Filme - Horror

Die Farbe aus dem All

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Farbe aus dem All
Die Farbe aus dem AllFilme - Horror | mit: Nicolas Cage, Joely Richardson, Tommy ChongBewertung:★★★★★ Richard Stanleys moderne Interpretation einer klassischen Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft schafft es nicht nur durch eine starke Performance von Nicolas Cage zu einem wirklichen sehenswerten Horror-Leckerbissen. Der wahnsinnige Einfallsreichtum und die schaurig-schönen Bilder sorgen dafür, dass man „Die Farbe aus dem All“ so schnell nicht vergisst… Handlung Als ein mysteriöser Meteorit im Vorgarten des Bauernhofs der Familie Gardner im ländlichen Neu-England einschlägt, ahnen Nathan, Theresa und ihre Kinder noch nicht, welche außerirdische Macht schon bald ihr Leben auf den Kopf stellen wird, denn der Meteorit beginnt die Erde und auch die Lebewesen um sich herum mit einer seltsamen Farbe zu infizieren. Trailer BewertungHoward Phillips Lovecraft gehört zu den einflussreichsten Horrorschriftstellern aller Zeiten. Seine Geschichten wurden nicht nur in zahlreichen Filmen adaptiert (z.B. „Re-Animator“ oder „From Beyond“), sondern dienten auch als Inspiration für Filme wie „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Event Horizon“ oder „Alien“. Auch wenn man erwähnen muss, dass Lovecrafts Werk voll von rassistischen Vorstellungen und einer Abneigung gegen alles, was nicht seiner Idee eines normalen Lebens im Neu-England des frühen 20. Jahrhunderts entspricht, ist, sorgen seine schaurige Prosa und schreckenserregenden Schöpfungen auch mehr als 100 Jahre nach ihrer Entstehung noch für einige Gänsehaut.

Irgendwie wirkt es da auch nicht befremdlich, dass sich Richard Stanley ausgerechnet eine Lovecraft-Geschichte als Stoff für seinen ersten Spielfilm nach dem desaströsen Ende seiner Arbeit an „DNA – Die Insel des Dr. Moreau“ im Jahr 1996 (beeindruckend aufbereitet in der Doku „Lost Soul: The Doomed Journey of Richard Stanley's Island of Dr. Moreau“) ausgesucht hat. Die Kombination von Lovecrafts phantastischem Horror und Stanleys Hang zu fantasievoller, wenn auch oftmals sehr eigener Inszenierung wirkt einfach wie eine Paarung, die früher oder später passieren musste.

Obwohl „Die Farbe aus dem All“ neben den Geschichten über Cthulhu und die großen Alten eher eine sekundäre Rolle im Werk des H.P. Lovecraft spielt, punktet auch dieses Horrormär mit den typischen Elementen. Die mysteriöse Farbe, die außerirdische Kraft und das Schrecken, welches sie auf dem Hof der Gardners verbreitet, werden von Richard Stanley in wirklich stilsicheren und teils absolut wunderschönen Bildern eingefangen. Hier müssen auch die Kameraarbeit von Steve Annis und die beeindruckenden Spezialeffekte gelobt werden, die für einen Film mit eher geringem Budget keine Selbstverständlichkeit sind.

Man darf sich auch nicht durch die Besetzung von Nicolas Cage und Tommy Chong täuschen lassen. Das hier ist weder eine Billigproduktion, noch einer dieser Filme, die eigentlich nur als Futter für Zusammenschnitte von verrückten Schauspielmomenten von Nicolas Cage taugen. Wie schon in „Mandy“, ordnet sich Cage hier dem Film unter und das tut nicht nur seiner eigenen Darbietung, sondern auch dem Gesamtwerk sichtlich gut. So sticht Cage in keiner Weise heraus und das ist in seiner Karriere oftmals als absolutes Kompliment gemeint.

Alles in allem gelingt es Richard Stanley auf sehr überzeugende Art und Weise, die Schauergeschichte aus dem letzten Jahrhundert in ein modernes Gewand zu kleiden. Auch wenn man sich hin und wieder den Gesetzmäßigkeiten des Horror-Genres unterworfen sieht, fühlt sich der Film dennoch frisch und außergewöhnlich an, was es umso begrüßenswerter macht, dass Stanley - mit „Das Grauen von Dunwich“ – bereits an der nächsten Verfilmung einer Lovecraft-Geschichte arbeitet… Fazit “Die Farbe aus dem All“ muss sich nicht hinter Lovecraft-Verfilmungen wie „Re-Animator“ oder „From Beyond“ verstecken, sondern schafft es mit toller Atmosphäre, super Spezialeffekten und einem gut aufgelegten Schauspielerensemble rund um Nicolas Cage die Geschichte des Horror-Altmeisters in das 21. Jahrhundert zu übersetzen, ohne dabei an Grauen und Schrecken einzubüßen.
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