Buch - Liebesgeschichte

Cash (Lucky River Ranch 1)

Veröffentlicht am 15.09.2026
4/5
Cash (Lucky River Ranch 1)
Cash (Lucky River Ranch 1)



Ein Jahr auf einer Ranch in Texas leben und danach ein ordentliches Erbe kassieren? Klingt erst einmal nach einem ziemlich guten Deal. Für Mollie sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Mit ihrem verstorbenen Vater hatte sie schon lange keinen richtigen Kontakt mehr, ihr eigenes Leben spielt sich in Dallas ab und eigentlich möchte sie mit der Lucky River Ranch möglichst wenig zu tun haben. Blöd nur, dass sie das Geld dringend für ihre Firma braucht. Und dann wäre da noch Cash Rivers, der Vorarbeiter der Ranch, der Mollie am liebsten direkt wieder nach Hause schicken würde. Damit ist eigentlich alles angerichtet für jede Menge Streit, Cowboys und natürlich eine Romanze.

HANDLUNG

Cash Rivers ist das Letzte, was Mollie braucht. Und das Erste, woran sie denkt.
Mollie liebt ihr Leben in der Großstadt. Doch als ihr Vater, von dem sie sich schon lange entfremdet hat, plötzlich stirbt, zwingt sein Testament sie zurück in ihre alte Heimat. Um ihr Erbe antreten zu können, muss sie ein Jahr lang auf der Ranch ihres Vaters leben. Erst dann kann Mollie verkaufen und mit dem dringend benötigten Geld ihre Firma retten. Einziges Hindernis: Cash, der mürrische Vorarbeiter, der sie loswerden will – und mit jedem Streit ihr Herz zum Rasen bringt. Und was wie unüberbrückbare Gegensätze scheint, wird zu unwiderstehlicher Anziehung. Doch was, wenn das Jahr zu Ende geht?

KRITIK

„Cash“ macht von Anfang an kein Geheimnis daraus, was für eine Geschichte uns erwartet. „Cowboy Romance, Grumpy x Sunshine, Enemies to Lovers und Found Family“ – Carlsen nennt die Tropes sogar ganz offen. Große Überraschungen sollte man beim grundsätzlichen Verlauf der Liebesgeschichte deshalb nicht erwarten. Das muss aber auch nichts Schlechtes sein, solange die Figuren und das Drumherum funktionieren.

Und genau das hat bei mir vor allem auf der Lucky River Ranch geklappt. Mollie trifft dort nicht einfach nur auf Cash, sondern auf eine ganze Gemeinschaft. Gerade die Nebenfiguren sorgen dafür, dass sich nicht alles ausschließlich um die beiden Hauptfiguren dreht. Dieses Found-Family-Gefühl gehört für mich deshalb klar zu den Stärken des Buches.

Schön fand ich außerdem, dass die Ranch nicht nur als Kulisse für die Liebesgeschichte herhalten muss. Mollie bekommt etwas vom Alltag und der Arbeit dort mit und gleichzeitig spielt auch ihr bisheriges Leben weiterhin eine Rolle. Sie hat ihre eigene Firma und arbeitet an einer neuen Stiefelkollektion. Dadurch dreht sich ihr Leben nicht plötzlich nur noch um den attraktiven Cowboy vor ihrer Nase.

Interessant ist auch Mollies Verhältnis zu ihrem verstorbenen Vater. Sie hatte jahrelang kaum Kontakt zu ihm, während Cash ihn ganz anders kennengelernt hat. Auf der Ranch wird Mollie deshalb immer wieder mit einer Seite ihres Vaters konfrontiert, die ihr fremd ist. Diesen Teil der Geschichte mochte ich und hätte davon sogar gerne etwas mehr gelesen.

Cash und Mollie selbst funktionieren vor allem durch ihre Wortgefechte. Cash ist grummelig, Mollie hält dagegen und gerade am Anfang macht dieses Hin und Her Spaß. Ganz so überzeugt bin ich allerdings vom beworbenen Enemies-to-Lovers- beziehungsweise Slow-Burn-Aspekt nicht. Die Anziehung zwischen den beiden ist ziemlich früh offensichtlich. Mir ging der Wechsel von „Ich kann dich nicht leiden“ zu „Ich finde dich verdammt attraktiv“ deshalb stellenweise etwas zu schnell.

Und dann wäre da natürlich noch der Spice. Carlsen gibt zwei von fünf Chilis an, weshalb ich zunächst mit einer eher zurückhaltenden Dosierung gerechnet hatte. Später werden die entsprechenden Szenen allerdings deutlich ausführlicher. Das ist am Ende Geschmackssache. Mir war es stellenweise etwas zu viel, weil ich die Geschichte rund um Mollie, ihren Vater und das Leben auf der Ranch tatsächlich interessanter fand.

Überhaupt ist „Cash“ dann am stärksten, wenn neben der Romanze noch etwas anderes passiert. Die Ranchgemeinschaft, Mollies Firma und ihre Vergangenheit geben der Geschichte genug Abwechslung. Bei einigen Konflikten hätte Jessica Peterson für meinen Geschmack dagegen ruhig noch etwas länger bleiben können, statt sie relativ schnell abzuhaken.

Trotzdem hatte ich mit „Cash“ meinen Spaß. Das Buch weiß ziemlich genau, was es sein möchte, und versucht gar nicht erst, seine bekannten Romance-Tropes neu zu erfinden. Wer Cowboys, Small-Town-Feeling, Found Family und etwas Spice mag, bekommt genau diese Mischung.

FAZIT

„Cash“ hat mich nicht mit seiner Liebesgeschichte allein überzeugt, sondern vor allem mit allem, was rundherum passiert. Die Lucky River Ranch, ihre Bewohner und Mollies schwierige Beziehung zu ihrem verstorbenen Vater haben mir besonders gefallen.


Copyright: Carlsen
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