Game - Strategie

Civilization - Ein neues Zeitalter

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Civilization - Ein neues Zeitalter
Civilization - Ein neues ZeitalterGame - Strategie | mit: James Kniffen (Autor)Bewertung:★★★★★ Vom PC-Game hin zum Brettspiel. Ein Weg, der nicht gerade ungewöhnlich ist, denn analoge und digitale Unterhaltung geben sich schon seit Jahren die Hand. Ein lukratives Geschäft, welches aber immer wieder mit schwarzen Schafen unterwandert wird, sprich der jeweilige Abklatsch kann mit seinem Vorgänger nicht mithalten. „Civilization - Ein neues Zeitalter“ ist keins von dieser Sorte, es handelt sich also um ein weißes Schaf unter den Aufbauspielen. Es macht Spaß, hat aber seine (kleinen) Schwachpunkte. „Neues Zeitalter“ bedeutet im Übrigen, dass es ein neues Spiel ist und keine Erweiterung zu „Civilization: Das Brettspiel“ darstellt. Handlung Im Laufe der Zeit verändert sich die politische Karte der Welt. Nationen kommen und gehen. Viele Hochkulturen sind heutzutage nur noch Randnotizen im Geschichtsunterricht und deren Artefakte dienen nur noch als Touristenziele. Jedes dieser Völker hat einen Anführer, der das Ziel hat, etwas großes zu erschaffen. In „Civilization - Ein neues Zeitalter“ kann man diesen Herrschern nacheifern und eine Nation erschaffen, die die Zeit überstehen kann. Der Spieler kann die Geschichte nicht nur verändern, sondern schreibt diese mit seiner eigenen Feder und Tinte neu.

Die mutigen neuen Herrscher der Länder stehen vor großen strategischen, richtungsweisenden Aufgaben. Es gibt nämlich viele Arten „Civilization - Ein neues Zeitalter“ zu gewinnen. Soll man danach streben die reichste Nation zu werden, soll man den Gegner angreifen und vernichten oder setzt man seinen Fokus auf die Wissenschaft. Dies und viele andere Richtungen können eingeschlagen werden. BewertungIch persönlich bin ein großer Fan der Videospiele. Ich verbrachte Stunden vor dem PC und bin daher auf das Brettspiel aufmerksam geworden. Der Verlag Asmodee gibt an, dass das Spiel ca. 120 Minuten und ab 14 Jahren gespielt werden kann. Zudem kann man es mit mindestens 2 Mitstreitern zocken. Mehr als vier solltet ihr dann aber nicht sein. Zunächst steht jedoch eine umfangreiche Regelkunde auf dem Programm. Diese gestaltet sich als sehr umfangreich und ist nicht gerade einfach zu verstehen. Hat es dann jedoch einmal Klick gemacht, erkennt man die ausgeklügelte Logik und die guten Kniffe, versteckt im Regelhandwerk, sorgen dann für reichlich Vergnügen. Dennoch bleibt es nicht aus, dass man in den ersten Runden öfters zum Handbuch greifen muss. Ich denke aber, wenn man sich so ein komplexes Game kauft, dann wird man sich genau auf diese Tatsache eingestellt haben. So regelfester ihr seid, desto mehr ist alles im Fluss und ihr kommt mit der angegebenen Zeitspanne von zwei Stunden hin.

Apropos Komplexität. Die PC-Vorlage hat es ja in sich mit den vielen Technologiebäumen, Militäreinheiten, Völkern, Handel und so weiter. Das Brettspiel kann das alles nicht bieten und so muss eben jene Komplexität heruntergebracht werden. Was auch sehr gut funktioniert, aber dennoch kleinere Schwächen hervorruft. Eine davon ist zum Beispiel von lustiger Natur, denn im Aufforschen kann man zum Beispiel von der Steinmetzkunst im Laufe der Runden direkt zur Luftfahrt aufwerten. Ein wissenschaftlicher Quantensprung, der es in sich hat. Angesprochene Aufwertung findet auf der Fokusleiste statt. Eine gute Überlegung, die das Herz von Strategiefans höher schlagen lässt. Die Fokusleiste ist gut durchdacht. So spielen zum Beispiel auch die Platzierungen der Fokuskarten eine wichtige Rolle.

Das Spielfeld ist nicht star, sondern zeigt sich im gewohnten „Civilization-Muster“ und kann zwar nicht beliebig angepasst werden, aber es entstehen immer neue Welten. Ansonsten ist das Artwork der Karten und die Gestaltung der Figuren sehenswert und ein wichtiger und entscheidener Faktor. Ja, auch beim Spielen sieht das Auge mit. Alleine die Planwagen rufen viele Erinnerungen hervor. Inhaltlich wurde bei der Gestaltung an vieles gedacht. Zum Beispiel das die einzelnen Felder abweichende Schwierigkeitsgrade haben. Ein Gebirge ist natürlich anders zu überwinden, als eine Wiese. Bei den Völkern kommt jedoch eine weitere Schwäche zum Vorschein. Es ist nach wie vor eine gute Sache, dass die einzelnen Völker andere Stärken mitbringen, jedoch haben diese im Spielverlauf kaum eine Relevanz, was natürlich sehr schade ist. An dieser Stelle muss man auch wissen, dass es keine Militäreinheiten gibt. Auf dem Computer konnte der Herrscher zum Beispiel das „Deutsche Reich“ auswählen und erhielt einen Bonus auf Panzer. Dieser Faktor entfällt und auch daher geht die Individualität der Völker unter.

Die weiteren Einflussmöglichkeiten bieten da schon viel mehr Gestaltungsfreiraum. Es gibt natürlich die Weltwunder, Ressourcen und und und. Alles bringt Punkte oder Vorteile ein. Bei einem Angriff wird daher jedes mal fleißig gerechnet. Keine Angst, mit einem normalen Bildungsabschluss kann man die Zahlen im Kopf addieren. Hier muss man nur auf alle aufpassen, denn es gibt keinen Computer im Hintergrund, der diese Aufgabe für uns abnimmt. Dasselbe gilt für den Verteidiger, der selbstverständlich auch rechnen darf und so den Aggressor abwehren kann. Aber nicht nur der Krieg führt zum Sieg und das ist supergut. Wir leben ja heute in einer turbulenten Zeit und die mächtigen Herrscher der realen Welt können vielleicht einmal auf „Civilization - Ein neues Zeitalter“ schielen, denn dort kann die Wissenschaft auch den Tyrannen besiegen! Super Moral!

Ob das Brettspiel noch „Civilization“ ist, gerade nach der durchgeführten Reduzierung, kann mit einem Ja und Nein beantwortet werden. Es fühlt sich noch nach dem Original an, dennoch geht einiges verloren, was wiederum keine Kritik im eigentlich Sinne ist, weil die wahnsinnige Komplexität niemals so abgebildet werden kann. Da ist es aber eindeutig der Geschmack des Betrachters, wie er diesen Punkt einordnet. Ich für meinen Teil hatte meinen Spaß und gehe besagten Kompromiss weiterhin gerne ein. Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich das Game irgendwann abnutzen kann. Vielleicht wird es ja in Zukunft noch Erweiterungen geben.
Fazit „Civilization - Ein neues Zeitalter“ ist ein guter Kompromiss zu der PC-Version, die Spaß macht und Spannung serviert.
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