Comic - Thriller
Der Pavillon
Der PavillonComic - Thriller | mit: Andreas Müller-WeissBewertung:★★★★★ Andreas Müller-Weiss, alias Sambal Oelek, ist im Hause „Modern Edition“ kein Unbekannter. Er hat u.a. mit den Werken „Der Farbanschlag“ oder „Stockalper“ für Aufsehen gesorgt. Weiterhin hat der Autor ein Architekturdiplom in der Tasche, was vielleicht hilfreich war, für das Comic „Der Pavillon“, denn dieses greift die Story vom Starachitekten Le Corbusier auf. Handlung Am 26. August 1996 fand man die Leiche vom Arzt Peter Kaegi, an der Côte d’Azur in Roquebrune-Cap-Martin. Auffällig daran ist, dass zwischen dem Tatort und dem einstigen Strandhaus von Le Corbusiers nur eine geringe Entfernung besteht. Nadja Gilg untersucht das Centre Le Corbusier in Zürich etwa 20 Jahre später und findet seltsame Zusammenhänge heraus, die den Mord in ein neues Licht rücken.
In einer verwegenen Tour de Force illustriert der Autor die letzten Monate vor dem Tod Le Corbusiers (1887–1965), den beharrlichen Kampf der Zürcherin Heidi Weber für das Centre Le Corbusier sowie die Erlebnisse Marie-Louise Schelberts, der Nachbarin Le Corbusiers an der Côte d’Azur.
BewertungFast schon typisch für Andreas Müller-Weiss ist, dass er seinen Comics Fußnoten verpasst, hier wird wirklich nichts dem Zufall überlassen und für gehörig Authentizität gesorgt. Nach einem Hinweis „nach einer wahren Begebenheit“ sucht der Leser vergebens, weil jeder Strich einfach nach der Wahrheit, beziehungsweise der Realität schreit. Im Anhang kann sich ein jeder einen Überblick darüber verschaffen, wie genau Müller-Weiss recherchiert hat. Lücken bei bestimmten Bildrechten werden lückenlos dargestellt.
Der Inhalt ist von sich aus schon ein großer Kriminalfall, doch füttert man ihn mit dem Wissen der wahren Begebenheit an, entwickelt sich daraus etwas Deftiges, eine Verschwörung. Diese greift sogar nach einem Stück Weltpolitik, indem ein Teil der Handlung in Indien spielt. Ja, wenn es um das liebe Geld geht, haben viele Leute ihre Finger im Spiel. An dieser Stelle möchte ich noch den Hinweis geben, dass der Fall nicht die Dimension eines Politikthrillers erreicht, also kein neuer JFK-Fall ist. Dennoch kommen wir vollkommen auf unsere Kosten, wenn die Zusammenhänge immer deutlicher werden, welche Machenschaften zu gewissen Ereignissen geführt haben. Einfach toll, spanend erzählt, sodass man „Der Pavillon“ nicht aus den Händen legen kann.
Was die Geschichte aber noch so greifbar macht, ist die Darstellung der Figuren. Alle wirken dreidimensional und kommen mit einer guten Portion Tiefgang daher. Allesamt sind gut ausgearbeitet, sodass der Leser die Beweggründe nachvollziehen kann. Die Zeichnungen erstrahlen in Tusche und Farbe. Das Feeling stimmt und versetzt uns zurück in die Vergangenheit. Ein feinkörniger Staub, gar ein Schleier umhüllt die Panels, nicht sichtbar aber spürbar, sodass wir erkennen, dass der Mord schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Und dann kommt diese unglaubliche Wucht, sie erschlägt uns positiv! Was mir noch gefallen hat, sind die kleinen Lagepläne, die noch einmal verdeutlichen, wie der Drehort der Szenen aufgebaut ist. Fazit „Der Pavillon“ ist spannend und beruht auf einer wahren Begebenheit. Zudem schaut das Comic noch sehr gut aus. TOP!
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In einer verwegenen Tour de Force illustriert der Autor die letzten Monate vor dem Tod Le Corbusiers (1887–1965), den beharrlichen Kampf der Zürcherin Heidi Weber für das Centre Le Corbusier sowie die Erlebnisse Marie-Louise Schelberts, der Nachbarin Le Corbusiers an der Côte d’Azur.
BewertungFast schon typisch für Andreas Müller-Weiss ist, dass er seinen Comics Fußnoten verpasst, hier wird wirklich nichts dem Zufall überlassen und für gehörig Authentizität gesorgt. Nach einem Hinweis „nach einer wahren Begebenheit“ sucht der Leser vergebens, weil jeder Strich einfach nach der Wahrheit, beziehungsweise der Realität schreit. Im Anhang kann sich ein jeder einen Überblick darüber verschaffen, wie genau Müller-Weiss recherchiert hat. Lücken bei bestimmten Bildrechten werden lückenlos dargestellt.
Der Inhalt ist von sich aus schon ein großer Kriminalfall, doch füttert man ihn mit dem Wissen der wahren Begebenheit an, entwickelt sich daraus etwas Deftiges, eine Verschwörung. Diese greift sogar nach einem Stück Weltpolitik, indem ein Teil der Handlung in Indien spielt. Ja, wenn es um das liebe Geld geht, haben viele Leute ihre Finger im Spiel. An dieser Stelle möchte ich noch den Hinweis geben, dass der Fall nicht die Dimension eines Politikthrillers erreicht, also kein neuer JFK-Fall ist. Dennoch kommen wir vollkommen auf unsere Kosten, wenn die Zusammenhänge immer deutlicher werden, welche Machenschaften zu gewissen Ereignissen geführt haben. Einfach toll, spanend erzählt, sodass man „Der Pavillon“ nicht aus den Händen legen kann.
Was die Geschichte aber noch so greifbar macht, ist die Darstellung der Figuren. Alle wirken dreidimensional und kommen mit einer guten Portion Tiefgang daher. Allesamt sind gut ausgearbeitet, sodass der Leser die Beweggründe nachvollziehen kann. Die Zeichnungen erstrahlen in Tusche und Farbe. Das Feeling stimmt und versetzt uns zurück in die Vergangenheit. Ein feinkörniger Staub, gar ein Schleier umhüllt die Panels, nicht sichtbar aber spürbar, sodass wir erkennen, dass der Mord schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Und dann kommt diese unglaubliche Wucht, sie erschlägt uns positiv! Was mir noch gefallen hat, sind die kleinen Lagepläne, die noch einmal verdeutlichen, wie der Drehort der Szenen aufgebaut ist. Fazit „Der Pavillon“ ist spannend und beruht auf einer wahren Begebenheit. Zudem schaut das Comic noch sehr gut aus. TOP!