Buch - Drama
Die Evolution der Sprache: Wie die Menschheit zu ihrer größten Erfindung kam
Die Evolution der Sprache: Wie die Menschheit zu ihrer größten Erfindung kamBuch | mit: Guy Deutscher (Autor)Bewertung:★★★★★ Trotz seines „sprechenden Namens“ ist Guy Deutscher ein in Tel Aviv aufgewachsener Wissenschaftler, der die deutsche Sprache nicht beherrscht. Deutscher hat in Cambridge Mathematik und Linguistik studiert und an den Universitäten in Leiden und Manchester über Sprachstrukturen geforscht. Sein Roman „Die Evolution der Sprache - Wie die Menschheit zu ihrer größten Erfindung kam“ ist original auf Englisch erschienen. Dank dem C.H. Beck Verlag und dem Übersetzertalent von Martin Pfeiffer ist das Werk nun auch den deutschen Lesern zugänglich. Handlung Nach einem Vorwort zur deutschen Ausgabe und einer Einleitung folgen sieben Kapitel, die die Entwicklungen der Sprache skizzieren, obwohl es keine zuverlässigen Informationen gibt, wann und wie die Sprache zuerst aufgetaucht ist. In diesen Kapiteln geht der Autor kurz auf einige Theorien zur Entstehung der Sprache ein, auf die Diskussion, ob es angeborene oder „Gen kodierte“ Anteile gibt, gewisse Sprachstrukturen in unseren Genen also festgelegt sind oder woher zum Beispiel das ganze Kasussystem im Lateinischen, unser ganzer Wortschatz, die Satzstrukturen und andere grammatische Strukturen kommen. Wer noch tiefer einsteigen möchte, dem stehen noch sechs weitere Anhänge zur Verfügung, die sich mit einzelnen Phänomenen beschäftigen.Bewertung„Die Evolution der Sprache“ von Guy Deutscher ist ein wissenschaftliches Fachbuch, das gewisse Grundkenntnisse der Linguistik sowie Zeit und Konzentration beim Lesen erfordert. Es ist kein Buch, das man gemütlich vor dem Schlafengehen lesen kann. Der Autor beschäftigt sich mit der Sprache als größter Erfindung der Menschheit, obwohl sie nie erfunden wurde. Zahlreiche Beispiele aus mehreren Sprachen sowie Hinwendungen an die Entdeckungen bedeutender Linguisten wie de Saussure oder Chomsky veranschaulichen Deutschers Ausführungen. Die Belege findet der Autor im Verhalten der Sprache sowohl in der Gegenwart als auch in ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte in den indoeuropäischen und auch in den semitischen Sprachen. Nebenbei bekommt man Antworten darauf, warum Rübe auf Deutsch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird, das Mädchen aber geschlechtslos ist, warum viele Sprachen kein „haben“ haben oder wie die Bedeutung von „schlecht“ sich gewandelt hat. Fazit Sie werden staunen und sich ein bisschen wie ein Entdecker fühlen, auch wenn das Buch keine leichte „Zwischendurch-Lektüre“ ist.
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