Buch - Drama

Die Dame in Gold

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Dame in Gold
Die Dame in GoldBuch - Drama | mit: Valérie Trierweiler Bewertung:★★★★★ Mit dem Roman „Die Dame in Gold“, der Adele Bloch-Bauer portraitiert, setzt der Aufbau-Taschenbuchverlag seine bemerkenswerte Roman-Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ fort. Die Autorin, Valérie Trierweiler, Jahrgang 1965, ist eine politische Journalistin, die als Lebensgefährtin des Staatspräsidenten François Hollande von 2012 bis Anfang 2014 la Première dame Frankreichs war. Handlung Oktober 1904, Adele Bloch wacht glücklich nach einer Entbindung auf und wartet sehnsüchtig darauf, ihren neugeborenen Sohn wieder in die Arme schließen zu dürfen. Doch ihr Mutterglück dürfte sie nur noch sehr kurz verspüren, denn ihr Sohn ist bereits wenige Stunden nach seiner Geburt gestorben. Adele, die bereits eine Totgeburt hinter sich hat, ist am Boden zerstört. Sie gehört zur Wiener Oberschicht, ist mit dem 17 Jahre älteren Ferdinand Bloch verheiratet, der sie abgöttisch liebt und bereit ist, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. In ihrem Salon sind Siegmund Freud, Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Gustav Mahler und Gustav Klimt häufig zu Gast. Inmitten der Wiener Boheme, in der Kunstmetropole, die gerade vom Aufstieg der Secession gezeichnet ist, umgeben von Malern, Literaten und Musiker, ist Adele von tiefer Trauer gezeichnet. Ferdinand, der die Faszination seiner Frau für Klimts Genie bemerkt, beauftragt diesen, ein Portrait von Adele zu malen. Während Adele ihm Modell sitzt, diskutieren die beiden über Kunst und Literatur. Als Klimt, der als Verführer gilt, aber eines Tages Adele seine Liebe gesteht und sie küsst, muss sie sich ihre eigene Leidenschaft zu Klimt eingestehen. Wird diese Leidenschaft ihrem Leben einen neuen Sinn geben können? BewertungValérie Trierweiler führt den Leser nach Wien, zu Beginn des 20 Jahrhunderts. Man taucht ein in die besondere, farbenprächtige Atmosphäre des Jugendstils und findet sich inmitten des künstlerischen Lebens, inmitten der vermögenden Wiener Oberschicht. Auch die Darstellung der Hauptheldin, der klugen, intelligenten, selbstbewussten und emanzipierten aber auch verzweifelten und mit sich und Gott hadernden Adele Bloch ist der Autorin gut gelungen. Der Fokus des Romans liegt auf der Zeit, als Adeles Leben von ihrer Leidenschaft zu Gustav Klimt und ihrer Faszination für sein Kunstgenie gezeichnet war. Mit ihm erlebt sie, nach den schrecklichen Schicksalsschlägen wieder Glück und schöpft Hoffnung, in ihm sieht sie „jene Freiheit, die sie als Frau für sich nicht einfordern kann“, Freiheit von allen gesellschaftlichen Konventionen.

Die Leser können die Entstehung Klimts berühmter Werke mitverfolgen und ihre Bedeutung besser verstehen. Adele, „die Frau in Gold“, ist es ihre gesellschaftliche Stellung, ihre Liebe, die die Sonne erstrahlen lässt oder der goldene Käfig, in dem sie lebt? Obwohl ihr Mann sich bemüht, ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, ihre Schmuckschatulle und ihre Garderobe mit Kostbarkeiten gefüllt sind, versteht er nicht, dass sie sich für Politik interessiert und von den Frauen fasziniert ist, die für ihre Rechte kämpfen. Heimlich geht Adele in die Wiener Randbezirke, lässt dorthin Lebensmittel und Kleidung bringen, um den Armen zu helfen. Dennoch ist Adele in ihrer großbürgerlichen Welt gefangen.

Etwas gestört hat mich der holprige Schreibstil der Autorin: Zu kurze, wie abgeschnitten wirkende Sätze. Die anderen Romane der Reihe empfand ich als tiefgründiger und sprachlich besser gelungen.
Fazit Ein Portrait Wiens um die Jahrhundertwende und ein Roman über die Leidenschaft
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