Comic - Drama

Die Blüte von Paris

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Blüte von Paris
Die Blüte von ParisComic - Drama | mit: Gaëlle Geniller Bewertung:★★★★★ Endlich ist es kein Tabuthema mehr, es wird offen in der Gesellschaft drüber gesprochen. Dass es nicht sofort eine neue Moral gibt, dass es aktuell noch viele Skeptiker gibt, das sich einige Lager aufgetan haben, gehört alles dazu. Schließlich kann sich eine neue nationale, gar weltweite Wertvorstellung nicht über Nacht aufbauen. Da gehört einfach der Diskurs dazu und wir alle müssen uns damit beschäftigen. Das machen wir auch, obwohl wir es vielleicht nicht wollen. Die Rede ist von der Akzeptanz, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt, dass sich Menschen erst orientieren müssen, bevor sie bestimmen können, zu welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen. Der Band "Die Blüte von Paris" ist ein imposanter Beitrag, der aus der Feder von Gaëlle Geniller stammt. Genillers vordergründiges Thema ist Diversität, was immer wieder in ihren Comics thematisiert wird. Handlung Rose, ein 19-jähriger junger Mann, wächst Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Pariser Kabarett auf. Wie alle jungen Tänzerinnen dort möchte auch er in extravaganten Outfits auf der Bühne auftreten. Durch sein Talent wird er schnell zur Hauptattraktion und verzaubert besonders Aimé, einen vom Leben gelangweilten Millionär. Feinfühlig unterstützt er Rose auf der Suche nach der eigenen Identität unabhängig vom biologischen Geschlecht.
BewertungKennt ihr noch den Film "The Danish Girl"!? Eddie Redmayne zeigt eine unglaubliche Darbietung. Der Film konnte fesseln und zeigte unter anderen die Stigmata der Gesellschaft, wie Vorurteile und die Ablehnung Menschen zersetzt haben. Nur, weil sie sein wollten, wie sie sind. Sie schaden ja niemanden, dennoch wurde mit den Fingern auf sie gezeigt. Warum ich das nun so schwer erwähne!? Beim Lesen von "Die Blüte von Paris" dachte ich sofort an die Produktion. Das Comic hat nämlich genau die gleiche erzählerische Dichte. Die Auseinandersetzung der Hauptfigur ist auf ähnliche Weise konzipiert und durchläuft mehrere Stationen.

Es ist aber zunächst der Tanz, die große Show auf der Bühne, der Rose in eine Welt einführt, die wohl offener für die Diversität ist. Im Publikum sind eher Begeisterungsströme zu erwarten. Kein Widerstand, keine fliegenden Gegenstände. Alle sind von der Darbietung angetan. Das hat mich schon positiv überrascht. In "Die Blüte von Paris" geht es um das Gefühlsleben von Rose. Der Weg ist das Ziel, wie man so schön sagt. Aber diese Aussage trifft hier vollkommen zu.

Die Zeichnungen wirken auf den ersten Blick zu verspielt. Doch beim Lesen habe ich relativ schnell bemerkt, dass sie genau richtig sind, das sie den Ton treffen um der Story einen würdigen Rahmen zu geben.
Fazit "Die Blüte von Paris" ist ein wundervoller Beitrag zum Thema Diversität und würde sicherlich in der Filmwelt einen Oscar bekommen...
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