naturlandschaften, die für mich ein Highlight des Films sind, werden durch vielleicht unnötige, aber in jedem Fall ziemlich miese Spezialeffekte wieder zunichte gemacht.
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Auch beim wichtigsten Element des Films, der Beziehung zwischen Keda und dem Wolf, lässt „Alpha“ viel zu wünschen übrig. Die langsame Annäherung wird einerseits sehr gut und langsam dargestellt. Der Film lässt sich Zeit und zeigt, wie Keda und der Wolf – den Keda irgendwann Alpha nennt – lernen, miteinander zu leben und zusammen zu überleben. Es ist auch spannend zu sehen, wie sie lernen, zusammen zu jagen und dadurch ihr Band immer mehr stärken. Doch dann, als Alpha vollständig genesen ist, kehrt der Wolf nicht zu seinem Rudel zurück. An dieser Stelle hat der Film für mich – und bis dahin gab es viele, viele Gelegenheiten dazu – verloren. Diese „Entscheidung“ von Alpha konnte ich nicht nachvollziehen. Denn obwohl die beiden angefangen haben, eine Bindung aufzubauen – wie kann diese zu dem Zeitpunkt schon so viel stärker sein als die zum eigenen Rudel? Das ist aber symptomatisch für die ganzen Beziehungen, die im Film dargestellt werden. Zwar sieht Keda, wie sein Freund von einem Tiger gefressen wird, sehr lange scheint er aber nicht mehr darüber nachzudenken. Es gibt auch eine Figur – die rechte Hand von Kedas Vater? Das wird auch nicht deutlich -, die auf den ersten Blick so scheint, als würde er Keda immer beobachten, als führe er etwas im Schilde. Aber diese „Spur“ verläuft sich im Sande und ist dann nicht mehr wichtig. Ich hatte das Gefühl, dass Elemente aus dem Drehbuch vielleicht aufgenommen, dann aber wieder vergessen wurden und so einzelne Handlungsstränge angedeutet werden, aber letztlich keine Auswirkung auf den Gesamtzusammenhang der Geschichte haben.
Fazit Obwohl „Alpha“ nur knapp über 90 Minuten Spielzeit hat, habe ich den Film nicht als kurzweilig empfunden. Dafür wurden zu viele Erwartungen, die der Film selbst gelegt hat, einfach nicht erfüllt. Es werden Themen aufgegriffen, nur um sie letztendlich zu ignorieren. Zwar ist die Beziehung zwischen Keda und Alpha am Anfang gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, dennoch wird sie durch unplausible Ereignisse wieder kaputt gemacht. Auch die tollen Naturlandschaften, die für mich ein Highlight des Films sind, werden durch vielleicht unnötige, aber in jedem Fall ziemlich miese Spezialeffekte wieder zunichte gemacht.