Comic - Geschichte
Das Parlament - 45 Leben für die Demokratie
Das Parlament - 45 Leben für die DemokratieComic - Geschichte | mit: von: Simon SchwartzBewertung:★★★★★ Es ist schon lange nicht mehr so, dass Comics und Graphic Novels sich auf fiktionale Geschichten von Superhelden oder auf Lustige Taschenbücher beschränken. Man findet immer mehr Biografien historischer Persönlichkeiten, die mithilfe von Bildern erzählt werden. Simon Schwartz hatte bereits für die Zeitung „der Freitag“ in der Reihe „Vita Obscura“ in Comicstrips Biografien exzentrischer Persönlichkeiten veröffentlicht. Handlung In „Das Parlament - 45 Leben für die Demokratie“ widmet sich Schwartz den Menschen, die unsere deutsche parlamentarische Demokratie maßgeblich geformt haben. Im Auftrag des Kunstbeirates des Deutschen Bundestages hat der Comic-Künstler die Biografien von 45 Politikern und Politikerinnen, vom Parlament der Paulskirche im Jahre 1848 bis zur Wiedervereinigung 1990, gesammelt und grafisch dargestellt. Darunter befinden sich der Mediziner Rudolf Virchow, die Frauenrechtlerin Clara Zetkin, der Revolutionär Robert Blum, der Postkartenmaler Otto Rühle oder Elisabeth Selbert – eine der „Mütter des Grundgesetzes“.Bewertung„Das Parlament - 45 Leben für die Demokratie“ ist ein sehr gewagtes Projekt. Wie kann man das Leben von so vielen Menschen erzählen, ohne dass man den Leser einerseits mit zu vielen Fakten langweilt, andererseits aber so ausführlich erzählt, dass man sich ohne ein Geschichtsstudium nicht verloren fühlt. Die Frage, was man erzählt und was man weglassen kann, ist vor allem wichtig, wenn man sich das Format von Schwartz‘ Werk anschaut. Denn die Biografien beschränken sich jeweils auf nur eine Seite. Der Comic ist zwar sehr groß –ca. 22 x 29 cm –, dennoch nehmen die Zeichnungen einen Großteil der Seiten in Anspruch. Der reine Text beläuft sich in den Biografien auf ca. sechs Textboxen pro Seite. Dabei schafft Schwartz es, das Medium Comic und seine Erzählkraft durch die Bilder sehr gut auszunutzen. Denn in vielen der Seiten findet man mehr als nur eine Porträtzeichnung von der Person, deren Geschichte gerade erzählt wird. Während einige Seiten in klassischer Comic-Manier in Panels bestimmte Ereignisse, die in den Texten erzählt werden, darstellen, haben viele der Zeichnungen mehrere Ebenen. Beispielsweise sind die Panels, die die Geschichte von Rudolf Ludwig Karl Virchow erzählen, um und in einer Darstellung eines menschlichen Kopfes. Dies soll an die Verdienste Virchows – einen der berühmtesten Pathologen seiner Zeit – um die medizinische Forschung erinnern.
Aber nicht alle Biografien sind so kreativ umgesetzt. Obwohl die Zeichnungen an sich sehr schön sind und den Geschichten eine wunderbare zweite Ebene bescheren, sehen doch viele der Seiten sehr ähnlich aus. Wenn man die ganzen Biografien in einem Durchlauf liest, kann das schon dazu führen, dass die einzelnen Seiten zu einer vermischen und man nicht mehr genau weiß, welche Fakten zu welcher Person gehören.
Nicht nur deswegen sollte man sich etwas mehr Zeit für die Lektüre lassen. Denn für Leute, die nicht viel Ahnung von der deutschen Geschichte haben, ist es etwas schwierig – vor allem am Anfang – mitzukommen. Mein Geschichtsleistungskurs ist auch schon ein paar Jährchen her, aber nach einer kleinen Grundsatzrecherche konnte ich mich ein bisschen an den Lehrstoff von damals erinnern. Und diese Recherche braucht man, denn Schwartz lässt sich kaum bzw. keine Zeit, um Begriffe oder historische Zusammenhänge zu erklären. Das führt dazu, dass man entweder bestimmte Fakten einfach überfliegt oder man stockt ein bisschen im Lesefluss.
Fazit Obwohl ich teilweise ein bisschen mit den ganzen historischen Fakten zu kämpfen hatte und einige der Geschichten sich in meinem Kopf vermischt haben, habe ich „Das Parlament - 45 Leben für die Demokratie“ sehr gerne gelesen. Die Seiten sind zum großen Teil sehr kreativ und für die Personen individuell gestaltet. Was mir aber besonders gefallen hat, war, dass man dadurch die Vielfalt an Herkünften, Religionen und Weltanschauungen präsentiert bekommt, die unsere deutsche Demokratie geprägt haben.
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Aber nicht alle Biografien sind so kreativ umgesetzt. Obwohl die Zeichnungen an sich sehr schön sind und den Geschichten eine wunderbare zweite Ebene bescheren, sehen doch viele der Seiten sehr ähnlich aus. Wenn man die ganzen Biografien in einem Durchlauf liest, kann das schon dazu führen, dass die einzelnen Seiten zu einer vermischen und man nicht mehr genau weiß, welche Fakten zu welcher Person gehören.
Nicht nur deswegen sollte man sich etwas mehr Zeit für die Lektüre lassen. Denn für Leute, die nicht viel Ahnung von der deutschen Geschichte haben, ist es etwas schwierig – vor allem am Anfang – mitzukommen. Mein Geschichtsleistungskurs ist auch schon ein paar Jährchen her, aber nach einer kleinen Grundsatzrecherche konnte ich mich ein bisschen an den Lehrstoff von damals erinnern. Und diese Recherche braucht man, denn Schwartz lässt sich kaum bzw. keine Zeit, um Begriffe oder historische Zusammenhänge zu erklären. Das führt dazu, dass man entweder bestimmte Fakten einfach überfliegt oder man stockt ein bisschen im Lesefluss.
Fazit Obwohl ich teilweise ein bisschen mit den ganzen historischen Fakten zu kämpfen hatte und einige der Geschichten sich in meinem Kopf vermischt haben, habe ich „Das Parlament - 45 Leben für die Demokratie“ sehr gerne gelesen. Die Seiten sind zum großen Teil sehr kreativ und für die Personen individuell gestaltet. Was mir aber besonders gefallen hat, war, dass man dadurch die Vielfalt an Herkünften, Religionen und Weltanschauungen präsentiert bekommt, die unsere deutsche Demokratie geprägt haben.