Comic - Geschichte

Castro

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Castro
CastroComic - Geschichte | mit: Reinhard KleistBewertung:★★★★★ Reinhard Kleist, ein jeder kennt ihn, ein jeder hat seine Comics gelesen. Eigentlich bedarf ein Comic, welches aus seiner Feder stammt, schon gar keine Review mehr, da die Leserschaft doch schon bestimmt einen Blick "reingeworfen" hat. Aber es soll sie ja noch geben, diejenigen die noch keine Jünger sind. An dieser Stelle ein paar Empfehlungen von mir: "Nick Cave", "Der Boxer" oder "Der Traum von Olympia". Aber da gibt es noch weitere Dinge zu beachten. Zurück zu "Castro", dass uns den entscheidenen Lebensweg von Fidel Castro aufzeigt. Handlung In dieser Graphic Novel beschäftigt sich Reinhard Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem "Maximo Lider" der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mit kraftvollem, vitalem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie "Castro" dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft.BewertungEs sind die Details, die neben der großen Story für Aufsehen sorgen. Es ist die Revolution, die sogar sehr sympathisch daher kommt. Mit Charme und Witz überzeugt Castro seine Anhänger und sorgt mit seinen Ideen und seinem Durchsetzungwillen für den Erfolg im Bürgerkrieg gegen den verhassten Feind. Dass im Nachgang sein System auch politische Morde begannen hat, dass er seine Feinde ohne Gerichtsverhandlung eingesperrt und hingerichtet hat, ist nicht nur schlimm, es macht die Idee vom menschlichen Saat kaputt. Er tritt mit diesen Entscheidungen sein eigenes Lebenswerk mit Füßen. Die Ideale sind gut, doch die Verstrickungen hin zum Mord an Homosexuellen oder HIV-Infizierten ist einfach nur abscheulich.

Reinhard Kleist geht aber zum Großteil nicht auf diese "Begleitumstände" ein, sondern konzentriert sich auf die Epoche, in der wir Castro noch die Daumen drücken konnten. Indem er löbliche Ideale - der Weg weg von der Macht des Geldes - vertrat. Er hat auch erfolgreich die US-Invasion in der Schweinebucht abgewehrt, die genauso zwiespältig war, wie die Attacken der CIA auf Kuba. Dazu zählten viele Bombenanschläge. Es ist ein Kapitel, dass sehr stark völkerrechtswidig ist, doch die Geschichten haben halt die USA und Castro selbst geschrieben, sodass es bis heute zu keiner nennenswerten Aufklärung gekommen ist und das ständige Misstrauen bis heute anhält.

Die großen Verstrickungen zwischen den USA und Kuba werden von Kleist immer wieder aufgezeigt. Es tauchen immer wieder handelnden Personen auf und wenn man sich mal ein wenig weiter in die Materie einliest, dann erkennt man die geschichtliche Entwicklung. Als Stichpunkte sollen hier nur zwei Dinge aufgezählt werden: John F. Kennedy und Watergate. Aber an dieser Stelle würde es einfach zu weit gehen. Denn "Castro" ist zum Großteil ein Comic über eine legitime Revolution gegen ein korruptes System, die sich aber letztendlich selbst verraten hat.
Fazit "Castro" ist eine Pflichtlektüre.
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