Buch - Thriller

Der Fremde

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Der Fremde
Der FremdeBuch - Thriller | mit: Caitlin WahrerBewertung:★★★★★ Autorin Caitlin Wahrer hat eine tolle Lebensgeschichte, wie ich finde. Sie wurde geboren von zwei Hippies. Das soll an dieser Stelle nicht abwertend klingen, ich möchte nur den Kontrast zum weiteren Lebenslauf herstellen. Denn dieser führte sie zur Uni, wo Wahrer Jura studiert hat. Nach ihrem Abschluss praktiziert sie als Anwältin und hat mit Fällen zu tun, wie sie die Hauptfigur Nick in ihrem Debütroman "Der Fremde" durchlebt. Vielleicht liegt es an den wahren Ereignissen, die sie erlebt hat, aber ihr Erstlingswerk hat voll eingeschlagen und mich völlig vom Hocker gerissen und daher gibt es von mir die Bestnote von fünf Geek Whisper Sternen!
Handlung Als ihr Schwager Nick nach einem brutalen sexuellen Übergriff im Krankenhaus liegt, ist Anwältin Julia fassungslos. Der Zwanzigjährige hat mit physischen Verletzungen und einem massiven Trauma zu kämpfen – und Julias Mann Tony, der sein Leben lang wie ein Vater für Nick gesorgt hat, wird von Wut und Verzweiflung aufgefressen. Der Verdächtige wird schnell gefunden, doch er bestreitet Nicks Aussage. Gleichzeitig verschlechtert sich Nicks psychischer Zustand dramatisch. Julia bemüht sich, ihre Familie zusammen- und den ermittelnden Polizisten Detective Rice auf Abstand zu halten. Doch Tonys Rachegefühle geraten außer Kontrolle, er macht Julia immer mehr Angst. Und schließlich muss sie sich fragen, wie weit Tony gehen wird, um seine Familie zu beschützen…BewertungEs grenzt mal wieder an Willkür, wenn man den Titel von "Der Schaden" ("The Damage") auf "Der Fremde" ändert. In meinen Augen trifft der Originaltitel die Geschehnisse im Roman viel deutlicher. Denn es geht um den Schaden, was der Übergriff mit einem Menschen anrichtet. Aber nicht nur mit dem Opfer, sondern mit seiner kompletten Umfeld. Es ist wichtig zu verstehen, dass auch die Freunde und Familie leiden. Wenn der eigenen Schwester, Mutter, Vater, Bruder, Onkel usw. etwas angetan wird, dann leiden wir nicht nur mit, in uns entwickelt sich ein Gefühl der Hilflosigkeit. Aus diesem, gepaart mit der Angst, entsteht Wut. Wir wollen Rache, wir können aber nicht unbedingt, weil wir uns wie gelähmt fühlen. Daraus entstehen auch untereinander häufig Konfliktsituationen, die wiederum dazu beitragen, dass es dem kompletten Umfeld und insbesondere dem Opfer noch schlechter geht.

Viele verschließen die Augen davor. Die Scham ist groß, sich zu outen, als Opfer von einem Sexualverbrechen. Daher ist die Bezeichnung, dass man ein Überlebender ist, viel besser, denn es trifft es wie die Faust aufs Auge. Wenn alles gut wird, dann ist man in der Tat ein Überlebender, weil man ein Martyrium hinter sich gelassen hat. Autorin Caitlin Wahrer fängt diese Gefühle, die Emotionen perfekt ein. Sie gibt sich viel Mühe ihre Personen so zu beschreiben, sie so zum leben zu erwecken, dass wir genau das Beschriebene nachempfinden können. Das finde ich absolut wichtig, damit wir den Bezug zur Realität darstellen können. Es passiert tausendfach am Tag. Überall auf der Welt.

Positiv überraschend kommt hinzu, dass die Story dann auch noch so unglaublich spannen aufgebaut ist. Es wird nämlich aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben und jeder Sichtweise endet so, dass man denkt: Boah, ey! Übersetzt beutetet das: Ihr werdet das Buch nicht aus der Hand legen können. Die Wendung kommt dann auch noch überraschend daher, wird vielleicht nicht bei jedem Zufriedenheit auslösen, der Schluss entschädigt dann aber wieder. Fazit Hervorragendes Erstlingswerk von Caitlin Wahrer!
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