Comic - Geschichte
CASH - I see a darkness
Reinhard Kleists „CASH – I See a Darkness“ gehört inzwischen zu den bekanntesten Musik-Biografien im Comicbereich. Ursprünglich erschien die Graphic Novel bereits 2006. Zum 20. Todestag von Johnny Cash veröffentlichte Carlsen 2023 eine überarbeitete Hardcover-Ausgabe im größeren Format. Für alle, die das Werk bislang verpasst haben, ist das eine gute Gelegenheit, diese außergewöhnliche Biografie kennenzulernen.
HANDLUNG
Fesselnd und in eindringlichen Bildern schildert der renommierte Comic-Autor Reinhard Kleist in seiner Graphic Novel das bewegte Leben des "Man In Black": von seinen frühen Sessions mit Elvis über das Konzert im Folsom Prison, das Cash Ende der 1960er-Jahre zur berühmtesten Stimme Amerikas macht, bis hin zu seinem spektakulären Comeback an der Seite des Produzenten Rick Rubin.
KRITIK
Reinhard Kleist hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit Comic-Biografien gemacht. Egal ob Johnny Cash, Fidel Castro oder Emile Griffith – seine Bücher erzählen nicht einfach Lebensläufe nach, sondern versuchen die Menschen hinter den bekannten Namen zu zeigen. Genau das gelingt ihm auch bei „CASH – I See a Darkness“ sehr gut.
Die Geschichte folgt zwar chronologisch den wichtigsten Stationen von Johnny Cashs Leben, fühlt sich aber nie wie eine trockene Biografie an. Kleist konzentriert sich immer wieder auf prägende Momente und verbindet sie zu einer Erzählung, die auch Leser anspricht, die sich bisher kaum mit Cash beschäftigt haben. Natürlich kommen berühmte Ereignisse wie das Konzert im Folsom Prison oder die Zusammenarbeit mit Rick Rubin vor, gleichzeitig nimmt sich der Comic aber auch Zeit für die schwierigeren Kapitel seines Lebens.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Johnny Cash nicht als unfehlbare Legende dargestellt wird. Seine Erfolge gehören genauso zur Geschichte wie seine Rückschläge, seine Drogensucht oder seine Zweifel. Dadurch wirkt die Figur greifbar und glaubwürdig. Gerade diese Mischung macht die Graphic Novel für mich deutlich interessanter als eine reine Aneinanderreihung historischer Ereignisse.
Auch zeichnerisch passt der Comic hervorragend zum Thema. Reinhard Kleists Schwarzweißstil ist inzwischen unverwechselbar. Mit wenigen Strichen schafft er starke Stimmungen und fängt die Atmosphäre der verschiedenen Lebensabschnitte überzeugend ein. Besonders bei den Konzertszenen merkt man, wie viel Dynamik seine Zeichnungen entwickeln können.
Wer den Film „Walk the Line“ kennt, wird einige bekannte Stationen aus Cashs Leben wiedererkennen. Trotzdem fühlt sich der Comic nicht wie eine Kopie des Films an. Kleist setzt andere Schwerpunkte und nutzt das Medium Comic, um Johnny Cashs Geschichte auf seine eigene Weise zu erzählen.
FAZIT
„CASH – I See a Darkness“ ist auch fast zwanzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung eine lesenswerte Comic-Biografie.
Copyright: Carlsen
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HANDLUNG
Fesselnd und in eindringlichen Bildern schildert der renommierte Comic-Autor Reinhard Kleist in seiner Graphic Novel das bewegte Leben des "Man In Black": von seinen frühen Sessions mit Elvis über das Konzert im Folsom Prison, das Cash Ende der 1960er-Jahre zur berühmtesten Stimme Amerikas macht, bis hin zu seinem spektakulären Comeback an der Seite des Produzenten Rick Rubin.
KRITIK
Reinhard Kleist hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit Comic-Biografien gemacht. Egal ob Johnny Cash, Fidel Castro oder Emile Griffith – seine Bücher erzählen nicht einfach Lebensläufe nach, sondern versuchen die Menschen hinter den bekannten Namen zu zeigen. Genau das gelingt ihm auch bei „CASH – I See a Darkness“ sehr gut.
Die Geschichte folgt zwar chronologisch den wichtigsten Stationen von Johnny Cashs Leben, fühlt sich aber nie wie eine trockene Biografie an. Kleist konzentriert sich immer wieder auf prägende Momente und verbindet sie zu einer Erzählung, die auch Leser anspricht, die sich bisher kaum mit Cash beschäftigt haben. Natürlich kommen berühmte Ereignisse wie das Konzert im Folsom Prison oder die Zusammenarbeit mit Rick Rubin vor, gleichzeitig nimmt sich der Comic aber auch Zeit für die schwierigeren Kapitel seines Lebens.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Johnny Cash nicht als unfehlbare Legende dargestellt wird. Seine Erfolge gehören genauso zur Geschichte wie seine Rückschläge, seine Drogensucht oder seine Zweifel. Dadurch wirkt die Figur greifbar und glaubwürdig. Gerade diese Mischung macht die Graphic Novel für mich deutlich interessanter als eine reine Aneinanderreihung historischer Ereignisse.
Auch zeichnerisch passt der Comic hervorragend zum Thema. Reinhard Kleists Schwarzweißstil ist inzwischen unverwechselbar. Mit wenigen Strichen schafft er starke Stimmungen und fängt die Atmosphäre der verschiedenen Lebensabschnitte überzeugend ein. Besonders bei den Konzertszenen merkt man, wie viel Dynamik seine Zeichnungen entwickeln können.
Wer den Film „Walk the Line“ kennt, wird einige bekannte Stationen aus Cashs Leben wiedererkennen. Trotzdem fühlt sich der Comic nicht wie eine Kopie des Films an. Kleist setzt andere Schwerpunkte und nutzt das Medium Comic, um Johnny Cashs Geschichte auf seine eigene Weise zu erzählen.
FAZIT
„CASH – I See a Darkness“ ist auch fast zwanzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung eine lesenswerte Comic-Biografie.
Copyright: Carlsen