Filme - Drama
Burning
BurningFilme - Drama | mit: Regisseur: Lee Chang-dong; Darsteller: Yoo Ah-in, Steven YeunBewertung:★★★★★ Haruki Murakami ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren. Die Verfilmungen seiner Stoffe haben mich aber bis jetzt nicht so ganz begeistern können. Trotzdem warte ich immer gespannt auf neue Filme, die auf seine Geschichten basieren. So war das auch mit Burning, der auf Murakamis Kurzgeschichte Scheunenabbrennen basiert. Handlung Jong-soo träumt davon Schriftsteller zu sein, muss sich aber mit Aushilfsjobs über Wasser halten. Kurz bevor er wieder in das Haus seines Vaters einzieht und sich um seinen Milchbauernhof kümmert – sein Vater sitzt wegen Körperverletzung im Gefängnis – trifft er seine ehemalige Schulkameradin Hae-mi zufällig auf der Straße. Die beiden freunden sich wieder an und verbringen sogar eine gemeinsame Nacht, bevor Hae-mi für eine Weile nach Afrika verschwindet. Jong-soo ist also freudig erregt, als Hae-mi ihn anruft und fragt, ob er sie vom Flughafen abholen könne. Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer, denn am Flughafen stellt Hae-mi ihm Ben vor, den sie auf ihrem Trip kennengelernt hat. Er sieht gut aus, ist reich und hat auch noch jede Menge Selbstbewusstsein. Dennoch schließt sich Jong-soo sich immer wieder Unternehmungen von Hae-mi und Ben an, bis dieser eines Tages von seinem unorthodoxen Hobby erzählt: Ben steckt Gewächshäuser gerne in Brand. Trailer BewertungZehn Seiten lang ist die Kurzgeschichte von Murakami, der darauf basierende Film Burning hat eine Laufzeit von über zwei Stunden. Meiner Meinung nach ist die krasse Überlänge aber sehr gerechtfertigt. Regisseur Lee Chang-dong hat zwar viel am Erzählrahmen von Scheunenabbrennen verändert, den Kern der Geschichte aber gut beibehalten. Die sehr langen Einstellungen und wenigen Dialogen haben hervorragend die Einsamkeit eingefangen, die die meisten Protagonisten von Murakami einhüllt. Und wenn einmal geredet wird, sind die Dialoge voller Metaphern und nicht ausgesprochenen Worten. Auch das ist eines der Markenzeichen von Murakamis Erzählungen.
Der Soundtrack hat den sehr melancholischen, in sich gekehrten Filmstil gut unterstützt. Die Musik ist sehr leise und bleibt im Hintergrund. Zusammen mit der träumerischen Kamera verschwimmt alles zu einer Einheit und man kann sich gut in die Gefühlswelt vom Protagonisten hineinversetzen.
Dieser wird überzeugend von Yoo Ah-in gespielt. Generell sind die Schauspieler von Burning allesamt sehr, sehr gut. Yoo Ah-in als einsamen, introvertierten jungen Mann, der langsam aufblüht, nur um dann immer tiefer in seine Einsamkeit zu versinken; Jeon Jong-seo als mysteriöse, lebensfrohe junge Frau, der man aber trotzdem eine tiefgehende Traurigkeit ansehen kann; und Steven Yeun als undurchdringlichen reichen Typ, der mit großer Sicherheit ein Soziopath ist, aber ist er wirklich ein Brandstifter oder gar ein Mörder?
Leider hat der Film mich ab ungefähr dem letzten Drittel etwas verloren. Obwohl die Inszenierung on point war und die Kameraarbeit und Musik die Spannung echt gut aufgebaut haben, bin ich erzählerisch etwas stecken geblieben. Wie, wo, was warum passiert ist mir nicht klargeworden. Das ist zwar auch ein Markenzeichen von Murakamis Romanen und Kurzgeschichten, aber dort bleiben lediglich viele Fragen offen. Bei Burning habe ich mich zum Ende hin gar keine Fragen mehr gestellt, sondern alles über mich prasseln lassen.
Fazit Burning ist, was Schauspieler, Kameraarbeit und Soundtrack angeht, ein echt guter und gut gemachter Film. Leider hat die Handlung, vor allem ab dem letzten Drittel, mich echt etwas ratlos zurückgelassen. Nach über zwei Stunden Film hat mich das dann doch etwas enttäuscht.
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Der Soundtrack hat den sehr melancholischen, in sich gekehrten Filmstil gut unterstützt. Die Musik ist sehr leise und bleibt im Hintergrund. Zusammen mit der träumerischen Kamera verschwimmt alles zu einer Einheit und man kann sich gut in die Gefühlswelt vom Protagonisten hineinversetzen.
Dieser wird überzeugend von Yoo Ah-in gespielt. Generell sind die Schauspieler von Burning allesamt sehr, sehr gut. Yoo Ah-in als einsamen, introvertierten jungen Mann, der langsam aufblüht, nur um dann immer tiefer in seine Einsamkeit zu versinken; Jeon Jong-seo als mysteriöse, lebensfrohe junge Frau, der man aber trotzdem eine tiefgehende Traurigkeit ansehen kann; und Steven Yeun als undurchdringlichen reichen Typ, der mit großer Sicherheit ein Soziopath ist, aber ist er wirklich ein Brandstifter oder gar ein Mörder?
Leider hat der Film mich ab ungefähr dem letzten Drittel etwas verloren. Obwohl die Inszenierung on point war und die Kameraarbeit und Musik die Spannung echt gut aufgebaut haben, bin ich erzählerisch etwas stecken geblieben. Wie, wo, was warum passiert ist mir nicht klargeworden. Das ist zwar auch ein Markenzeichen von Murakamis Romanen und Kurzgeschichten, aber dort bleiben lediglich viele Fragen offen. Bei Burning habe ich mich zum Ende hin gar keine Fragen mehr gestellt, sondern alles über mich prasseln lassen.
Fazit Burning ist, was Schauspieler, Kameraarbeit und Soundtrack angeht, ein echt guter und gut gemachter Film. Leider hat die Handlung, vor allem ab dem letzten Drittel, mich echt etwas ratlos zurückgelassen. Nach über zwei Stunden Film hat mich das dann doch etwas enttäuscht.