Buch - Drama
Diagnose: Judenhass
Diagnose: JudenhassBuch - Drama | mit: Eva Gruberová (Autor), Helmut Zeller (Autor)Bewertung:★★★★★ Judenhass? Das waren doch die Nazis vor fast 100 Jahren. Das betrifft uns doch nicht mehr und sowieso sind wir doch alle weltoffen. Nun ja, dass sich der Antisemitismus in Deutschland wieder ausbreitet und schon immer da war, ignorieren wir nur zu gern, schließlich sind wir ja die modernen Deutschen, die moralisch überlegen sind. Wie wir überlegen sind, zeigt sich aktuell in der Impfdebatte, in der selbst die europäische Lösung kritisiert wird. Dabei sollte es doch nicht um nationale Interessen gehen, sondern um die Bekämpfung einer weltweiten Pandemie. Alleine aus den genannten Gründen sollte sich jeder einmal Gedanken machen, wo er aktuell steht. Das Buch "Diagnose: Judenhass" dient für dieses Vorhaben als Augenöffner und Weckruf zugleich, denn einfach weggucken oder Todschweigen geht nicht mehr... Handlung Bis vor wenigen Jahren hieß es in Deutschland stets, jüdisches Leben sei ein selbstverständlicher Teil der Normalität. Aber spätestens nach dem Überfall auf die Synagoge in Halle 2019 und der massiven Ausbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen in der Corona-Krise bekam dieses Bild tiefe Risse. Eva Gruberová und Helmut Zeller sind durch Deutschland gereist und haben zugehört – von Rostock über Berlin bis Dortmund und nach München, mit einem Abstecher nach Wien. Dabei zeigt sich, dass Juden hierzulande kein normales Leben führen können, es sei denn, man hält Polizei und Sicherheitszäune vor jüdischen Kindergärten, Brandanschläge auf Synagogen, oder perfide Witze für etwas, das zur deutschen Normalität gehört. Jüdinnen und Juden erleben Übergriffe und Anfeindungen auch aus muslimisch geprägten Milieus. Was aber viele nicht sehen: Antisemitismus kam und kommt aus der "bürgerlichen Mitte". Die Reportagen, Interviews und Analysen machen sichtbar, dass der Judenhass tief in der Gesellschaft verwurzelt ist – und uns alle angeht.BewertungIn den Nachrichten kommt die Meldung, dass ein jüdischer Friedhof zerstört wurde. Grabsteine umgekippt und Hackenkreuze an die Wand gesprüht. Eine Meldung, die unter geht, die nur noch eine Randnotiz ist. Selbst ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim oder eine Synagoge mutieren zu belanglosen Randerscheinungen. Da spricht das Volk doch lieber über die aktuellen und aberwitzigen Ablösesummen, wenn ein Fußballspieler von einem Ostdeutschen Komerzverein nach Bayern wechselt. Die im Übrigen ihre Trainingslager in Landschaften abhalten, die sich nicht gerade für Menschenrechte einsetzen.
Worauf ich hinaus will und da ist die schönste Nebensache der Welt immer gut als Aufhänger, es stimmt etwas nicht. Die Mitte der Gesellschaft driftet immer mehr in die rechte Ecke. Verliert sich im Kapitalismus und macht irgendwie das "Weltjudentum“ dafür verantwortlich. So zumindest lauten Umfragewerte, in denen ein Großteil der Bevölkerung immer noch altertümliche Verschwörungstheorien glauben schenken. Die AFD ist ein fester Bestandteil von Schleswig Holstein bis Bayern in den Parlamenten geworden.
Das der Judenhass schon immer aus der Mitte gekommen ist, wird oftmals ausgeblendet. Eine Überschrift "Juden hass in der Mitte angekommen" wäre falsch, denn dort schlummert er schon immer, ist präsent und wartet auf weitere Anhänger. "Diagnose: Judenhass" geht dabei ins Detail. Zeigt, wie groß das Problem geworden ist und schon immer war. Wie es verharmlost wird, wie keiner drüber spricht, obwohl es eine Bevölkerungsgruppe in Deutschland gibt, die nicht offen eine Kippa tragen kann, weil sie sonst in Angst und Schrecken leben muss. Warum muss die Polizei jüdische Einrichtungen schützen? Warum werden Taten zu oft verharmlost.
Das Buch von Eva Gruberová und Helmut Zeller ist selbst für Leute geschrieben, die sich bereits mit der Materie auskennen. Die beiden Autoren sind sehr gründlich, präsentieren viele Beispiele, zitieren aus Briefen und schildern ihre Erlebnisse. Wer an dieser Stelle eventuell daran denkt, dass "Diagnose: Judenhass" eine langweilige Abhandlung ist, den kann ich beruhigen, denn die Gruberová und Zeller verstehen es, knackig zu schreiben, sodass das Buch gut zu Lesen ist.
Fazit "Diagnose: Judenhass" ist ein Buch, dass sollte jeder lesen, einfach darum, weil wir endlich wieder in einer breiten Öffentlichkeit über die alte Krankheit Judenhass reden müssen. Es wird Zeit!
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Worauf ich hinaus will und da ist die schönste Nebensache der Welt immer gut als Aufhänger, es stimmt etwas nicht. Die Mitte der Gesellschaft driftet immer mehr in die rechte Ecke. Verliert sich im Kapitalismus und macht irgendwie das "Weltjudentum“ dafür verantwortlich. So zumindest lauten Umfragewerte, in denen ein Großteil der Bevölkerung immer noch altertümliche Verschwörungstheorien glauben schenken. Die AFD ist ein fester Bestandteil von Schleswig Holstein bis Bayern in den Parlamenten geworden.
Das der Judenhass schon immer aus der Mitte gekommen ist, wird oftmals ausgeblendet. Eine Überschrift "Juden hass in der Mitte angekommen" wäre falsch, denn dort schlummert er schon immer, ist präsent und wartet auf weitere Anhänger. "Diagnose: Judenhass" geht dabei ins Detail. Zeigt, wie groß das Problem geworden ist und schon immer war. Wie es verharmlost wird, wie keiner drüber spricht, obwohl es eine Bevölkerungsgruppe in Deutschland gibt, die nicht offen eine Kippa tragen kann, weil sie sonst in Angst und Schrecken leben muss. Warum muss die Polizei jüdische Einrichtungen schützen? Warum werden Taten zu oft verharmlost.
Das Buch von Eva Gruberová und Helmut Zeller ist selbst für Leute geschrieben, die sich bereits mit der Materie auskennen. Die beiden Autoren sind sehr gründlich, präsentieren viele Beispiele, zitieren aus Briefen und schildern ihre Erlebnisse. Wer an dieser Stelle eventuell daran denkt, dass "Diagnose: Judenhass" eine langweilige Abhandlung ist, den kann ich beruhigen, denn die Gruberová und Zeller verstehen es, knackig zu schreiben, sodass das Buch gut zu Lesen ist.
Fazit "Diagnose: Judenhass" ist ein Buch, dass sollte jeder lesen, einfach darum, weil wir endlich wieder in einer breiten Öffentlichkeit über die alte Krankheit Judenhass reden müssen. Es wird Zeit!