Filme - Drama

Destroyer

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Destroyer
DestroyerFilme - Drama | mit: mit: Nicole Kidman, Toby Kebbell, Tatiana MaslanyBewertung:★★★★★ Die hochgelobte Regisseurin Karyn Kusama inszeniert nach „Girlfight – Auf eigene Faust“ erneut eine vielschichtige, weibliche Hauptfigur. In „Destroyer“ verkörpert Nicole Kidman die gescheiterte Polizistin Erin Bell, die sich neben einem Feind aus ihrer Vergangenheit auch ihrer eigenen Vergangenheit und Fehlentscheidungen mit Auswirkungen auf die Gegenwart stellen muss. Handlung Erin Bell, LAPD-Detective, hat vor 17 Jahren bei einem Undercover-Einsatz ihren Partner und Lebensgefährten verloren. Dieser Verlust und der eigene Vorwurf, selbst an dem Unglück schuld gewesen zu sein, haben die ehemals engagierte Polizistin zerfressen. Bell ist nur noch ein heruntergekommener Schatten ihres jüngeren selbst. Doch nun scheint Gangster Silas, der ihren Partner vor 17 Jahren erschossen hat, zurück zu sein und es könnte sich die Chance bieten, Rache zu nehmen. Bell will das um jeden Preis. Trailer BewertungIn Destroyer wird die Hintergrundgeschichte um das Ableben des Partners und Geliebten der Protagonistin in Rückblenden schrittweise erzählt. So ergeben sich auch für Zuschauerinnen und Zuschauer erst schrittweise Zusammenhänge, die zum Verständnis der gegenwärtigen Situation der Protagonistin wichtig sind. Die Rückblenden fokussieren nicht ausschließlich den Verlust und das dazugehörige Feindbild, sondern bieten auch Einblicke in die düstere Seite der Protagonistin, eine Gier, die sich im Undercovereinsatz breitgemacht hat. Die Methodik der Rückblenden ist nicht gerade ungewöhnlich, wird hier aber sehr gut eingesetzt und baut eine zusätzliche Ebene inhaltlicher Komplexität auf.
Das Highlight des Films ist zweifellos Nicole Kidman in der Rolle der Polizistin, die über den Verlust des Partners nicht hinweggekommen ist. Sie sieht schlicht und einfach furchtbar aus. Kidman bringt diese Rolle toll rüber und schafft es so die Person Erin Bell von dummen, gescheiterten Sauf-Helden-Cop-Klischees fernzuhalten. Stattdessen wird eine wirklich kaputte Existenz präsentiert, die schlicht auf Rache aus ist und den Moment, in dem der Schuldige wieder in greifbarer Nähe zu sein scheint, nutzen möchte. Ob es ihr nun letzten Endes persönliche Genugtuung verschafft, spielt erstmal keine Rolle. Bell schleppt sich förmlich von Zeuge zu Zeuge, bereit diesen zu ihrem möglicherweise letzten Auftrag zu machen. All das ist wirklich sehr gut in Szene gesetzt.
Weniger gut hat mir die Maske der jungen Erin Bell gefallen, die etwas künstlich aussieht. Dass die 17 Jahre zurückliegende Zeit nicht mehr dem Alter von Nicole Kidman entspricht, sieht man.
Außerdem gibt es in meiner Wertung Punktabzug für einzelne Szenen, die ein wenig an Zusammenhang vermissen lassen. Parallel zur eigentlichen Geschichte wird auch noch die Beziehung zur Bells Tochter thematisiert, die trotz ihres jungen Alters schon recht selbstständig zurechtkommen muss, da ihre Mutter sie vernachlässigt hat. Das Verhältnis der beiden zueinander ist schlecht, aber die Hintergründe dazu werden nicht besonders ausführlich dargelegt. Bell ist mit einigen Lebensentscheidungen ihrer Tochter, zum Beispiel ihrem prolligen Gangsterfreund, nicht zufrieden, hat aber vieles davon selbst zu verantworten. Sie war zu ihrer Tochter häufig nicht ehrlich und hat die genauen Gründe für ihre eigene Depression verschwiegen. Letzten Endes ist aber das „reinen Tisch machen“ auch nicht mehr als kryptisches Gefasel, welches erneut die Details auslässt. Das wirkt irgendwie, vor allem in Bezug auf das Ergebnis, das dieses Gespräch zwischen den beiden hat, unrealistisch. Fazit Destroyer glänzt nicht mit Innovation, sondern mit einer grandiosen Protagonistin, die die ganze dramatische – wenn auch nicht unbedingt einfallsreichste – Geschichte in einer Person vereint. Trotz kleinerer Macken im Detail ist Destroyer ein gelungenes Action-Drama.
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