Comic - Drama

Auf den Spuren Rogers

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Auf den Spuren Rogers
Auf den Spuren RogersComic - Drama | mit: Florent Silloray Bewertung:★★★★★ Florent Silloray schreibt über seinen Opa. Klingt nun wahrlich nicht spannend, doch wenn man betrachtet, dass sein Großvater im Zweiten Weltkrieg für die Franzosen gekämpft hat und dann in deutsche Gefangenschaft geraten ist, dann weckt das doch den Geschichtsgeist in einem. Sillorays Recherchen beginnen mit einem gut erhaltenen Notizblock und bringen ihn bis nach Deutschland. Dabei berichtet er über hilfsbereite Menschen, aber auch von Situationen in denen er auf Feindseligkeit gestoßen ist. Handlung Herbst 1939. In dem kleinen französischen Dorf Douet herrscht Aufregung: Das Militär mobilisiert seine Truppen im Kampf gegen Deutschland. Auch Roger lässt Hof und Familie zurück, um an die Front zu ziehen. Ein Notizheft, das er von seiner Verlobten Suzanne zum Abschied bekommen hat, wird zu seinem ständigen Begleiter. Weit weg von zu Hause schildert er darin seine persönliche Sicht auf den Krieg, erzählt von seinen Erlebnissen als Soldat und als Kriegsgefangener in deutschen Arbeitslagern. Insgesamt mehr als fünf Jahre verbringt Roger in Gefangenschaft – Mühlberg, Domsdorf, Torgau und Leipzig werden zu qualvollen Stationen seiner Reise, die erst endet, als die amerikanischen GIs ihn und seine Kameraden befreien.

Im Winter 2002, knapp 63 Jahre später, stößt Florent Silloray auf dieses Notizheft – es sind die Aufzeichnungen seines Großvaters, der soeben gestorben ist. Florent reist nach Deutschland, um Rogers Spuren zu folgen ...BewertungDie Qual der Gefangenen können wir dank Florent Sillorays Zeichnungen heute noch spüren. Die Panels zeugen von Unmenschlichkeit und gleichzeitig eben doch von Menschlichkeit. Sie sind eben nicht nur Krieg, Auseinandersetzung und Tod, sondern auch ein Zeichen der Versöhnung, des normalen Miteinanders. Und dennoch, die Gefahr, dass der Frieden und die Freundschaft zerbrechen können, ist allgegenwärtig.

Die Reise beginnt am Sterbebett von Roger und Endet etwas ernüchtern in Deutschland. Die historischen Orte sind heute eher langweilige Plätze, die jedoch etwas geheimnisvolles haben. Doch dies muss man erst entdecken und da hilft uns "Auf den Spuren Rogers" gewaltig. Selbst das Gefangenenlager für die französischen Soldaten bietet wenig Anschauungsmaterial. Ein Schild dort, ein Mahnmahl hier. Sicherlich haben diese Lager nichts gemeinsam mit einem KZ, dass viel aufwendiger in Stand gehalten wird. Daher ist es gut, dass es das Notizbuch von Roger gibt. Erst mit diesem Schlüssel kann eine Tür zu einer Zeit aufgemacht werden, die so gut erforscht ist und dennoch noch unendlich viele Geheimnisse parat hat.

Die Erlebnisse der Gefangenen ist ein Thema, welches nicht gerade auf Platz eins steht, wenn es um die Zeit von 1933 bis 1945 geht und daher ist es besonders schön, dass "Auf den Spuren Rogers" hier eine authentische Geschichte erzählt. Am Ende gibt es noch ein tolles Bonusmaterial, welches aus Originalfotos besteht. Fazit "Auf den Spuren Rogers" nimmt den Leser mit in die Vergangenheit und lässt ihn die Qualen der Gefangenschaft hautnah spüren.
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