Comic - Drama

Der Mann meines Bruders Band 3 – Kopfzerbrechen

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Der Mann meines Bruders Band 3 – Kopfzerbrechen
Der Mann meines Bruders Band 3 – KopfzerbrechenComic - Drama | mit: Autor: Gengoroh Tagame; übersetzt von Sakura IlgertBewertung:★★★★★ Nachdem mich Band 1 und Band 2 von Gengoroh Tagames „Der Mann meines Bruders“ sehr gut gefallen haben, musste ich unbedingt auch Band 3 lesen. Und um ganz ehrlich zu sein: Die Serie wird immer besser! Handlung Mike macht Urlaub vom Urlaub! Zusammen mit Kana, Yaichi und Kanas Mutter Natsuki besucht der Kanadier ein traditionell japanisches Hotel. Nach einem erholsamen Wochenende mit Onsen und Wasabi-Eis wartet zuhause ein überraschender Besuch. Denn am Bahnhof hat Yaichi seinen ehemaligen Schulkameraden Kato getroffen, der sehr gut mit Ryoji befreundet war. Da dieser noch Bücher und CDs von Riojy hatte, stattet er der kleinen Familie einen Besuch, um die Sache Yaichi wiederzugeben. Doch der Besuch ist nur ein Vorwand, um mit Mike zu sprechen.BewertungMir gefällt die Reihe „Der Mann meines Bruders“ außerordentlich gut. Der Manga ist eine unaufgeregte Erzählung, wie ein Mann mit seinen – sowohl bewussten, als auch unbewussten – Vorurteilen konfrontiert wird und wie er sich mit diesen auseinandersetzt. Es gibt eine sehr gut erzählte Stelle in Band 3, in der Yaichi mit Natsuki über seinen Traum redet, in dem seine Tochter eine Frau heiratet. Dabei sagt er zwar, dass er nicht glaube, dass es in Japan Diskriminierung gegenüber Homosexuellen gibt, trotzdem habe der Traum ihm Angst gemacht. Nicht etwa, weil er nicht wolle, dass seine Tochter lesbisch sei, sondern weil er ihr ein unbeschwertes Leben wünsche. Da hakt seine Ex-Frau ein und fragt, warum er Angst habe, wo es in Japan doch seiner Meinung nach keine Diskriminierung gebe? An dieser Stelle zeigt Gengoroh Tagame wieder einmal, wie unsichtbar Diskriminierung sein kann für die, die es nicht betrifft, man diese aber trotzdem unbewusst wahrnimmt.
Der Großteil des dritten Bands aber dreht sich weniger um Yaichi als die Bände zuvor. So circa ab der Hälfte wird Mike zur Hauptfigur und es wird ganz ausführlich erzählt, wie Kato und Mike sich über Riojy unterhalten – und darüber, wie es für Kato ist, seine Homosexualität Geheim zu halten. Im zweiten Band wird der Umgang mit der eigenen Sexualität in Form eines Jungen aufgegriffen, der beginnt zu verstehen, dass er nicht so ist wie die anderen. Jetzt wird in Band 3 diese mehr oder weniger weitergeführt, indem man die Sicht eines erwachsenen Mannes wiedergibt, der seine Homosexualität immer noch verborgen hält. Kato ist also in gewisser Hinsicht der Mann, den der Junge aus Band 3 werden könnte, wenn sein Umfeld ihn nicht so akzeptiert, wie er ist.
Kato zeigt auch eine Seite der japanischen Kultur, die man durch die Augen von Yaichi vielleicht niemals sehen würde. Deswegen ist der Wechsel von Yaichi als Hauptfigur zu Mike ganz sinnvoll und hat mich als Leserin nicht allzu sehr gestört.
Was mir gefällt ist vor allem das Ende. Denn – ohne viel vorweg zu nehmen – was bis jetzt eine mehr oder weniger auf diesen kleinen Personenkreis Yaichi, Kana und Mike eingeschränkt war, wird erweitert. Wie wird Yaichi reagieren, was wird er tun, wenn er von seinem unmittelbaren sozialen Umfeld konfrontiert wird? Diese offene Frage am Ende von Band 3 hat meine Neugier auf den nächsten – und letzten Band – von „Der Mann meines Bruders“ auf jeden Fall entfacht!
Fazit Obwohl die Geschichte von „Der Mann meines Bruders“ kein übermäßiges Drama ist, schafft der Autor Gengoroh Tagame es, dass man als Leser mit den Figuren mitfühlt. Er zeigt dadurch auch, dass man keine ausschweifenden Dialoge oder große Gefühle braucht, um eine Geschichte von Akzeptanz und Toleranz zu erzählen. Mir gefällt die Reihe „Der Mann meines Bruders“ auch nach drei Bänden richtig gut und ich finde es richtig schade, dass die Geschichte um Kana, Yaichi und Mike mit dem nächsten Teil ihr Ende finden wird.
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