Filme - Horror

Black Christmas (1974)

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Black Christmas (1974)
Black Christmas (1974)Filme - Horror | mit: Olivia HusseyBewertung:★★★★★ Bei dem Film „Black Christmas“ aus dem Jahr 1974 von Bob Clark handelt es sich um eine wahrhaftige Filmperle. Es ist historisch gesehen vielleicht nicht der erste Slasher-Streifen, doch einer, der im Nachhinein seinen Kultstatus in den Geschichtsbüchern sicher hat. Alleine daher, weil er der Wegbereiter für viele Genre-Produktionen war.

Selbstverständlich folgten Remakes. Im Jahr 2006 gab es einen gleichnamigen Nachfolger, der jedoch in der heutigen Zeit als durchschnittlich angesehen werden kann. Die jüngste Verfilmung von Sophia Takal stammt aus dem Jahr 2019 und hört ebenfalls auf den Namen „Black Christmas“. In den 70er Jahren hieß der Film in Deutschland „Jessy - Die Treppe in den Tod“. Im Dezember 1974 war der Originaltitel sogar „Silent Night, Evil Night“. Erst später einigte man sich anscheinend auf „Black Christmas“. Die TV Ausstrahlung setzte der Namensgestaltung aber noch einmal mit „Stranger in the House“ die Krone auf. Handlung Jessy (Olivia Hussey) und ihre Freundinnen bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Sie alle wohnen in einem Studentenwohnheim. Sie bekommen auf einmal obszöne Anrufe. Die Stimme am anderen Ende der Leitung kündigt die Tötung der Frauen an. Als eines der Mädchen spurlos verschwindet, unternimmt die Polizei zunächst nichts. Doch dann verschwinden weitere Frauen... Trailer BewertungEin jeder Filmsammler sollte diese Perle in seinem Regal stehen haben. Zumindest, wenn man auf Horror steht. „Capelight“ macht uns die Kaufentscheidung noch einfacher, da der Verlag passend zu Weihnachten ein schönes Mediabook herausgibt. Das „Capelight“ sein Handwerk versteht und qualitativ hochwertige Mediabooks auf den Markt bringt, ist hinlänglich bekannt. Das Artwork stimmt, der Text von Jenny Jecke ist nicht nur gut recherchiert, sondern gleichermaßen ansprechend geschrieben und die tollen Fotos runden das gute Stück gekonnt ab. Einzig der Buchrücken hat einen kleinen, aber unübersehbaren Schönheitsfleck - zumindest empfinde ich das so. Gemeint ist der weiße Farbfleck auf dem lediglich die Bestellnummer und ein DVD-Symbol zu sehen sind. Der Kontrast ist mir einfach zu krass.

Regisseur Bob Clark hat einige Standards gesetzt. Er zeigt unter anderem seinem Publikum die Kameraperspektive des Killers und die Ermordung zahlreicher jungen Frauen. Gerade letzteres Phänomen hat sich jahrelang gehalten und wurde von Komödien wie „Scary Movie“ aufgegriffen. Ich denke die anfängliche Szene mit „Lauf Schlampe, lauf“ sollte jedem noch im Gedächtnis geblieben sein. Natürlich findet die Schlachtnacht nicht am 12. April oder am 22. Juni statt, nein, es muss dann schon ein besonderer Tag sein, alleine wegen der Dramatik. Schön ist, dass es nicht Halloween ist, sondern ein christliches Fest, was natürlich für reichlich Zündstoff sorgt, wenn am Tag der Nächstenliebe ein blutrünstiger Killer sein Unwesen treibt. Und dann haben wir noch das Final Girl, also die Frau, die sich dem Bösewicht als letzte Überlebende entgegenstellt. Alleine um die Ursprünge der typischen Genrestandards zu sehen, lohnt sich ein Kauf.
Fazit „Black Christmas“ hat auf der Filmdatenbank eine Wertung von 7,2 von 10 möglichen Punkten und bei der Abstimmung haben über 29.000 Filmfans teilgenommen. Ich gehe alleine wegen der historischen Bedeutung noch einen Schritt weiter und verleihe die Geek Whisper Bestnote „Fünf Sterne“. Es ist ein Kniefall eines Kritikers vor einem Streifen, dessen Einflüsse bis heute bestand haben. Das Mediabook ist ein Pflichtkauf für jeden Slasher-Anhänger!
ZURÜCK INS ARCHIV