Comic - Drama

Basquiat

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Basquiat
Basquiat Comic - Drama | mit: Julian Voloj (Autor), Søren Glosimodt Mosdal (Zeichner)Bewertung:★★★★★ Der 27er Club. Seine Mitglieder sind berühmt. Sie haben Namen wie Kurt Cobain, Amy Winehouse oder Jim Morrison. Alle samt haben sie Weltruhm erlangt. Das ist auch kein Wunder, denn ihre Songs haben Millionen bewegt und berührt. Basquiat ist ebenfalls mit 27 Jahren gestorben und war auch ein Künstler. Doch seine Bühne war nicht die Musik, sondern er malte gerne. Er selbst verstand sich nicht als Graffiti-Künstler, was ihm stets nachgesagt wurde. Basquiat führte ein Leben auf der Überholspur und starb früh. Das Comic vom "Carlsen Verlag" widmet sich seinem Leben, sodass sich Interessierte ein Bild verschaffen können. Handlung Jean-Michel Basquiat lebte als Kind in der bürgerlichen Mitte. Es war aber nicht sein Leben und so büxte er zu Hause aus. Er lebte auf der Straße und nahm Drogen. Seine Kunst begann mit einem frühen SAMO-Graffiti und endete bei Projekten mit Andy Warhol. Sein Leben auf der Überholspur brachte ihn in unterschiedliche Betten, in verschlagene Bars und der Versuchung der Drogen konnte er nie widerstehen. Sein Leben endete so tragisch, wie bei einigen anderen Künstlern auch. Ein aufsteigender Stern stürzte schnell wieder ab.
BewertungZunächst überzeugt der stimmige Zeichenstil von Zeichner Søren Mosdal. Er trifft den Nagel auf den Kopf. Es wird ein Mann gezeigt, der abseits der Realität lebt. Der von einem schwarzen Geist verfolgt wird, ein Wegbegleiter aus seiner Fantasie entsprungen. Das optische Gesamtbild ist daher so gelungen, weil es farbenprächtig die Stationen von Basquiats Leben einfängt. Es gibt düstere Momente, die entsprechend in dunklen, blauen Tönen eingefangen wurden. Hingegen die bunt kolorierten Panels eine Wirklichkeit des Drogenkonsums darstellen. Die ganze Verrücktheit, die ganze Schaffenskraft, basiert auf dieser Achterbahn, einer Fahrt auf der Überholspur, auf der es bekanntlich nur ein Limit gibt. Gemeint ist ein tragischer Drogentod. Genauso wie ein Kurt Cobain, erlag der Titelheld seinem eigenen Leben.

Er war ein unbequemer Zeitgenosse. Er verwickelte sich oftmals in Streitigkeiten. Seine Kunst war ihm dabei sehr wichtig. Er war sogar bereit sie zu vernichten, wenn der Zwischenhändler bei ihm nicht das machte, was er wollte. Er hat bestimmt und alle sollten ihm folgen. Das er sich wohl selbst verfolgt gefühlt hat, war mit Sicherheit einer der Auslöser für seine Ausschweifungen und Verfehlungen. Doch ohne diese hätte er wohl nicht die großartige Power seiner Schaffenskraft entwickelt. Es steckte pure Leidenschaft in seinen Strichen. Es war aber auch eine große Portion Wut dabei. Er fühlte sich stets als Opfer von Rassismus. Das führte zu einigen skurrilen Szenen, die sehr zur Unterhaltung beigetragen haben. Ich will an dieser Stelle das Thema gar nicht klein reden, sondern die aktuelle Debatte unterstützen.

Das Comic entwickelt seine ganz eigene Faszination, es ist anders, es bricht Linien auf, sodass Kreise, Formen und etwas Neues entstehen konnte. Die 136 Seiten sind so schnell durchgelesen, da es einfach Laune macht, das Leben des Künstlers zu verfolgen. Die andere Seite der Wahrheit ist auch, dass es wenig zu Lesen gab. Was ich damit sagen möchte, die Dialoge sind kurz und knapp gehalten. Macht aber nichts, da die wundervollen Zeichnungen die Stimmung dynamisch einfangen und der Leser somit ein stimmungsvolles Gesamtbild erhält. Fazit "Basquiat" ist ein rockiges und fetziges Comic, das uns von einem aufstrebenden Künstler erzählt, der stets den Fuß auf dem Gaspedal hat.
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