Netflix

Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit
Die Berufung – Ihr Kampf für GerechtigkeitNetflix | mit: Felicity Jones, Armie HammerBewertung:★★★★★ Ruth Bader Ginsburg ist eine Frau, die im hohen Alter ihre Streitlust nicht verloren hat. Sie geht Wege, die sich die Meisten nicht einmal vorstellen können. Was sich heute banal anhört, wurde erst durch Frauen und Männer wie Ginsburg ermöglicht. Sie ist nicht die erste Frau, die sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzt, aber sie ist eine, die wir kennen sollten. Schließlich hat sie für bahnbrechende Erfolge in der juristischen Welt der USA gesorgt. Handlung Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) möchte in Harvard studieren. Sie belegt den Studiengang Rechtswissenschaft, sie möchte Anwältin werden. Doch nur wenige Frauen werden überhaupt zugelassen und sind dennoch nur Außenseiterinnen. Nach dem Studium das gleiche Bild. Keine große Kanzlei will sie unter Vertrag nehmen, obwohl sie eine der Besten ihres Faches ist. Sie hat ein Zeugnis, von denen die meisten ihrer Kollegen nur träumen können. Ihr Kampf für Gleichbehandlung ist aussichtslos, doch die starke Frau gibt nicht auf und wird von ihrem Mann Martin (Armie Hammer) unterstützt. Trailer BewertungDie ganz große Power entwickelt „Die Berufung“ nicht. Es ist eher die Lebensgeschichte von Ruth Bader Ginsburg, die der Zuschauer am Ende des Films schon fast mit Applaus würdigt. Es ist ein unglaublicher Kampf, den die Frau in ihrem Leben bewältigt hat. Sie hat aber nicht nur in ihrem Beruf überzeugt, sondern auch in ihrer Beziehung und in ihrer Rolle als Mutter. Ihrer Tochter, ebenfalls sehr rebellisch, und ihrem Sohn hat sie zusammen mit ihrem Ehemann den nötigen Halt gegeben. Dann hat sie noch ihrem Mann, der früh eine Krebsdiagnose erhalten hat, gepflegt und ihn durchs Studium gebracht. Drei große Herausforderungen, die nicht jeder, egal ob Mann oder Frau, gemeistert hätte. Es ist also kein Wunder, dass Ginsburg für den obersten Gerichtshof in den USA benannt wurde. Das Biopic hat also schon alleine deswegen seine Daseinsberechtigung. Wer noch etwas genauer in die Materie einsteigen möchte, der sollte sich den Dokumentarfilm „RBG“, von Betsy West und Julie Cohen ansehen. Der Streifen wurde im Übrigen für den Oscar nominiert.

Felicity Jones zeigt immer mehr, was für eine gute Darstellerin sie ist. Sie überzeugt in der Hauptrolle und spielt ihre Rolle sehr authentisch. Gerade die Enttäuschungen kommen gut beim Zuschauer an und sind der Eckpfeiler für das weitere Handeln. Alleine die Szene, als sie eine minderwertige Tätigkeit annimmt, um endlich Anwältin zu sein, ist eine Art Weckruf. Dass der Kampf nur gemeinsam gelingen kann, wird in der tollen Beziehung deutlich. Auch die Bindung, zwischen Mutter und Tochter trägt zum Kampfesmut bei. Es ist die Diskussion, die Bereitschaft sich aufzureiben, die Ginsburg antreibt.

Nimmt man den Film an sich, könnte es allerdings ein wenig mehr sein. Die Schlüsselmomente hätten mehr Drama verdient gehabt. Der Schlag in die Fresse war spürbar, dennoch hätte dieser nicht mit der flachen Hand sein sollen, sondern direkt mit der Faust. So pendelt sich die Dramaturgie und Lebensstory auf gute vier von fünf Sternen ein. Fazit „Die Berufung“ ist ein guter Film über eine starke Frau, die die Welt ein Stück weit verbessert hat. Der ganz große Knall bleibt allerdings aus.
ZURÜCK INS ARCHIV