Comic - Geschichte
Der König der Vagabunden
Der König der VagabundenComic - Geschichte | mit: Bea Davies , Patrick Spät Bewertung:★★★★★ Das Comic „Der König der Vagabunden“ handelt von dem tatsächlichen König der Straße, die Rede ist von Gregor Gog (1891-1945). Es ist die erste biographische Abhandlung über eine Figur, die in den 20ern und 30ern in Deutschland durchaus einen gewissen Ruhm hatte, einen zweifelhaften in der überwiegenden Bevölkerung. Dennoch war er ein wichtiger Eckpfeiler der Weimarer Republik, denn er vertrat diejenigen, die niemand vertrat und das, obwohl sie so zahlreich waren. Es gab nicht nur Millionen Arbeitslose, es gab auch tausende Menschen, die wegen Armut auf der Straße leben mussten. „Der König der Vagabunden“ vom „avant-verlag“ ist ein wichtiges Comic, um das Leben in der Weimarer Republik besser zu verstehen. Handlung Gregor Gog passt nicht in seine Heimat. Er selbst will zur See fahren, er will die Welt sehen. Die zivile Schifffahrt nimmt ihn nicht mehr auf, er ist einfach zu alt. Dabei ist er noch unter 20. Nun bricht aber in Europa der Krieg aus und er wird dann tatsächlich in die Marine eingezogen. Er hat aber kein Interesse am Kämpfen und schießt mit seiner Kanone absichtlich daneben. Nach weiteren Vergehen wird er aus dem aktiven Dienst entlassen - unehrenhaft versteht sich. Danach beginnt für ihn ein Leben auf der Straße. Er sieht nun zunehmend das Elend, insbesondere in Berlin. Dort dürfen die Obdachlosen maximal fünf Tage in eine Notunterkunft, danach geht es direkt in den Knast. Der Umgang mit den Vagabunden ist sogar noch rauer, er ist menschenfeindlich. Daraufhin will sich Gog vereinen, um so mehr politische Macht zu besitzen.BewertungEs ist schon sehr erschreckend, wie Menschen mit Menschen umgehen. Auch heutzutage werden Minderheiten noch stark diskriminiert, natürlich. In den 20er und 30er Jahren aber um so heftiger. Wenn die Bevölkerung schon so mit ihren Leuten umgeht, Leute die wegen einer Wirtschaftskrise auf der Straße leben müssen, die keine Bleibe finden, weil es zu wenige Wohnungen gibt oder einfach nur krank sind, dann ist es auch kein Wunder, dass es den Völkermord an den Juden wenige Jahre später gegeben hat. Mir fiel es immer schwer zu begreifen, wie Menschen eine Gruppe einfach so ausstoßen konnte, wenn ich zwischen den Zeilen von „Der König der Vagabunden“ lese, dann wird mir einiges klarer.
Weiterhin toll sind die Dialoge, die die Ansichten der Anarchisten bestens darlegen. Dabei wird eine klare Grenze zu NSDAP und KPD gezogen, denn beide Systeme lehnen sie ab. In beiden steht man in Fabriken und ist nicht frei. Eine Ansicht, die Gog jedoch nach einem Besuch in der Sowjetunion revidiert. Nun ist der Kommunismus seins. Dadurch verliert er viele Weggefährten. Aber nicht nur das. Die Überzeugung ist auch dafür verantwortlich, dass er später Kinder und dann schließlich sein Leben verliert. In Russland muss er, obwohl er schwer krank ist, hart arbeiten. Er wird zum Dienst einberufen. Seine kommunistischen Freunde, die er so oft anfleht ihm zu helfen, zeigen ihm nur die kalte Schulter, er muss trotz ärztlichen Attests hart schuften. Auch hier zeigt sich insbesondere das stalinnistische System von seiner ganzen dunklen Seite.
„Der König der Vagabunden“ ist die erste umfangreiche Abhandlung über Gregor Gog und nicht nur deswegen ein echter Hinschauer. Das Leben, die Ansichten und viele kleine Details lassen einen nicht unberührt zurück. Selbst sein Privatleben, da muss man natürlich schauen, ob es wirklich so war, ist ziemlich verstörend. Nicht nur, dass er drei Frauen hatte, nein er verlor auch Kinder oder sah sie nach dem Überlaufen nach Russland nie wieder in seinem Leben. Als Familienmensch fallen mir solche Dinge schwer zu lesen, all das Leid für die Idee der Anarchie, einen Lebenswandel der pro Mensch gedacht ist, im Fazit des Comics jedoch eher ein Blick auf sich selbst ist.
„Der König der Vagabunden“ ist daher so gut, weil so akribisch recherchiert wurde. Ich kann nun wahrlich nicht die Qualität der Arbeit beurteilen, dafür fehlt mir einfach der hinreichende historische Hintergrund, dennoch habe ich ein gutes Gefühl beim Lesen gehabt. Im Anhang gibt es noch Fotos von den wichtigsten Figuren und eine schriftliche Abhandlung der Geschichte, die noch einmal etwas mehr ins Detail geht. Super gut! Fazit „Der König der Vagabunden“ ist eine tolle biografische Abhandlung einer wichtigen, aber heutzutage unbekannten Persönlichkeit. Das Comic zeigt das harte Leben der Obdachlosen, das Leid der Menschen und geht gezielt auf Missstände der damaligen Gesellschaftsform ein. Gregor Gog hatte viele gute Gedankenansätze, verlor sich jedoch in der kommunistischen Idee, die schlussendlich für sein Ableben mitverantwortlich war.
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Weiterhin toll sind die Dialoge, die die Ansichten der Anarchisten bestens darlegen. Dabei wird eine klare Grenze zu NSDAP und KPD gezogen, denn beide Systeme lehnen sie ab. In beiden steht man in Fabriken und ist nicht frei. Eine Ansicht, die Gog jedoch nach einem Besuch in der Sowjetunion revidiert. Nun ist der Kommunismus seins. Dadurch verliert er viele Weggefährten. Aber nicht nur das. Die Überzeugung ist auch dafür verantwortlich, dass er später Kinder und dann schließlich sein Leben verliert. In Russland muss er, obwohl er schwer krank ist, hart arbeiten. Er wird zum Dienst einberufen. Seine kommunistischen Freunde, die er so oft anfleht ihm zu helfen, zeigen ihm nur die kalte Schulter, er muss trotz ärztlichen Attests hart schuften. Auch hier zeigt sich insbesondere das stalinnistische System von seiner ganzen dunklen Seite.
„Der König der Vagabunden“ ist die erste umfangreiche Abhandlung über Gregor Gog und nicht nur deswegen ein echter Hinschauer. Das Leben, die Ansichten und viele kleine Details lassen einen nicht unberührt zurück. Selbst sein Privatleben, da muss man natürlich schauen, ob es wirklich so war, ist ziemlich verstörend. Nicht nur, dass er drei Frauen hatte, nein er verlor auch Kinder oder sah sie nach dem Überlaufen nach Russland nie wieder in seinem Leben. Als Familienmensch fallen mir solche Dinge schwer zu lesen, all das Leid für die Idee der Anarchie, einen Lebenswandel der pro Mensch gedacht ist, im Fazit des Comics jedoch eher ein Blick auf sich selbst ist.
„Der König der Vagabunden“ ist daher so gut, weil so akribisch recherchiert wurde. Ich kann nun wahrlich nicht die Qualität der Arbeit beurteilen, dafür fehlt mir einfach der hinreichende historische Hintergrund, dennoch habe ich ein gutes Gefühl beim Lesen gehabt. Im Anhang gibt es noch Fotos von den wichtigsten Figuren und eine schriftliche Abhandlung der Geschichte, die noch einmal etwas mehr ins Detail geht. Super gut! Fazit „Der König der Vagabunden“ ist eine tolle biografische Abhandlung einer wichtigen, aber heutzutage unbekannten Persönlichkeit. Das Comic zeigt das harte Leben der Obdachlosen, das Leid der Menschen und geht gezielt auf Missstände der damaligen Gesellschaftsform ein. Gregor Gog hatte viele gute Gedankenansätze, verlor sich jedoch in der kommunistischen Idee, die schlussendlich für sein Ableben mitverantwortlich war.