Comic - Komödie

Die Farbe der Dinge

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Farbe der Dinge
Die Farbe der DingeComic - Komödie | mit: Martin Panchaud Bewertung:★★★★★ Der Titel „Die Farbe der Dinge“ hört sich nach einer Abhandlung soziologischer Ausmaße an, doch das Comic von Martin Panchaud entwickelt sich zu einer Tragikkomödie, die einen ganz besonderen Look hat. Der Leser bekommt nicht die obligatorischen Panels zu sehen, sondern sieht in der Regel nur Kreise, für seine Figuren, die wir dann aus der Vogelperspektive sehen. Handlung Simon wohnt in einem Vorort. Die große weite Stadt vor seinen Füßen hört auf den Namen London. In seinem Viertel ist er den Gemeinheiten und Hänseleien von anderen Jungen ausgesetzt. Zu allem Überfluss haben seine Eltern eine Menge Probleme. Sein Leben ändert sich aber, als er zu einer Wahrsagerin geht. Diese sagt ihm die Gewinner für das nächste Pferderennen voraus und dann räumt Simon einen Millionenbetrag ab. Doch mit dem Geld sind seine Probleme nicht gelöst, sondern sie fangen jetzt erst richtig an.BewertungZunächst muss natürlich der optische Look gewürdigt werden. Der Leser befindet sich in der Vogelperspektive, ähnlich wie in einem Navigationsgerät oder einer handelsüblichen App. Die Charaktere sind farbige Kreise, damit der Leser sie anhand dessen unterscheiden kann. Die Einführung findet dann in jeder Szene statt, also immer dann, wenn eine neue Figur in der Geschichte ist. Lustig ist es daher auch mal, wenn sie in der Öffentlichkeit sind, dann gibt es viele Punkte für Statisten. Die Idee von Martin Panchaud hat mir sehr gut gefallen und wertet den breit gefächerten Comic-Wald weiter auf. Einige Zeichnungen weichen dann von dem Schema ab. Es gibt einige Erklärungen, wie zum Beispiel ein Elektroschocker funktioniert. Dies ist nicht nur ganz angenehm für zwischendurch, sondern treibt überspitzte Handlungsstränge gekonnt auf die Palme.

Die Geschichte ist für Simon auf der einen Seite so dramatisch und traurig, dass dieses Familiendrama eigentlichen an die Nieren gehen sollte. Durch besagt humorvolle Art, also so wie Panchaud die Panels gefüllt hat, macht es auf der anderen Seite aber wiederum eine Menge Spaß „Die Farben der Dinge“ zu lesen. Dabei liegt die Heftigkeit im Detail. Es sind klassische aber krasse Themen, die der Comic anschneidet. Wir hätten zum Beispiel den Umgang mit dem Tod, zerrüttete Familienverhältnisse, Gewalt in der Ehe, Gewalt unter Jugendlichen und einen überforderten Polizeiapperat, der anscheinend lieber Protokolle führt, anstatt echte Aufklärungsarbeit zu unternehmen.

Es sind aber auch die unglaublichen Zufälle, Schicksalsschläge, die es so eigentlich nicht geben kann, wie zum Beispiel der Lottogewinn, die aus „Die Farben der Dinge“ etwas besonderes machen. Wer sich fragt, warum der Autor auf einmal von einem Wal berichtet, der darf auf das Ende gespannt sein. Es sind einfach angenehm verrückte Ideen. Fazit „Die Farbe der Dinge“ ist optisch ein Augenschmaus und präsentiert sich auch inhaltlich von seiner besten Seite!
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