Comic - Drama
Der Schnee war schmutzig
Der berühmte Schriftsteller Georges Joseph Christian Simenon hat unzählige Beiträge geschrieben: Romane, Kurzgeschichten oder Erzählungen. Er war produktiv und hat geliefert. Nun erscheint die zweite Comic-Adaption von ihm beim Verlag „Carlsen“. Über die erste haben wir vor Kurzem auch berichtet. Die Rede ist von „Der Passagier der Polarlys“. Dort ging es um einen Krimi auf einem Schiff. Nun tauchen wir in ein anderes Setting ein, welches düsterer ist und noch mehr Gewalt bereithält. Ob die zweite Adaption genauso gut ist wie die erste, erfahrt ihr ein Stück weiter unten.
„Der Schnee war schmutzig“ erschien am 09. Januar 2026, kommt auf 104 Seiten, erscheint in einem stilvollen Hardcover in den Maßen 237 mm × 317 mm.
Handlung
Frank Friedmaier wächst im Bordell seiner Mutter auf. Aus Langeweile wird er zum Mörder und verrät die Frau, die ihn liebt. Doch sein Handeln hat Folgen. In einer namenlosen, besetzten Stadt erzählt Simenon eine düstere Geschichte von Schuld und Verlorenheit. Zeichner Yslaire setzt den existenzialistischen Noir-Krimi eindrucksvoll in Szene – mit intensiven Farben und bedrückender Atmosphäre.
Kritik
Der Leser wird sofort in eine raue Welt geworfen. Waffen, Gewalt und ein Bordell. Und ein Stern, der sehr an einen Judenstern erinnert, doch auf dem „Swing“ steht. Hier werden gleich zwei Sachen aufgegriffen: die Verfolgung der Juden und auf der anderen Seite die Verachtung gegenüber der Swing-Musik bzw. die Verachtung der amerikanischen Lebensart. Doch dass wir hier keine leichte Kost haben, wird schnell klar, gerade wenn es um die Schicksale geht.
Doch über allem liegt die Besatzung. Wer hier der Besatzer ist, ist klar. Zumindest wird es schnell klar, als Männer mit Armbinden auftauchen. Das Hakenkreuz wird nicht gezeigt, dafür aber irgendwann Adolf Hitler auf einem Plakat. Spätestens als die Handlung vollkommen ins Gefängnis abdriftet, kommen die Abgründe der deutschen Geschichte zum Vorschein. Es ist kein Wunder, dass das Comic eine verlagseigene Altersfreigabe ab 16 Jahren hat.
Die Zeichnungen sind sehr markant gehalten. Sie zeigen sehr ausdrucksstark die Mimik der Charaktere. Ich musste mich zwar ein paar Seiten an den breiten Strich und die Überzeichnung gewöhnen, alles ist voluminös gehalten, doch letztlich hat diese dunkle Aufmachung – es werden sehr wenige Farben benutzt – vollkommen überzeugt und die Stimmung entsprechend transportiert.
Fazit
„Der Schnee war schmutzig“ ist ein dunkles, spannendes Comic, welches auf menschliche Abgründe eingeht, sie zum Vorschein bringt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt.
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„Der Schnee war schmutzig“ erschien am 09. Januar 2026, kommt auf 104 Seiten, erscheint in einem stilvollen Hardcover in den Maßen 237 mm × 317 mm.
Handlung
Frank Friedmaier wächst im Bordell seiner Mutter auf. Aus Langeweile wird er zum Mörder und verrät die Frau, die ihn liebt. Doch sein Handeln hat Folgen. In einer namenlosen, besetzten Stadt erzählt Simenon eine düstere Geschichte von Schuld und Verlorenheit. Zeichner Yslaire setzt den existenzialistischen Noir-Krimi eindrucksvoll in Szene – mit intensiven Farben und bedrückender Atmosphäre.
Kritik
Der Leser wird sofort in eine raue Welt geworfen. Waffen, Gewalt und ein Bordell. Und ein Stern, der sehr an einen Judenstern erinnert, doch auf dem „Swing“ steht. Hier werden gleich zwei Sachen aufgegriffen: die Verfolgung der Juden und auf der anderen Seite die Verachtung gegenüber der Swing-Musik bzw. die Verachtung der amerikanischen Lebensart. Doch dass wir hier keine leichte Kost haben, wird schnell klar, gerade wenn es um die Schicksale geht.
Doch über allem liegt die Besatzung. Wer hier der Besatzer ist, ist klar. Zumindest wird es schnell klar, als Männer mit Armbinden auftauchen. Das Hakenkreuz wird nicht gezeigt, dafür aber irgendwann Adolf Hitler auf einem Plakat. Spätestens als die Handlung vollkommen ins Gefängnis abdriftet, kommen die Abgründe der deutschen Geschichte zum Vorschein. Es ist kein Wunder, dass das Comic eine verlagseigene Altersfreigabe ab 16 Jahren hat.
Die Zeichnungen sind sehr markant gehalten. Sie zeigen sehr ausdrucksstark die Mimik der Charaktere. Ich musste mich zwar ein paar Seiten an den breiten Strich und die Überzeichnung gewöhnen, alles ist voluminös gehalten, doch letztlich hat diese dunkle Aufmachung – es werden sehr wenige Farben benutzt – vollkommen überzeugt und die Stimmung entsprechend transportiert.
Fazit
„Der Schnee war schmutzig“ ist ein dunkles, spannendes Comic, welches auf menschliche Abgründe eingeht, sie zum Vorschein bringt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt.