Filme - Thriller
Counterpart Staffel 1
Counterpart Staffel 1Filme - Thriller | mit: von: Justin Marks; mit: J.K. Simmons, Olivia WilliamsBewertung:★★★★★ Berlin verkörpert die Geschichte des Kalten Kriegs wohl wie kaum eine andere Stadt. Eine Mauer trennte nicht nur die heutige Hauptstadt, sondern repräsentierte die Barriere zwischen zwei Weltanschauungen. Der ideale Schauplatz also für eine Spionagegeschichte. Aber dieses Mal geht es nicht um zwei unterschiedliche Weltanschauungen, sondern gleich um zwei ganze Welten. Handlung Der Amerikaner Howard Silk arbeitet seit drei Jahrzehnten für eine (sehr) bürokratische UN-Agentur in Berlin. Was genau er da jeden Tag tut, weiß Howard nicht, dafür ist seine Sicherheitsfreigabe zu niedrig. Jeden Tag hat er die gleiche Routine: morgens fährt er zur Arbeit, füllt Formulare aus und geht abends ins Krankenhaus, um seine im Koma liegende Frau zu besuchen. Plötzlich aber ändert sich alles, denn eines Tages wird er von seinem Vorgesetzten in ein Befragungszimmer geschleppt. Dort wartet eine Person, die Howards ganze Welt aus den Fugen geraten lässt: sein anderes „Ich“. Denn die Behörde, für die er arbeitet, überwacht den Eingang in eine parallele Dimension, die eine fast exakte Kopie von Howards Erde enthält. In den späten 80er Jahren haben ostdeutsche Wissenschaftler diese nämlich aus Versehen geschaffen. Seitdem gehen die Welten immer weiter auseinander – und somit auch die Lebensgeschichten der „Zwillinge“ auf den jeweiligen Erden. Eine Verschwörung innerhalb der Behörde zwingt den „anderen“ Howard dazu, sein Gegenstück aufzusuchen, denn er und seine Frau schweben in großer Gefahr. Trailer BewertungAls ich das erste Mal die Zusammenfassung zur Serie gelesen habe, musste ich sofort an eine andere Serie denken: „Fringe – Grenzfälle des FBI“. Die Mystery-Serie aus der Feder von u.a. J.J. Abrams behandelt auch das Thema Paralleluniversen. Und als ich das Intro zur ersten Folge gesehen habe, hat sich dieser erste Eindruck nur verstärkt. Denn die Musik erinnert sehr stark an die vom „Fringe“-Vorspann. Aber anders als in der Mystery-Serie schafft „Counterpart“ es meiner Meinung nach nicht, diese parallele Welt so spannend und interessant aufzubauen. Ich bin persönlich eher ein Fan der Regel „show, don’t tell“ (wortwörtlich „zeigen, nicht sagen“), diese wird aber in „Counterpart“ oft vergessen, vor allem wenn es um die Unterschiede zwischen den Welten geht. Die Großstadt Berlin wirkt in der parallelen Welt wie leergefegt, die Menschen tragen Mundschutz und achten generell sehr viel auf Hygiene (in öffentlichen Plätzen gibt es überall Handdesinfektionsmaschinen). Man merkt schnell, dass irgendwas Großes passiert sein muss. Dann bekommt der Zuschauer die Information, dass es eine verheerende Grippewelle gab, die rund zehn Prozent der Weltbevölkerung dahingerafft hat. Und dann sieht man ein Aufklärungsvideo. Und dann erzählen die Figuren noch einmal davon. Und dann noch einmal. Wenn es um die Mythologie der Serie geht, scheinen die Macher von „Coutnerpart“ die Zuschauer für begriffsstutzig zu halten. Bei dem Spionagepart der Geschichte aber vertrauen sie darauf, dass die Zuschauer sich Schlüsse ziehen können. Und dieser Part gefällt mir am meisten.
Die Balance zwischen Action und verdeckter Spionage finde ich besonders spannend. Denn anders als vielleicht in einem „Bond“- oder „Mission Impossible“-Film wird tatsächlich „spioniert“. „Counterpart“ ist eine reine Spion-gegen-Spion-Serie. Es wird viel Zeit darauf verwendet zu zeigen, wie beispielsweise geheime Informationen über die „Grenze“ gebracht werden oder wie Leute sich unauffällig an unscheinbaren Schauplätzen über Verschwörungen und Intrigen unterhalten. Dadurch hat die Serie hier und da ihre Längen. Trotzdem ist die Geschichte meiner Meinung nach spannend genug, sodass die etwas trägeren Parts gar nicht so schlimm sind.
Was aber ganz, ganz toll ist, ist J.K. Simmons schauspielerische Leistung. Er ist ständig mit sich selbst im Bild. Was aber noch erstaunlicher ist, ist dass er es schafft, die beiden sehr unterschiedlichen Howards auch dementsprechend zu spielen. Man merkt in jeder Szene, welchen der Howards man gerade vor sich hat. Das geht über das sehr unterschiedliche Wesen der beiden Figuren: Während der „Original“-Howard eher zurückhaltend und ein halbes Hemd ist, ist der Howard aus der parallelen Welt ein knallharter Agent, der eine ganz eigene Moral hat und dementsprechend handelt. Diese Unterschiede sind aber nicht nur auf der Dialogebene spürbar, sondern kommen auch durch Simmons Körpersprache und vor allem durch seinen Blick sehr gut rüber. „Original“-Howard hat einen sehr sanften, gutmütigen Blick. Der andere hingegen sieht aus wie der Schlagzeuglehrer aus „Whiplash“ (für die Rolle in Damien Chazelles Film hat J.K. Simmons seine bis jetzt einzige Oscar-Nominierung bekommen). Fazit Die erste Staffel „Counterpart“ ist eine spannende Spionage-Geschichte, die vor allem durch einen hervorragend spielenden J.K. Simmons glänzt. Leider gelingt der Serie es nicht so recht, eine tolle Welt aufzubauen. Was sehr schade ist, denn die Prämisse – ein Portal, das zwei parallele Welten miteinander verbindet – hätte viel Potential.
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Die Balance zwischen Action und verdeckter Spionage finde ich besonders spannend. Denn anders als vielleicht in einem „Bond“- oder „Mission Impossible“-Film wird tatsächlich „spioniert“. „Counterpart“ ist eine reine Spion-gegen-Spion-Serie. Es wird viel Zeit darauf verwendet zu zeigen, wie beispielsweise geheime Informationen über die „Grenze“ gebracht werden oder wie Leute sich unauffällig an unscheinbaren Schauplätzen über Verschwörungen und Intrigen unterhalten. Dadurch hat die Serie hier und da ihre Längen. Trotzdem ist die Geschichte meiner Meinung nach spannend genug, sodass die etwas trägeren Parts gar nicht so schlimm sind.
Was aber ganz, ganz toll ist, ist J.K. Simmons schauspielerische Leistung. Er ist ständig mit sich selbst im Bild. Was aber noch erstaunlicher ist, ist dass er es schafft, die beiden sehr unterschiedlichen Howards auch dementsprechend zu spielen. Man merkt in jeder Szene, welchen der Howards man gerade vor sich hat. Das geht über das sehr unterschiedliche Wesen der beiden Figuren: Während der „Original“-Howard eher zurückhaltend und ein halbes Hemd ist, ist der Howard aus der parallelen Welt ein knallharter Agent, der eine ganz eigene Moral hat und dementsprechend handelt. Diese Unterschiede sind aber nicht nur auf der Dialogebene spürbar, sondern kommen auch durch Simmons Körpersprache und vor allem durch seinen Blick sehr gut rüber. „Original“-Howard hat einen sehr sanften, gutmütigen Blick. Der andere hingegen sieht aus wie der Schlagzeuglehrer aus „Whiplash“ (für die Rolle in Damien Chazelles Film hat J.K. Simmons seine bis jetzt einzige Oscar-Nominierung bekommen). Fazit Die erste Staffel „Counterpart“ ist eine spannende Spionage-Geschichte, die vor allem durch einen hervorragend spielenden J.K. Simmons glänzt. Leider gelingt der Serie es nicht so recht, eine tolle Welt aufzubauen. Was sehr schade ist, denn die Prämisse – ein Portal, das zwei parallele Welten miteinander verbindet – hätte viel Potential.