Buch - Science Fiction
Der Metropolist
Der MetropolistBuch - Science Fiction | mit: Seth FriedBewertung:★★★★★ Science Fiction legt den Fokus laut Sci-Fi-Guru Isaac Asimov auf die Reaktionen der Menschen auf die technologischen und wissenschaftlichen Veränderungen. Pulp Fiction ist der englische Begriff für Schund- und Trivialliteratur. Der Einband des Romans „Der Metropolist“ verspricht eine Mischung aus beidem. Ob dieses Versprechen eingehalten wurde? Handlung Henry Thompson ist mit Herz und Hand Beamter. Die Behörde für kommunale Infrastruktur – kurz BKI – kümmert sich um die Infrastrukturprojekte vom ganzen Land. Eines Tages aber wird die BKI von einem Anschlag erschüttert: Diensthandys explodieren, die KI dreht durch und das ganze Gebäude ist lahmgelegt. Viel schlimmer trifft es die Dienststelle von Metropolis. Die Stadt gilt als die strahlende Stadt der Zukunft, der wahrgewordene amerikanische Traum. Dort fallen aber zur gleichen Zeit, in der die BKI-Zentrale angegriffen wurde, die Drohnen der Behörde vom Himmel und das Dienststellengebäude explodiert. Doch obwohl der Anschlag so massiv war, sind bei der Explosion keine Menschen gestorben, das Gebäude war leer. Ein anderes mysteriöses Detail: Zeitgleich mit den Anschlägen ist die Tochter des Bürgermeisters von Metropolis, die von allen geliebten Sarah Laury, spurlos verschwunden. Henrys Aufgabe ist nun, nicht nur die verschwundene Sarah zu finden, sondern auch die Strippenzieher des Anschlags ausfindig machen und weitere Anschläge verhindern. Sein Partner soll die künstliche Intelligenz OWEN sein: Eine KI, die säuft, raucht und Vorschriften mit den Füßen tritt.BewertungIch verstehe, warum der Verlag mit dem Mix aus Sci-Fi und Pulp wirbt. Die Krimi-/Thriller-/Comedy-Story erinnert an Groschenromane, in denen der Protagonist ein Geheimnis aufdecken muss. Nur, dass „Der Metropolist“ nicht in den dunklen Ecken Las Vegas spielt, sondern in der futuristischen Stadt Metropolis. Auch das Protagonisten-Paar erinnert an die Duos bekannter Kriminalgeschichten. Aber auch hier machen die kleinen Unterschiede eine Menge aus. Henry ist ein spießiger Beamter, der am liebsten hinterm Schreibtisch sitzt und gewissenhaft seiner Arbeit nachgeht. Wirkliche Erfahrungen im Aufdecken von Verschwörungen hat er aber nicht. Auch sein Partner, die KI OWEN, ist ganz frisch auf dem Gebiet „Geheimnisse aufdecken“. Er hat zwar Zugriff auf die Datenbank der BKI, kann Projektionen zaubern, die lebensecht wirken und ist generell ein schlaues Köpfchen. Doch ihm fehlt es komplett an menschlicher Kompetenz. Wie die beiden sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten aufeinanderprallen, ist sehr amüsant gemacht. Die Dialoge sind sehr witzig und die Idee, OWEN als KI zu schreiben, der sich – und auch andere Sachen – über eine Krawattenklammer projizieren kann, finde ich sehr gut. Dadurch hat man das Element KI aufgenommen, aber gleichzeitig auch eine „echte“ Person, mit der Henry und die Umwelt interagieren können.
Generell hat Seth Fried ziemlich gute Ideen, die er in „Der Metropolist“ hier und da einstreut. Die Art und Weise, wie er den Werdegang der Megastadt Metropolist beschreibt, klingt nach Science Fiction, aber gleichzeitig auch so, als wäre es auch heute schon möglich. Und das trift auf viele der Dinge zu, die Fried in seinem Roman beschreibt. Wie z.B. seiner Gesellschaftskritik. Ohne viel zu spoilern, bei dem Konflikt geht es hauptsächlich darum, dass die Infrastrukturprojekte der BKI in den Augen der Terroristen das Land immer mehr zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft machen. Während die Mittel, mit denen sowohl das BKI als auch die Terroristen arbeiten, Sci-Fi-Technologien sind, ist die Art und Weise, wie sie agieren, doch sehr in unserer Zeit geblieben. Dadurch kann man die Figuren gut nachvollziehen.
Aber, obwohl mir die Ideen und die Gesellschaftskritik in „Der Metropolist“ gefallen haben, ist die Umsetzung teilweise sehr mau. Das ganze World-Building ist meiner Meinung nach sehr dürftig. Man hat zwar die Megastadt Metropolis und die BKI, mehr bekommt man von den USA der Zukunft aber nicht zu sehen – oder besser, zu lesen. Es gibt ein paar technisch ausgefeiltere Technologien, etwa die Drohnen, die anscheinend 24/7 für die BKI die Stadt überwachen. Oder es ist von wohl durchdachten Algorithmen die Rede, die den gesamten Nahverkehr von Metropolis bis aufs Kleinste durchgeplant haben. Aber das war’s. Man weiß nicht, wie es dazu gekommen ist, dass es zwei neue Städte in den USA gibt – die BKI hat ihren Hauptsitz in Suitland, einer Stadt, die neben einer bloßen Nennung kaum thematisiert wird. Seth Fried hat sehr auf „Echtheit“ gesetzt, die zwar sehr oft gut passt, aber wenn es darum geht, völlig neue Sachen einzuführen, mich doch sehr irritiert haben.
Fazit Insgesamt hat mir „Der Metropolist“ nicht so sehr gefallen, wie ich es mir anfangs vorgestellt habe. Mir fehlte es ein bisschen an World-Building, sodass die Welt, in der der Roman spielt, nicht allzu ausgereift wirkte. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, weil mir die Beziehung zwischen den Protagonisten sehr gut gefallen hat.
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Generell hat Seth Fried ziemlich gute Ideen, die er in „Der Metropolist“ hier und da einstreut. Die Art und Weise, wie er den Werdegang der Megastadt Metropolist beschreibt, klingt nach Science Fiction, aber gleichzeitig auch so, als wäre es auch heute schon möglich. Und das trift auf viele der Dinge zu, die Fried in seinem Roman beschreibt. Wie z.B. seiner Gesellschaftskritik. Ohne viel zu spoilern, bei dem Konflikt geht es hauptsächlich darum, dass die Infrastrukturprojekte der BKI in den Augen der Terroristen das Land immer mehr zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft machen. Während die Mittel, mit denen sowohl das BKI als auch die Terroristen arbeiten, Sci-Fi-Technologien sind, ist die Art und Weise, wie sie agieren, doch sehr in unserer Zeit geblieben. Dadurch kann man die Figuren gut nachvollziehen.
Aber, obwohl mir die Ideen und die Gesellschaftskritik in „Der Metropolist“ gefallen haben, ist die Umsetzung teilweise sehr mau. Das ganze World-Building ist meiner Meinung nach sehr dürftig. Man hat zwar die Megastadt Metropolis und die BKI, mehr bekommt man von den USA der Zukunft aber nicht zu sehen – oder besser, zu lesen. Es gibt ein paar technisch ausgefeiltere Technologien, etwa die Drohnen, die anscheinend 24/7 für die BKI die Stadt überwachen. Oder es ist von wohl durchdachten Algorithmen die Rede, die den gesamten Nahverkehr von Metropolis bis aufs Kleinste durchgeplant haben. Aber das war’s. Man weiß nicht, wie es dazu gekommen ist, dass es zwei neue Städte in den USA gibt – die BKI hat ihren Hauptsitz in Suitland, einer Stadt, die neben einer bloßen Nennung kaum thematisiert wird. Seth Fried hat sehr auf „Echtheit“ gesetzt, die zwar sehr oft gut passt, aber wenn es darum geht, völlig neue Sachen einzuführen, mich doch sehr irritiert haben.
Fazit Insgesamt hat mir „Der Metropolist“ nicht so sehr gefallen, wie ich es mir anfangs vorgestellt habe. Mir fehlte es ein bisschen an World-Building, sodass die Welt, in der der Roman spielt, nicht allzu ausgereift wirkte. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, weil mir die Beziehung zwischen den Protagonisten sehr gut gefallen hat.