Comic - Marvel

Captain Marvel: Die ganze Geschichte

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Captain Marvel: Die ganze Geschichte
Captain Marvel: Die ganze GeschichteComic - Marvel | mit: Autorin: Margaret Stohl; Zeichner: Carlos PachecoBewertung:★★★★★ (Fast) pünktlich zu ihrem Leinwanddebüt bekommt Captain Marvel einen neuen Anstrich verpasst. Denn Margaret Stohl und Carlos Pacheco stellen die Welt von Carol Denvers auf den Kopf! Der neueste Comic um Marvels stärkste Heldin soll für neue Leser ein guter Einstieg sein und dennoch Comic- und Carol-Denvers-Kenner gleichzeitig abholen. Ob das funktioniert? Handlung Captain Marvel macht eine Pause, denn ihre Familiengeschichte macht ihr sehr zu schaffen. Und diese Last schwappt langsam aber sicher aus ihrem Privat- in ihr Superheldenleben über. Um wieder Vollgas geben zu können, muss sie sich ihren Dämonen stellen. Deswegen reist sie in ihre verschlafene Heimatstadt an der Küste Mains. Doch was ihr helfen sollte, macht alles nur noch schlimmer. Denn eine Bedrohung aus dem All deckt ein Familiengeheimnis auf, das Carols Leben auf den Kopf stellt.BewertungIn „Captain Marvel – Die ganze Geschichte“ wollen Autorin Margaret Stohl und Zeichner Carlos Pacheco die bekannte Figur neu erschaffen. Und dies gelingt ihnen bis zu einem gewissen Punkt. Obwohl „neu erschaffen“ vielleicht ein bisschen übertrieben ist. Denn der Comic zeigt keine vollkommen neue Geschichte. Carol ist immer noch ehemalige Armee- und NASA-Offizierin und auch ihre Vorgeschichte mit Mar-Vell und den Kree bleibt weitestgehend bestehen. Trotzdem schaffen es die Macher, ihr etwas Neues einzuverleiben. Bis dahin ist das eigentlich eine ganz nette Idee. Meiner Meinung nach hat es aber bei der Umsetzung doch hin und wieder gehapert. Denn die Geschichte hat immer wieder falsche Fährten gelegt, die aber dann nicht allzu logisch aufgeklärt wurden. Weiter darauf einzugehen wäre zu gefährlich wegen der krassen Spoiler.
Was auch ein bisschen zu dürftig erklärt wurde war der Grund, warum Carol sich auf einmal mit ihrer Familie auseinandersetzen muss. Genau an Vatertag kämpft sie gegen das Böse und auf einmal fängt sie an, Panikattacken zu bekommen und geht unkontrolliert auf ihre Gegnerin zu. Warum aber genau jetzt ihre schwierige Beziehung zu ihrem Vater – der ist schon vor einer Weile gestorben – ihr so zu schaffen macht, dass sie ihre Verpflichtungen den Avengers gegenüber fallen lässt, wird nicht weiter erläutert.
Trotz dieser meiner Meinung nach sehr ärgerlichen Logiklücken, habe ich die Geschichte gerne gelesen. Das liegt zum einen an den großartigen Charakteren. Denn obwohl ich den Grund für die Panikattacken nicht recht verstanden habe, wird die Figur von Carol sehr schön dargelegt. In Rückblenden werden ihre Kindheit und das schwierige Familienleben dargestellt. Auch die anderen Familienmitglieder – sogar der verstorbene Vater – bekommen genug Raum. So bekommt man ein vielseitiges Bild dieser Familie, obwohl das Drama – wie oben erwähnt – sehr konstruiert wirkt.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die Zeichnungen von Carlos Pacheco. Diese sind sehr detailliert und klar strukturiert, was den Lesefluss sehr fördert. Was aber besonders schön ist, ist dass er die Balance zwischen Action und ruhigeren Momenten gut halten kann. Denn nicht nur die Kampfszenen sind unterhaltsam und spannend, sondern auch die Dialoge zwischen den Figuren sind gut dargestellt.
Fazit Obwohl ich das Familiendrama sehr konstruiert finde und den Grund, warum Carol sich in dem Moment mit ihrer Familie auseinandersetzen muss, bin ich froh, dass ich „Captain Marvel – Die ganze Geschichte“ gelesen habe. Denn die Figuren sind sehr schön charakterisiert und vor allem die Zeichnungen von Carlos Pacheco haben mich überzeugt. Aber obwohl im Einband steht, dass dieser Comic auch für Neuleser geeignet ist, muss man sich doch schon etwas in der Mythologie von Captain Marvel auskennen. Denn Captain Marvel – Die ganze Geschichte“ ist kein Reboot, sondern fügt der schon existierenden Geschichte der Figur eine weitere Schicht hinzu.
ZURÜCK INS ARCHIV