Buch - Drama

Das Museum der Welt

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Das Museum der Welt
Das Museum der WeltBuch - Drama | mit: Christopher Kloeble Bewertung:★★★★★ Der 1982 in München geborene Christopher Kloeble ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. „Das Museum der Welt“, beim dtv Verlag erschienen, ist bereits der vierte Roman des in Berlin und Neu-Delhi lebenden Autors. Handlung Der Roman erzählt von der großen Forschungsreise der aus Bayern stammenden Brüder Herrmann, Adolph und Robert Schlagintweit nach Indien, kurz vor dem Ausbruch des ersten indischen Unabhängigkeitskrieges. Auf dieser Reise durch Indien und Nepal werden sie von einem Waisenjungen namens Bartholomäus begleitet. Bartholomäus, mindestens 12 Jahre alt, lebt seit seiner Geburt in einem katholischen Waisenhaus in Bombay, spricht Deutsch und eine ganze Reihe indischer Sprachen. Sein Lebensziel ist es, das erste Museum Indiens, das er mit seinem Notizbuch am 20. Oktober 1854 gründete, mit Objekten zu füllen. 93 Objekten gibt Bartholomäus Platz in seinem Museum, welche auch den Roman ausmachen. Die nummerierten Fundstücke – Begegnungen, Gedanken, Gefühle, Ereignisse, Verluste – sind zugleich auch die Kapitel dieses einzigartigen Romans. BewertungChristopher Kloeble lässt seine Leser an der Seite des Waisenjungen aus Bombay Zeitzeugen dieser Forschungsreise werden, die Alexander von Humboldt mitunterstützt hat. Aus Bartholomäus´ kindlicher Sicht lernt man Indien um 1850 kennen, ein Land das sich in den Fängen der europäischen Kolonialherren befindet, den Firengi und den Vickis. Indien ist ein Land, das viele Völker und Religionen vereint und vom Kastensystem bestimmt wird, wo der Opiumhandel blüht , wo sich aber gerade auch Kräfte zusammenfinden, um für die eigene Unabhängigkeit Indiens zu kämpfen. Der Roman ist eine auf Recherchen aufgebaute Dokumentation und zugleich eine Abenteuergeschichte, zum Teil auch eine unbeschönigte Darstellung der Gräueltaten der Kolonialherren und auch der katholischen Kirche, eine spannende Reiseerzählung, aber auch die Geschichte eines Kindes auf dem Weg zu sich selbst und zu seinem Platz in dieser Welt. „Das Museum der Welt“ ist auch sprachlich ein Meisterwerk und der Hauptheld, Bartholomäus wird jedem Leser sicherlich ans Herz wachsen. Man sieht beim Lesen alles mit seinen ehrlichen, fragenden, zweifelnden, nach Liebe und Zugehörigkeit suchenden, mutigen und auch weisen Augen, die nichts beschönigen oder verschweigen. Fazit Ein geniales Buch, ein absolutes Lesehighlight des Jahres 2020.
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