Comic - Drama
Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers
Das lange ungelernte Leben des Roland GethersComic - Drama | mit: Shane Simmons Bewertung:★★★★★ Ein Meisterwerk der Comic-Geschichte erhält nun endlich seine Neuauflage. Das hört sich nun so an, als ob ich jahrelang auf dieses Ereignis gewartet habe. Ich muss gestehen, dass ich es nicht gemacht habe, weil mir das Panelfeuerwerk schlichtweg nicht bekannt war. Und das, obwohl die Ausgabe im Jahr 2000 den "Max-und-Moritz-Preis" in der Kategorie "Spezialpreis der Jury" verliehen bekommen hat. Damals ist "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" noch beim "Maro Verlag" erschienen, heute kommt es in einem hübschen Hardcover aus dem Hause "Avant" und ist eine klare Leseempfehlung von mir. Handlung Roland Gethers kommt im Jahr 1860 zur Welt. Er wird in eine Arbeiterfamilie geboren. Seine Familie hat das Herz am rechten Fleck, doch über ihren gesellschaftlichen Status kommt sie nicht hinaus. Sie alle gehören zur ungebildeten sozialen Unterschicht und haben dieses Leben verinnerlicht, hinterfragen es nicht. Sie pflegen einen einfachen Lebenswandel und merken nicht, wie das System sie ausnutzt. Als Roland das Licht der Welt erblickte, keimte so etwas wie Licht am sozialen Horizont auf. Er stellte Fragen, die die Logik hinter den Zwängen des Lebens zu wanken bringen hätten können. Doch dann kam alles anders und die harte Realität beendete schnell alle Hoffnungen...
BewertungZunächst sind es die winzigen kleinen Zeichnungen, die "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" zu etwas Besonderen machen und das Comic ganz klar vom Rest abnabelt. Die Zeichnungen wurden mit dem Farbkopierer so lange verkleinert, bis sie das kleine Format angenommen haben. Die Panels sind so winzig, dass ihre Schrift kaum noch zu lesen ist. Die Figuren sind außerdem nur als Punkte und Striche dargestellt. Weniger geht nicht und dann steht so viel auf den 52 Seiten.
Die Handlung ist nämlich nicht so minimalistisch, wie das optische Erscheinungsbild. Sie ist sehr tiefgreifend, beinhaltet eine Menge Probleme der Menschen zur Zeit der Indistuliasierung und des ersten Weltkrieges. Es geht um Ausbeutung und soziale Schichten. In der damaligen Zeit gab es kein Entkommen. Bildung war für die untere Klasse nicht vorgesehen. Daher haben sie die "einfachen Arbeiten", wie zum Beispiel den Bergbau vollbracht. Ein Menschenleben war nichts wert. Bei einem Todesfall wurde man ausgetauscht und ein neuer Arbeiter ging ans Werk. Die Hauptfigur Roland startet mit viel Potential ins Leben, doch gleich bei seiner Geburt schlug das Schicksal zu. Seine Familie zog ihn dennoch liebevoll auf. In der Anfangsphase des Plots wird die mangelnde Bildung, die Religion und der Tod thematisiert. Das klingt auf den ersten Blick recht staubig und traurig, doch Autor Shane Simmons ("Money Talks") versteht es sein Publikum bei Laune zu halten. Ich konnte gar nicht anders und musste oftmals einfach loslachen, so humorvoll und komisch ist die Story. Liebenswert geschrieben, sodass der Leser trotz eines kraftvollen Witzes nie die Bindung zur Hauptfigur verliert. Ich habe mit Roland gelitten. Es ging nicht anders. Dieser Mensch macht so viel durch, obwohl er wohl der netteste Typ auf der ganzen weiten Welt ist.
Durch seine Naivität holt ihn jedoch immer wieder das Pech ein. Harte Schicksalsschläge sind aber anscheinend eingeplant und so geht das Leben immer weiter. Einen Blick zurück gibt es nicht, denn der Roland möchte etwas machen, was ihm ein gutes Gehalt einbringt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts ist dieses Vorhaben jedoch ein unmögliches Unterfangen. Fazit "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" muss einfach gelesen werden. Es ist lustig, traurig, sozial kritisch und die Zeichnungen sind in einem Minimalismus dargestellt, der seines Gleichen sucht, dennoch passen sie perfekt ins Gesamtbild. Ich ärgere mich sehr, dass ich erst 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung das Comic in meinen Händen halte und danke dem "Avant Verlag", dass sie mich auf "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" aufmerksam gemacht haben! PS: Saugeiles Comic!
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BewertungZunächst sind es die winzigen kleinen Zeichnungen, die "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" zu etwas Besonderen machen und das Comic ganz klar vom Rest abnabelt. Die Zeichnungen wurden mit dem Farbkopierer so lange verkleinert, bis sie das kleine Format angenommen haben. Die Panels sind so winzig, dass ihre Schrift kaum noch zu lesen ist. Die Figuren sind außerdem nur als Punkte und Striche dargestellt. Weniger geht nicht und dann steht so viel auf den 52 Seiten.
Die Handlung ist nämlich nicht so minimalistisch, wie das optische Erscheinungsbild. Sie ist sehr tiefgreifend, beinhaltet eine Menge Probleme der Menschen zur Zeit der Indistuliasierung und des ersten Weltkrieges. Es geht um Ausbeutung und soziale Schichten. In der damaligen Zeit gab es kein Entkommen. Bildung war für die untere Klasse nicht vorgesehen. Daher haben sie die "einfachen Arbeiten", wie zum Beispiel den Bergbau vollbracht. Ein Menschenleben war nichts wert. Bei einem Todesfall wurde man ausgetauscht und ein neuer Arbeiter ging ans Werk. Die Hauptfigur Roland startet mit viel Potential ins Leben, doch gleich bei seiner Geburt schlug das Schicksal zu. Seine Familie zog ihn dennoch liebevoll auf. In der Anfangsphase des Plots wird die mangelnde Bildung, die Religion und der Tod thematisiert. Das klingt auf den ersten Blick recht staubig und traurig, doch Autor Shane Simmons ("Money Talks") versteht es sein Publikum bei Laune zu halten. Ich konnte gar nicht anders und musste oftmals einfach loslachen, so humorvoll und komisch ist die Story. Liebenswert geschrieben, sodass der Leser trotz eines kraftvollen Witzes nie die Bindung zur Hauptfigur verliert. Ich habe mit Roland gelitten. Es ging nicht anders. Dieser Mensch macht so viel durch, obwohl er wohl der netteste Typ auf der ganzen weiten Welt ist.
Durch seine Naivität holt ihn jedoch immer wieder das Pech ein. Harte Schicksalsschläge sind aber anscheinend eingeplant und so geht das Leben immer weiter. Einen Blick zurück gibt es nicht, denn der Roland möchte etwas machen, was ihm ein gutes Gehalt einbringt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts ist dieses Vorhaben jedoch ein unmögliches Unterfangen. Fazit "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" muss einfach gelesen werden. Es ist lustig, traurig, sozial kritisch und die Zeichnungen sind in einem Minimalismus dargestellt, der seines Gleichen sucht, dennoch passen sie perfekt ins Gesamtbild. Ich ärgere mich sehr, dass ich erst 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung das Comic in meinen Händen halte und danke dem "Avant Verlag", dass sie mich auf "Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers" aufmerksam gemacht haben! PS: Saugeiles Comic!