Game - Shooter
Borderlands Legendary Collection (Nintendo Switch) – Teil 1: Borderlands
Borderlands Legendary Collection (Nintendo Switch) – Teil 1: Borderlands Game - Shooter | mit: Entwickler: Gearbox, Publisher: 2K GamesBewertung:★★★★★ Ende Mai haben 2K Games gleich drei umfangreiche Sammlungen für die Nintendo Switch herausgebracht. Neben BioShock und X-Com 2 hat es auch Borderlands nun erstmals auf die Switch geschafft. In der Borderlands Legendary Collection sind Teil 1 und 2, sowie das so genannten „Pre-Sequel“ enthalten. Handlung Aus Metallschrott zusammengezimmerte postapokalyptische Außenposten und Siedlungen in einer brachen Wüstenlandschaft – das ist das Setting des ersten Teils der Borderlands-Reihe. Zum Start des Spiels besteht die Möglichkeit einen von vier Söldnerinnen und Söldnern zu wählen. Mit seinem Wunschcharakter macht man sich dann auf den Weg der KI-Stimme im eigenen Kopf folgend die marodierenden Banditenbanden zu attackieren. Ziel der Operation soll letzten Endes sein, einen sagenumwobenen Schatz zu finden. Doch erstmal geht es in die nächstgelegene Stadt in den Arid Badlands, die man ebenfalls von Banditen befreit und so den Dank des einzigen Bewohners Dr. Zed erntet. Von dort als erster von drei Hubwelten starte man diverse Haupt- und Nebenquests, um letztlich den ersten von drei Schlüsseln zum Schatz zu finden und in die nächsten Gebiete vorzudringen und am Ende tatsächlich das Gesuchte verlies zu öffnen. Doch offenbaren sich gegen Ende tiefergehende Zusammenhänge und Intrigen. Hätte man vielleicht doch besser mal die Stimme in seinem Kopf hinterfragt… Trailer BewertungDie oben beschriebene Story im ersten Borderlands hat im Großen und Ganzen vor allem ein Problem: Zwischen all den Nebenquests sticht sie in Bezug auf das Gameplay oder signifikante optisch-markante Punkte kaum heraus. Konzentriert man sich auf´s „Looten und Shooten“ klickt man schon mal die Erklärtexte einzelner Missionen unaufmerksam durch oder überhört, was einem gesammelte Audiologs zu erzählen haben. Meist habe ich wirklich nur durch Bosskämpfe oder längere „Dungeons“ bemerkt, dass ich wohl gerade eine Storymission abzuschließen versuche.
Die Story ist also – vor allem in den ersten Spielstunden – wenig spektakulär und wird vor allem eher beiläufig erzählt. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn der Fokus des Spiels liegt zweifellos auf dem Gameplay und dem oben genannten „Looten und Shooten“. Borderlands ist ein Loot-Shooter par excellence. In klassischer Ego-Ansicht ballert man sich durch Horden von Gegner, die nach ihrem Ableben sowohl Erfahrungpunkte, als auch Geld, Munition und Waffen fallenlassen. Darüber hinaus ist die Spielwelt gespickt von Truhen, Tresoren, Spinten und Kisten mit ebendiesem Inhalt. Diese sind immer mit einem grün leuchtenden Punkt markiert, sodass schon von Weiten zu erkennen ist: Dort gibt es was zu holen! Und diese Loot-Flut packt einen. Hat man erst einmal die verschiedenen Waffentypen, -stats und -Elementareffekte durchblickt, macht es unheimlich viel Spaß aus dem gefundenen die stärksten Wummen herauszusuchen und auszurüsten, während andere zum nächsten Automaten geschleppt und verkauft werden. Vom Geld kauft man mehr Munition oder neue Waffen und weiter geht´s zur nächsten Mission, wo man sich erneut das Inventar bis zum Rand voll haut und das Wettrüsten auf die nächste Stufe bringt.
Das ist alles in allem so stumpf, wie es klingt. Es macht aber einfach Spaß, vor allem, weil die unterschiedlichen Waffen in ihrer Aufsteigenden Stärke erst einmal gut spürbar sind. Gegner, die anfangs Probleme dargestellt haben, lassen sich mit der neusten Errungenschaft dann plötzlich spielerisch wegpusten. Lediglich, dass in neuen Gebieten häufig gleichaussehende Gegner auf höheren Leveln lauern, macht diese gute Spielerfahrung manchmal etwas kaputt, da dann doch wieder ganze Magazine auf Gegnern entleert werden müssen, von denen man eigentlich glaubte, dass sie jetzt schneller das zeitliche segnen müssten.
Auch die Gegnervielfalt lässt etwas zu wünschen übrig. Eine Hand voll verschiedener Banditen (schwer bewaffnete, auf dich zurennende Schlägertypen etc.), sowie hunde-artige Mutanten („Skags“) in verschiedenen Formen und Größen, sind lange Zeit das einzige, was man vor die Flinte bekommt. Später wird´s dann etwas abwechslungsreicher und vor allem Bossdesigns repräsentieren den durchgeknallten Mad-Max-Look des Spiels besonders gut. Zart beseitet sollte man aber lieber nicht sein, denn trotz des „comichaften“ Styles geht es ziemlich brutal zur Sache.
Neben dem Shooter-Gameplay gibt es eine weitere, nicht außer Acht zu lassende Spielmechanik, die meiner Meinung nach ganz schön in die Hose gegangen ist, und auch für die Neuauflage der Switch-Version oder bereits in der dafür zu Grunde gelegten, generalüberholten Game-of-the-Year-Edition, nicht überarbeitet wurde, ich die Steuerung von Fahrzeugen. Eigentlich würden stark gepanzerte Raketenfahrzeuge, mit denen sich weite Strecken leichter und von Gegnern kaum gestört überwinden lassen, doch in einem solchen Spiel echt gut machen. Jedoch ist das Manövrieren dieser Ödlandautos eine Katastrophe. In der Switch-Version ist der linke Stick lediglich Antrieb und zum Einschlagen einer Richtung muss mit dem rechten Stick die Kamera bewegt werden. Gerade in engen Kurven ist das problematisch, da die Kamera dann auch mal komplett um das Fahrzeug herumschwingt und urplötzlich vollständig die Richtung gewechselt würde, wenn denn das Fahrzeug überhaupt in der Lage wäre so weit einzulenken. Stattdessen passiert immer wieder irgendetwas dazwischen: Die Kamera dreht sich, das Fahrzeug aber irgendwie nicht und zack, bleibt man mit seinem tonnenschweren Panzerwagen am nächsten 20-cm-hohen Aluminiumzaun hängen.
An dieser Stelle sieht man dann auch, wie betagt der erste Borderlands-Teil gegenüber seinen Nachfolgern dann doch ist. Es gibt beispielsweise wenig zerstörbare Umgebung. Grafisch macht das Spiel aufgrund des gut alternden Cell-Shading-Looks aber auch auf der Switch in der aufpolierten Game-of-the-Year-Variante eine gute Figur. Überhaupt kann man an der Portierung auf Nintendos Hybridkonsole wirklich keinen Mangel feststellen, außer eben denen, die das Spiel an sich mitbringt. Ich konnte beim Spielen keine Einbrüche der Bildrate feststellen, das „Gunplay“ fühlt sich wuchtig und variabel an und auch im Handheld-Modus sieht das Spiel noch ziemlich schick aus. Super implementiert ist auch das Gyroaiming mittels Bewegungserkennung der Nintendo-Switch-Controller, egal ob mittels Joy-Con oder Pro-Controller.
Fazit Borderlands ist der etwas weniger spektakuläre Einstieg in eine Reihe von Spielen, die vor allem aufgrund ihrer beinahe süchtig-machend umgesetzten Loot-Shooter-Spielmechanik einen großen Spaß bereiten. Die Umsetzung für die Nintendo Switch ist sehr gut gelungen und das Spiel spielt sich gleichwertig verglichen mit anderen Plattformen. Story-, Gegner- und Missionsvielfalt lassen beim ersten Teil etwas zu wünschen übrig. Mal sehen, was da der zweite Teil bereit hält, den ich für Part 2 der Borderlands-Legendary-Collection-Review ebenfalls mein erstes Mal spielen werde. Man munkelt aber, dass da einiges verbessert wurde.
Die Switch-Fassung lässt sich übrigens als Teil der Legendary-Collection mit Teil 2 und dem Pre-Sequel oder separat im E-Shop erwerben. In beiden Fällen sind auch sämtliche DLCs enthalten, die an die Hauptstory anschließen. Es gibt auch eine „physische“ Version der Collection, die aber nur den ersten Teil auf der Cartridge und die zwei weiteren Spiele als Download-Code enthält. Das ist so gar nicht nach meinem Geschmack. Wenn wenigstens alle Spiele teilweise auf der Cartridge wären und zusätzliche Downloads voraussetzten, dann wäre die gesamte Collection physisch auch mit Freunden und Familie teilbar. So hat man dann eben tatsächlich doch nur eines von drei Spielen physisch.
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Die Story ist also – vor allem in den ersten Spielstunden – wenig spektakulär und wird vor allem eher beiläufig erzählt. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn der Fokus des Spiels liegt zweifellos auf dem Gameplay und dem oben genannten „Looten und Shooten“. Borderlands ist ein Loot-Shooter par excellence. In klassischer Ego-Ansicht ballert man sich durch Horden von Gegner, die nach ihrem Ableben sowohl Erfahrungpunkte, als auch Geld, Munition und Waffen fallenlassen. Darüber hinaus ist die Spielwelt gespickt von Truhen, Tresoren, Spinten und Kisten mit ebendiesem Inhalt. Diese sind immer mit einem grün leuchtenden Punkt markiert, sodass schon von Weiten zu erkennen ist: Dort gibt es was zu holen! Und diese Loot-Flut packt einen. Hat man erst einmal die verschiedenen Waffentypen, -stats und -Elementareffekte durchblickt, macht es unheimlich viel Spaß aus dem gefundenen die stärksten Wummen herauszusuchen und auszurüsten, während andere zum nächsten Automaten geschleppt und verkauft werden. Vom Geld kauft man mehr Munition oder neue Waffen und weiter geht´s zur nächsten Mission, wo man sich erneut das Inventar bis zum Rand voll haut und das Wettrüsten auf die nächste Stufe bringt.
Das ist alles in allem so stumpf, wie es klingt. Es macht aber einfach Spaß, vor allem, weil die unterschiedlichen Waffen in ihrer Aufsteigenden Stärke erst einmal gut spürbar sind. Gegner, die anfangs Probleme dargestellt haben, lassen sich mit der neusten Errungenschaft dann plötzlich spielerisch wegpusten. Lediglich, dass in neuen Gebieten häufig gleichaussehende Gegner auf höheren Leveln lauern, macht diese gute Spielerfahrung manchmal etwas kaputt, da dann doch wieder ganze Magazine auf Gegnern entleert werden müssen, von denen man eigentlich glaubte, dass sie jetzt schneller das zeitliche segnen müssten.
Auch die Gegnervielfalt lässt etwas zu wünschen übrig. Eine Hand voll verschiedener Banditen (schwer bewaffnete, auf dich zurennende Schlägertypen etc.), sowie hunde-artige Mutanten („Skags“) in verschiedenen Formen und Größen, sind lange Zeit das einzige, was man vor die Flinte bekommt. Später wird´s dann etwas abwechslungsreicher und vor allem Bossdesigns repräsentieren den durchgeknallten Mad-Max-Look des Spiels besonders gut. Zart beseitet sollte man aber lieber nicht sein, denn trotz des „comichaften“ Styles geht es ziemlich brutal zur Sache.
Neben dem Shooter-Gameplay gibt es eine weitere, nicht außer Acht zu lassende Spielmechanik, die meiner Meinung nach ganz schön in die Hose gegangen ist, und auch für die Neuauflage der Switch-Version oder bereits in der dafür zu Grunde gelegten, generalüberholten Game-of-the-Year-Edition, nicht überarbeitet wurde, ich die Steuerung von Fahrzeugen. Eigentlich würden stark gepanzerte Raketenfahrzeuge, mit denen sich weite Strecken leichter und von Gegnern kaum gestört überwinden lassen, doch in einem solchen Spiel echt gut machen. Jedoch ist das Manövrieren dieser Ödlandautos eine Katastrophe. In der Switch-Version ist der linke Stick lediglich Antrieb und zum Einschlagen einer Richtung muss mit dem rechten Stick die Kamera bewegt werden. Gerade in engen Kurven ist das problematisch, da die Kamera dann auch mal komplett um das Fahrzeug herumschwingt und urplötzlich vollständig die Richtung gewechselt würde, wenn denn das Fahrzeug überhaupt in der Lage wäre so weit einzulenken. Stattdessen passiert immer wieder irgendetwas dazwischen: Die Kamera dreht sich, das Fahrzeug aber irgendwie nicht und zack, bleibt man mit seinem tonnenschweren Panzerwagen am nächsten 20-cm-hohen Aluminiumzaun hängen.
An dieser Stelle sieht man dann auch, wie betagt der erste Borderlands-Teil gegenüber seinen Nachfolgern dann doch ist. Es gibt beispielsweise wenig zerstörbare Umgebung. Grafisch macht das Spiel aufgrund des gut alternden Cell-Shading-Looks aber auch auf der Switch in der aufpolierten Game-of-the-Year-Variante eine gute Figur. Überhaupt kann man an der Portierung auf Nintendos Hybridkonsole wirklich keinen Mangel feststellen, außer eben denen, die das Spiel an sich mitbringt. Ich konnte beim Spielen keine Einbrüche der Bildrate feststellen, das „Gunplay“ fühlt sich wuchtig und variabel an und auch im Handheld-Modus sieht das Spiel noch ziemlich schick aus. Super implementiert ist auch das Gyroaiming mittels Bewegungserkennung der Nintendo-Switch-Controller, egal ob mittels Joy-Con oder Pro-Controller.
Fazit Borderlands ist der etwas weniger spektakuläre Einstieg in eine Reihe von Spielen, die vor allem aufgrund ihrer beinahe süchtig-machend umgesetzten Loot-Shooter-Spielmechanik einen großen Spaß bereiten. Die Umsetzung für die Nintendo Switch ist sehr gut gelungen und das Spiel spielt sich gleichwertig verglichen mit anderen Plattformen. Story-, Gegner- und Missionsvielfalt lassen beim ersten Teil etwas zu wünschen übrig. Mal sehen, was da der zweite Teil bereit hält, den ich für Part 2 der Borderlands-Legendary-Collection-Review ebenfalls mein erstes Mal spielen werde. Man munkelt aber, dass da einiges verbessert wurde.
Die Switch-Fassung lässt sich übrigens als Teil der Legendary-Collection mit Teil 2 und dem Pre-Sequel oder separat im E-Shop erwerben. In beiden Fällen sind auch sämtliche DLCs enthalten, die an die Hauptstory anschließen. Es gibt auch eine „physische“ Version der Collection, die aber nur den ersten Teil auf der Cartridge und die zwei weiteren Spiele als Download-Code enthält. Das ist so gar nicht nach meinem Geschmack. Wenn wenigstens alle Spiele teilweise auf der Cartridge wären und zusätzliche Downloads voraussetzten, dann wäre die gesamte Collection physisch auch mit Freunden und Familie teilbar. So hat man dann eben tatsächlich doch nur eines von drei Spielen physisch.