Filme - Drama

Babylon Berlin - Staffel 5

Veröffentlicht am 29.09.2026
4/5
Babylon Berlin - Staffel 5
Mit der fünften Staffel erreicht „Babylon Berlin“ seinen letzten Akt. Acht Folgen führen Gereon Rath und Charlotte Ritter in den Januar 1933, in eine Stadt, in der die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler den politischen und persönlichen Ausnahmezustand auslöst. Das Finale verabschiedet sich damit bewusst vom schillernden Bild der Goldenen Zwanziger und blickt auf den Moment, in dem Berlin und die Weimarer Republik unwiderruflich kippen.

Handlung

Berlin, Januar 1933: Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler beginnt das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Charlotte Ritter ermittelt in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten. Verbindungen und Motive reichen in das Jahr 1918 zurück. Eine brisante Akte ist verschwunden, die Hitlers Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg in ein neues Licht rückt.

Politischer Sprengstoff – und die Betroffenen scheinen vor nichts zurückzuschrecken, um die Akte in ihren Besitz zu bringen, auch nicht vor Mord. Als Gereon Rath plötzlich spurlos verschwindet, weiß Charlotte nicht, ob sie ihn je wiedersehen wird.

Bewertung

Die fünfte Staffel macht aus ihrem historischen Zeitpunkt keinen bloßen Hintergrund. Der Januar 1933 bestimmt jede Szene: Angst, Opportunismus und Gewalt greifen immer stärker in das Leben der Figuren ein. Dadurch erhält der Kriminalfall eine größere Bedeutung. Die Suche nach einer verschwundenen Akte und die Mordserie sind nicht einfach ein Fall unter vielen, sondern stehen für eine Gesellschaft, in der Recht, Pressefreiheit und persönliche Sicherheit zunehmend unter Druck geraten.

Besonders wirkungsvoll ist die Konzentration auf Charlotte Ritter. Während Gereon Rath verschwindet, trägt sie die Ermittlungen und muss sich in einer Welt behaupten, die immer feindseliger wird. Liv Lisa Fries gibt dieser Perspektive die notwendige Entschlossenheit, ohne die Verunsicherung der Figur auszublenden. Volker Bruch und sie bleiben das emotionale Zentrum der Serie, auch wenn das große Ensemble erneut zahlreiche eigene Konflikte und Schicksale mitbringt.

Die Inszenierung bleibt eine der großen Stärken von „Babylon Berlin“. Ausstattung, Kostüme, Musik und Bildgestaltung erzeugen ein Berlin, das nicht wie ein museales Historienbild wirkt. Die Stadt verliert sichtbar ihren Glanz. Gerade der Kontrast zwischen Presseball, Nachtleben und politischer Einschüchterung verleiht dem Finale seine Wucht. Die Serie zeigt nicht nur, dass eine Diktatur entsteht, sondern auch, wie sich ihre Bedrohung in den Alltag einschleicht.

Ganz ohne Reibung bleibt der Abschluss allerdings nicht. Die Staffel verbindet Krimi, Politdrama, historische Ereignisse und einzelne deutlich abenteuerlichere Passagen. Das sorgt für Energie, kann aber den Ton uneinheitlich wirken lassen. Auch die historische Fiktion verlangt Aufmerksamkeit: Wo reale Ereignisse und erfundene Zuspitzungen ineinanderfließen, ist die Serie am stärksten, wenn sie ihre Figuren in den Mittelpunkt stellt, und weniger stark, wenn der Plot nach zusätzlicher Sensation greift.

Trotzdem gelingt „Babylon Berlin“ ein Finale mit Haltung. Die fünfte Staffel behandelt den Untergang der Weimarer Republik nicht als ferne Geschichtsstunde. Sie macht deutlich, wie schnell Freiheit verloren gehen kann, wenn Angst, Gewalt und Gleichgültigkeit den öffentlichen Raum bestimmen. Das ist schwere Unterhaltung – aber genau deshalb ein passender Abschluss für diese Serie.

Fazit

Die fünfte Staffel von „Babylon Berlin“ ist ein düsteres, opulentes und politisch aufgeladenes Serienfinale. Der Kriminalfall um Charlotte Ritter und Gereon Rath bleibt spannend, doch der eigentliche Kern liegt im Blick auf das Jahr 1933 und den Zerfall einer Demokratie. Nicht jede dramatische Zuspitzung sitzt gleich präzise, aber die starke Besetzung, die eindringliche Atmosphäre und die historische Fallhöhe machen den Abschluss sehenswert.

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