Filme - Horror
Darlin'
Darlin'Filme - Horror | mit: Lauryn Canny, Pollyanna McIntosh, Bryan BattBewertung:★★★★★ Der dritte Teil der „Woman“-Reihe von Lucky McKee, Jack Ketchum und Pollyanna McIntosh ist eine gewisse Rückkehr zu alter Form. Auch wenn leider viele thematische Elemente etwas unausgegoren bleiben, erinnert der Film mehr an „The Woman“ und eher weniger nach „Beutegier“, was grundsätzlich positiv ist. Handlung Nachdem sie ein katholisches Krankenhaus betreten hat, beginnt für die verwilderte junge Frau (nach der Aufschrift ihres Armbandes, schlicht „Darlin‘“ genannt) eine Transformation. Aus der schmutzigen und animalischen Darlin‘ wird unter den Augen des Bischofs und der Glaubensschwestern ein beinahe normaler Teenager. Doch dann kehrt die wilde Frau zurück, um sich ihre Ziehtochter wiederzuholen und dabei geht sie über Leichen… Trailer BewertungDas Werk des Horror-Autoren Jack Ketchum, der 2018 einem Krebsleiden erlag, ist zwar nicht so bekannt wie die Romane von Zeitgenossen wie Stephen King, aber auch der „Meister des Horrors“ hatte nichts als Lob für seinen Kollegen über. Anders als in Kings Romanen, übt sich kaum ein Roman von Ketchum in (künstlerischer) Zurückhaltung. Romane wie „Beutezeit“, „Evil“ oder eben „The Woman“ sind nicht gerade zimperlich, wenn es um die Beschreibung von teils exzessiver Gewaltszenen ist und so ist es kein Wunder, dass Verfilmungen dieser Bücher selten ohne Schnitte und noch seltener mit einer Freigabe unter 18 Jahren davonkommen.
Die Zusammenarbeit mit „May“-Regisseur Lucky McKee führte nicht nur zum Roman „The Woman“, sondern auch zu dessen (zeitgleicher) Verfilmung, In der Hauptrolle der wilden Frau war eine damals noch recht unbekannte Pollyanna McIntosh zu sehen, die sich mittlerweile durch ihre Rolle in „The Walking Dead“ einen Namen gemacht hat. Der Film traf zwar auf gemischtes Feedback, konnte aber unter seinen Fans mit der Mischung aus blutigem Horror und nachdenklichem Charakterdrarma punkten.
Nun setzt Pollyanna McIntosh die Geschichte ihrer Paraderolle mit „Darlin‘“ fort und bestreitet mit dem Film sogar auch noch ihr Spielfilm-Debüt als Drehbuchautorin und Regisseurin, was ihr insgesamt auch gut gelingt. So viel sei schon mal verraten. Doch statt der wilden Frau, konzentriert sich der Film auf eine neue Figur, Darlin‘, ein junges Mädchen, dass die Wilde unter ihre Fittiche genommen hat. Die Beiden werden jedoch getrennt und während die Frau mit der Hilfe einer Gruppe von Obdachlosen versucht ihre Ziehtochter zu finden, wird Darlin‘ in einer katholischen Schule zu einem „normalen Mädchen“ umerzogen.
Man merkt vielleicht schon, dass die Frage von Natur und Erziehung über der ganzen Geschichte schwebt. Doch leider ist das Drehbuch nicht immer so fokussiert auf die eigentlich interessanten Fragen, die sich immer wieder aufdrängen. So endet ein kurzer Story-Einschub über Missbrauch in der katholischen Kirche ebenso rasch und ohne wirkliche Aussage wie die Auseinandersetzung mit dem Problem der Obdachlosigkeit. Natürlich kann man nicht unbedingt erwarten, dass ein solcher Film sich ausführlich mit solchen Themen beschäftigt, aber gerade dadurch, dass der Film diese Sachen selbst anspricht, fühlt sich der spätere Umgang mit diesen Thematiken eher enttäuschend an.
Letztlich ist „Darlin‘“ allerdings alles in allem ein wirklich würdiger Nachfolger zu „The Woman“ und erzählt die Geschichte auf eine wirklich interessante Weise weiter. Gerade Lauryn Canny, die die titelgebende Rolle spielt, macht ihren Job richtig gut und bildet ein spannendes Gegenstück zu McIntoshs Figur.
Fazit Auch ohne den Einfluss von der Schöpfer Jack Ketchum und Lucky McKee kann sich die Fortsetzung von „The Woman“ wirklich sehen lassen. In ihrem Debüt als Autorin und Regisseurin liefert Polllyanna McIntosh einen spannenden, wenn auch etwas unausgeglichenen Genre-Beitrag ab, der durchaus die Möglichkeit eines weiteren Auftritts der geheimnisvollen, wilden Frau offenlässt…
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Die Zusammenarbeit mit „May“-Regisseur Lucky McKee führte nicht nur zum Roman „The Woman“, sondern auch zu dessen (zeitgleicher) Verfilmung, In der Hauptrolle der wilden Frau war eine damals noch recht unbekannte Pollyanna McIntosh zu sehen, die sich mittlerweile durch ihre Rolle in „The Walking Dead“ einen Namen gemacht hat. Der Film traf zwar auf gemischtes Feedback, konnte aber unter seinen Fans mit der Mischung aus blutigem Horror und nachdenklichem Charakterdrarma punkten.
Nun setzt Pollyanna McIntosh die Geschichte ihrer Paraderolle mit „Darlin‘“ fort und bestreitet mit dem Film sogar auch noch ihr Spielfilm-Debüt als Drehbuchautorin und Regisseurin, was ihr insgesamt auch gut gelingt. So viel sei schon mal verraten. Doch statt der wilden Frau, konzentriert sich der Film auf eine neue Figur, Darlin‘, ein junges Mädchen, dass die Wilde unter ihre Fittiche genommen hat. Die Beiden werden jedoch getrennt und während die Frau mit der Hilfe einer Gruppe von Obdachlosen versucht ihre Ziehtochter zu finden, wird Darlin‘ in einer katholischen Schule zu einem „normalen Mädchen“ umerzogen.
Man merkt vielleicht schon, dass die Frage von Natur und Erziehung über der ganzen Geschichte schwebt. Doch leider ist das Drehbuch nicht immer so fokussiert auf die eigentlich interessanten Fragen, die sich immer wieder aufdrängen. So endet ein kurzer Story-Einschub über Missbrauch in der katholischen Kirche ebenso rasch und ohne wirkliche Aussage wie die Auseinandersetzung mit dem Problem der Obdachlosigkeit. Natürlich kann man nicht unbedingt erwarten, dass ein solcher Film sich ausführlich mit solchen Themen beschäftigt, aber gerade dadurch, dass der Film diese Sachen selbst anspricht, fühlt sich der spätere Umgang mit diesen Thematiken eher enttäuschend an.
Letztlich ist „Darlin‘“ allerdings alles in allem ein wirklich würdiger Nachfolger zu „The Woman“ und erzählt die Geschichte auf eine wirklich interessante Weise weiter. Gerade Lauryn Canny, die die titelgebende Rolle spielt, macht ihren Job richtig gut und bildet ein spannendes Gegenstück zu McIntoshs Figur.
Fazit Auch ohne den Einfluss von der Schöpfer Jack Ketchum und Lucky McKee kann sich die Fortsetzung von „The Woman“ wirklich sehen lassen. In ihrem Debüt als Autorin und Regisseurin liefert Polllyanna McIntosh einen spannenden, wenn auch etwas unausgeglichenen Genre-Beitrag ab, der durchaus die Möglichkeit eines weiteren Auftritts der geheimnisvollen, wilden Frau offenlässt…