Comic - Drama
Bianca
BiancaComic - Drama | mit: Guido CrepaxBewertung:★★★★★ Guido Crepax dürften einigen ein Begriff sein. Er war einer DER Entwickler des Erwachsencomics und scheute nicht davor zurück, sein Publikum mit explizite und surreale zu konfrontieren. Seine wohl bekannteste Schöpfung "Valentina" hatten wir schon auf unserer Seite vorgestellt. Die drei Bände sind ebenfalls beim avant-verlag erschienen, genauso wie nun "Bianca". Dass Bianca noch einmal einen drauf setzt, zumindest aus meinem Blickwinkel, mag dabei nicht verwundern, denn schon "Valentina" wusste zu gefallen und hat schon abgedrehte Momente präsentiert. Nun der Einblick auf die Schwester. Handlung Guido Crepax (1933–2003) wurde in Mailand geboren und prägte wie kein anderer die Sprache der Comics in den 60er Jahren auf ihrem Weg zu einem erwachsenen Medium: kühne Seitenarchitektur und filmische Sequenzen sind sein Markenzeichen. Noch während seines Architekturstudiums begann er als Grafiker und Werbeillustrator zu arbeiten und entwarf preisgekrönte Kampagnen für Unternehmen wie Shell, Campari und Honda. Im Jahr 1965 schuf er die emblematische Figur Valentina. Eine weitere unvergessliche Heroin aus seiner Feder ist Bianca. Dieser Band enthält Arbeiten aus den Jahren 1968–1971, der stärksten Schaffensphase des Künstlers und versammelt die Geschichten "Das verrückte Haus", "Mädchenkolleg" und "Odessa 1905".BewertungEin Meisterwerk. Etwas für Erwachsene. Lust und Leidenschaft stecken mitten in einer Story, die sehr von Einflüssen geprägt ist. Die Bezug nimmt auf Musik, Film und Literatur. Ob es noch ein erotisches Spiel ist, sicherlich, wir könnten es so beschreiben. Ich denke richtiger ist es, dass hier eine bestimmte Lustversion, gepaart mit großer Provokation auf inhaltliche Anspielungen prallt. Dabei heraus gekommen ist etwas nicht greifbares. Etwas was dermaßen surreal wirkt und was dennoch Phasen von Realismus aufweist. Es ist ein Cocktail, ein giftiges Gemisch. Dass hier kein Blatt vor dem Mund genommen wird, möchte ich gar nicht schreiben, weil es schlicht weg nicht stimmt. Wenn man es aus der heutigen Perspektive begutachtet, hätte es noch mehr sein können. Es sind eben doch nur Popos, Brüste und sehr viel Einfluss aus dem SM-Szene. Ein gewisser grad der Folter, der menschlichen Verachtung und doch ist kein Gewaltexzess, sondern ist so harmonisiert, dass man wiederum von Lust spreche kann. Es ist halt irgendwie ansprechend, obwohl die meisten Zeichnungen doch sehr abstoßend sind, sofern man ihrer innhaltlichen, optischen Komplexität nachgeht.
Eine Aussage gibt es. Sie wird aber nicht auf dem Silbertablett serviert, sie muss gefunden werden. Der Leser hat also die Aufgabe nach ihr zu suchen. Sie zu erforschen. Vielleicht ist es wie die Reise nach der Erforschung jeglicher Sexualität. Entscheidungen werden hier nicht abgenommen, sondern es wird individuell geforscht.
Die Aufarbeitung ist gelungen, das Format ist riesig. Auch das gelbe Cover weiß zu gefallen. Dazu gibt es ein schönes Vorwort. Super!
Fazit "Bianca" ist einer dieser Klassiker, mit dem sich jeder Comic-Anhänger beschäftigen muss.
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Eine Aussage gibt es. Sie wird aber nicht auf dem Silbertablett serviert, sie muss gefunden werden. Der Leser hat also die Aufgabe nach ihr zu suchen. Sie zu erforschen. Vielleicht ist es wie die Reise nach der Erforschung jeglicher Sexualität. Entscheidungen werden hier nicht abgenommen, sondern es wird individuell geforscht.
Die Aufarbeitung ist gelungen, das Format ist riesig. Auch das gelbe Cover weiß zu gefallen. Dazu gibt es ein schönes Vorwort. Super!
Fazit "Bianca" ist einer dieser Klassiker, mit dem sich jeder Comic-Anhänger beschäftigen muss.