Comic - Drama

Crystal.klar

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Crystal.klar
Crystal.klarComic - Drama | mit: Dominik Forster, Adrian Richter Bewertung:★★★★★ Drogen sind ein ernstes Thema. Die Gesellschaft kann gar nicht genug vor ihnen warnen. Daher auch noch einmal der obligatorische Hinweis an dieser Stelle: Finger weg! Viel besser als ich vor Drogen warnen, kann allerdings Dominik Forster. Kein Wunder, denn er hat quasi alles mitgenommen was geht. Dealer, Konsument, Obdachloser und Aufklärer. Wenn einer bei Vorträgen in den Schulen überzeugen kann, dann Forster. In „Crystal“ erzählt er von seinem Leben, wie es dazu gekommen ist und wie er schlussendlich im Knast aufgewacht ist. Handlung
Dominik Forster war nicht gerade der beliebteste Schüler auf seiner Hauptschule. Seine Klassenkameraden haben ihn oft drangsaliert und als er dann auch noch das Fußballspielen aufgeben musste, war der Abschluss ein Ausweg. Weil er so gute Noten geschrieben hat, haben ihm seine Eltern eine Reise geschenkt, sie war der Anfang vom Ende, denn dort machte er die ersten Berührungen mit Drogen. Nun ging es immer mehr Berg ab. Er wurde zum Süchtigen und Dealer, er lebte am Limit, verdiente viel Geld, gab aber genauso viel wieder aus. Die Extremen wurden immer größer, sodass es kein Halten mehr gab.BewertungEhrliche autobiographische Worte, die auf dem gleichnamigen Buch basieren. Nun veröffentlicht der Panini-Verlag ein Graphic Novel, dass uns optisch das wilde Leben von Dominik Foster erzählt. Das ist hart, das wünsche ich keinem. Es ist daher umso schöner, dass Foster einen Twist in seinem Leben hinbekommen hat. Er fängt etwas mit seinem Leben an, denn er berät Jugendliche, seine Fehler nicht zu begehen. Im üppigen Bonusmaterial wird darauf näher eingegangen. Auch kommen Mitstreiter zu Wort und das Thema Drogenmissbrauch ist ein wesentlicher Bestanteil und stets spürbar.

Wenn ich mir das Comic an sich anschaue, dann muss ich allerdings ein wenig auf die Euphoriebremse treten, denn weder die Zeichnungen noch die Handlung sind – rein auf das Werk betrachtet – sonderlich gut. Es ist auch nicht schlecht, eben ein durchschnittliches Unterfangen. Die Zeichnungen zum Beispiel sind sehr im schwarz-/ weiß-Stil gehalten und sehr überbohrt. Die Kurven der Frauen – okay, es war ja auch die Zeit von dicken Hosen und fetten Ketten – sind überproportional. Ich denke, eine realistischere Ausarbeitung hätte für mehr Dramatik gesorgt. Das ist auch das Problem des Plots. In der Sache ist alles hoch dramatisch, doch die Erzählweise ist zu leichtfüßig. Das Gefühl, dass man in der Drogenhölle steckt, kommt nicht gänzlich beim Leser an. Das ist schade, denn so fehlt einfach die Nachhaltigkeit der Geschichte. Ja, es war nicht gut, aber irgendwie war doch alles eine Party. Fazit „Crystal“ berichtet von einem traurigen Schicksal, über eine verworfene Jugend. Obwohl die Realität so ergreifend und schockierend ist, schafft es der Comic nicht, dieses Gefühl auf den Leser zu transferieren. Auch können die Zeichnungen nicht das benötigte düstere Bild einfangen. Das mitgelieferte Bonusmaterial kann hingegen überzeugen.
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