Comic - Drama
Das Licht, das Schatten leert
Das Licht, das Schatten leertComic - Drama | mit: Tina Brenneisen Bewertung:★★★★★ Tina Brenneisen schreibt in diesem Comic über die Todgeburt ihres Sohnes. Ein sehr schwieriges und emotionales Thema. Für ihre Arbeit, auf die sie sicherlich gerne verzichtet hätte, hat sie im Jahr 2017 den Berthold-Leibinger-Comicbuchpreis, die höchstdotierte deutsche Comicauszeichnung, erhalten. Ein Tabu-Thema wird von Brenneisen schonungslos und offen angesprochen. Für die ehrlichen Worte und Zeichnungen verdient sie meine Hochachtung. Handlung Die Welt hat sich aufgehört zu drehen. Eigentlich war doch alles normal mit dem Baby. Alle haben sich drauf gefreut und dann passierte das Unglaubliche. Das Baby erblickte nicht das Licht der Welt, er hatte nicht mal Zeit für einen Traum. Für Tina und ihren Freund Fritzmann ist es das Ende. Der eigene Körper wird zum Feind, das Leben findet fortan ohne die beiden statt. Quälende Fragen stellen sich beide. Wer ist schuld an der Sache?! Warum passierte es?! Wo ist die Gerechtigkeit!? Ganz allmählich gelingt es den beiden, sich aus der lähmenden Ohnmacht herauszuarbeiten.Bewertung„Das Licht, das Schatten leert“ ist schwere, harte Kost. Ich selbst musste oftmals das Comic aus der Hand legen, hatte beinahe Tränen in den Augen und erwischte mich dabei, wie ich immer wieder tief durchatmen musste. Was hier passiert ist, das wohl Schrecklichste, was nur passieren kann, in Worte und Bilder zu fassen, es ist ein Akt der Unmöglichkeit. Und doch gelingt es Tina Brenneisen. Offen und schonungslos wählt sie den richtigen Ton.
Da ich die ersten Seiten im dunklen Zug gelesen hatte, konnte ich die ersten Panels nicht richtig erkennen. Als ich die Bilder aber nach und nach zu Gesicht bekam, blieb mein Herz stehen. Sehr drastisch, insbesondere die Szene mit der kleinen Hand, ließ mich fast zum Entschluss kommen, das Comic zuzuschlagen und es im Zug liegen zu lassen. Ich bin selbst Vater und ich konnte mit dem Gedanken einfach nicht weitermachen. Es ging nicht. Doch ich entschloss mich dazu, den Schmerz anzunehmen und weiterzulesen.
Zu sehen bekommen habe ich eine lange Reise. Der steinige Weg zurück in die Normalität, wenn es überhaupt so etwas danach geben kann. Dabei wurde oft die Frage nach dem Warum gestellt. Die verzweifelte Suche nach einer Erklärung. Doch wo es keine Antwort gibt, wird auch keine Frage gelöst. Streit und Unverständnis von anderen fielen mir ebenfalls auf. Die posttraumatische Belastungsstörung hat ihre Spuren hinterlassen. Genauso wie der Satz der Ärztin, als sie den Tod des Kindes festgestellt hat: „Vielleicht haben sie bereits etwas geahnt…“. Es kam so abgekühlt daher, dass es in mir Wut ausgelöst hat. Emotional hat mich „Das Licht, das Schatten leert“ vollkommen gepackt und mich noch Tage nach dem Lesen beschäftigt.
Im Nachwort kommt Frau Dr. Wiebke Ballen zu Wort. Zuvor werden noch E-Mails ihrer Patientinnen veröffentlicht, die gleiches durchleben mussten. Sie spricht von gesellschaftlichen Tabus unter denen Betroffene leiden.
Fazit „Das Licht, das Schatten leert“ ist ein sehr emotionaler Comic, der sehr nachdenklich stimmt. Darüber hinaus ist er wichtig, da er ein Tabu-Thema anspricht.
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Da ich die ersten Seiten im dunklen Zug gelesen hatte, konnte ich die ersten Panels nicht richtig erkennen. Als ich die Bilder aber nach und nach zu Gesicht bekam, blieb mein Herz stehen. Sehr drastisch, insbesondere die Szene mit der kleinen Hand, ließ mich fast zum Entschluss kommen, das Comic zuzuschlagen und es im Zug liegen zu lassen. Ich bin selbst Vater und ich konnte mit dem Gedanken einfach nicht weitermachen. Es ging nicht. Doch ich entschloss mich dazu, den Schmerz anzunehmen und weiterzulesen.
Zu sehen bekommen habe ich eine lange Reise. Der steinige Weg zurück in die Normalität, wenn es überhaupt so etwas danach geben kann. Dabei wurde oft die Frage nach dem Warum gestellt. Die verzweifelte Suche nach einer Erklärung. Doch wo es keine Antwort gibt, wird auch keine Frage gelöst. Streit und Unverständnis von anderen fielen mir ebenfalls auf. Die posttraumatische Belastungsstörung hat ihre Spuren hinterlassen. Genauso wie der Satz der Ärztin, als sie den Tod des Kindes festgestellt hat: „Vielleicht haben sie bereits etwas geahnt…“. Es kam so abgekühlt daher, dass es in mir Wut ausgelöst hat. Emotional hat mich „Das Licht, das Schatten leert“ vollkommen gepackt und mich noch Tage nach dem Lesen beschäftigt.
Im Nachwort kommt Frau Dr. Wiebke Ballen zu Wort. Zuvor werden noch E-Mails ihrer Patientinnen veröffentlicht, die gleiches durchleben mussten. Sie spricht von gesellschaftlichen Tabus unter denen Betroffene leiden.
Fazit „Das Licht, das Schatten leert“ ist ein sehr emotionaler Comic, der sehr nachdenklich stimmt. Darüber hinaus ist er wichtig, da er ein Tabu-Thema anspricht.