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Anatomie eines Skandals

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Anatomie eines Skandals
Anatomie eines SkandalsNetflix | mit: Sienna MillerBewertung:★★★★★ Sienna Miller ist nicht die größte Schauspielerin auf dieser Welt, dennoch ist sie immer ein gern gesehener Cast-Gast in diversen Produktionen. Ein gutes Beispiel ist "American Sniper". Der US-Scharfschütze benötigt eine schöne Begleiterin und da kommt Miller gerade recht. Sie bringt die Optik mit und ist nebenbei auch noch eine passable Schauspielern. In "Anatomie eines Skandals" bekommt sie aber nunmehr eine Hauptrolle zugesprochen. Wie sie sie meistert erfahrt ihr in der Review. Handlung Der Politiker James Whitehouse (Ruper Friend) hat eine Affäre mit seiner Angestelltin. Das kommt irgendwann raus und dann wird er von seiner Flamme auch noch der Vergewaltigung beschuldigt. Ein Skandal, der sich bis in die Vergangenheit von Whitehouse zieht. Es beginnt ein Prozess gegen den Schönling, der einige dunkle Geheimnisse zu Tage fördert. Trailer BewertungBasierend auf den Bestseller von Sarah Vaughan, beginnt die Serie wirklich stark. Bis zur vierten Folge überschlagen sich die Ereignisse und die Wendungen können sich sehen lassen. Die Frage, ob James schuldig ist oder doch nur ein Opfer, steht über allem. Auch die soziologischen Fragen, die "Anatomie eines Skandals" offen stellt, sind brandaktuell. Es steht schließlich Aussage gegen Aussage. Wird hier ein Mann zerstört, also ganz bewusst an den Pranger gestellt. Auf der anderen Seite ist es für das Opfer sehr schwierig eine Vergewaltigung zu beweisen. Es ist eine Gratwanderung. Was ist passiert? Es liegt im dunkelgrauen. Auch die Frage, wann eine Vergewaltigung beginnt. Beginnt sie, wenn das Opfer nicht will, aber nicht nein sagt? Beginnt sie bei der ersten ablehnenden Mimik? Es ist komplizierter als man zu denken vermag. Nein ist nein, soviel ist klar und keine Frau dieser Welt muss etwas für einen Mann machen, was sie nicht will. Mensch sein ist aber kompliziert, was darf im Eifer des Gefechts gemacht werden. Was muss der Gegenüber erkennen? Ich kann an dieser Stelle diese Fragestellungen nicht beantworten. Die Serie macht das auch nicht. Der Zuschauer muss diese Rolle übernehmen.

Ihr merkt, bis zur vierten Folge alles gut. Und dann folgte noch eine Situation, die die Erwartungshaltung geweckt hatte. Doch in den letzten zwei Folgen entpuppte sich die durchaus komplexe Serie in ihrer Selbstgefälligkeit und konstruierte ein Ende, dass in sich nicht schlüssig ist und von der Realität weit entfernt ist. Dabei ist es gar nicht die Handlung an sich, sondern der gesetzliche Rahmen. Nein, es geht einfach nicht so. Und, wenn man dann auch noch den Grund in seine Einzelteile zerteilt, dann ist es umso erstaunlicher, dass "Anatomie eines Skandals" veröffentlicht wird, da sie sich im Grunde selbst aufgelöst hat.

Sienna Miller konnte mich zudem auch nicht vollkommen überzeugen. Sie mimte ein Trauriges etwas. Das Schattendasein an der Seite ihres Mannes zog den Charaktere quasi in eine melancholische Grundstimmung, die aber nie so wirklich beim Zuschauer an kam. Ich hätte mir einfach mehr Emotionen gewünscht. Gerade nach dem "Schatz, ich habe eine Affäre" wirkte sie doch sehr distanziert. Was ja auch so sein sollte. Sie war die "Schluckerin" an der Seite eines starken Mannes, doch auch in dieser Situation wirkte das gewollte Emotionslose zu starr. Rupert Friend war der glattgezogene Politiker, der immer mit seinen Verfehlungen durch kam. Diese Rolle war leicht zu spielen und doch hätte es noch ein wenig mehr sein können... Fazit "Anatomie eines Skandals" hat einen guten Start hingelegt, bricht dann aber in sich zusammen, zumindest dann, wenn man sie logisch auseinander nimmt.
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