Buch - Thriller

Die Fremde in meinem Haus

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Fremde in meinem Haus
Die Fremde in meinem HausBuch - Thriller | mit: JP Delaney (Autor), Sibylle Schmidt (Übersetzer) Bewertung:★★★★★ Autor J.P. Delaney hat bereits einige Hits geschrieben. Das klingt irgendwie kleiner, als es in Wirklichkeit ist. Schließlich ist der Erfolg so groß gewesen, dass seine Werke in 45 Ländern herausgebracht wurden und das ist ein gehöriges Ausrufezeichen. Sein wohl größtes Buch ist „Tot bist du perfekt“, das auch zu seiner Popularität beigetragen hat. Nun kommt mit „Die Fremde in meinem Haus“ sein neustes Schreibzeugnis in die deutschen Läden. Ich verrate euch, wie es mir gefallen hat. Wie immer: Ein Stück weiter unten… Handlung „Hallo, ich bin Anna. Aber geboren wurde ich als Sky und ich glaube, dass du meine leibliche Mutter bist.“ Diese Nachricht trifft Susie wie ein Schlag in die Magengrube. Tatsächlich hat sie vor 15 Jahren als junge, mittellose Musikerin ihre Tochter zur Adoption freigegeben– und diese Entscheidung seitdem stets bitter bereut. Als Anna dann über ihre strengen Adoptiveltern berichtet, ist Susie überzeugt, dass das Mädchen Hilfe braucht. In der Hoffnung, ihren Fehler aus der Vergangenheit wieder gutzumachen, nimmt sie Anna bei sich auf. Doch das Mädchen verhält sich seltsam und verstrickt sich mehr und mehr in Lügen. Eine nur verständliche Reaktion auf die traumatischen Zustände in ihrer Adoptivfamilie? Oder steckt mehr dahinter? Was sind die wirklichen Gründe für die Adoption vor 15 Jahren? Und wer hütet hier welches Geheimnis?BewertungIn letzter Zeit ist es modern sich um die schwierigen Themen zu kümmern. Gerade, wenn es um Kindeswohlgefährdung geht, wenn Behörden in reichen Läden nicht die nötigen Mittel bekommen, um die Kleinsten unserer Gesellschaft zu schützen. Und das ganze vermischt sich dann mit sexueller Belästigung und der MeToo-Bewegung. Wir haben das Glück in einer Zeit des Wandels zu leben. „Die Fremde in meinem Haus“ nimmt diese Dinge auf und macht sich diese zu eigen. Das ist gut und es schockiert immer noch. Diese Themen gehen einem nach wie vor nahe, ein Abnutzungseffekt macht sich (noch) nicht breit.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was eine große Stärke ist, sodass alle Charaktere ihre Eindrücke wieder geben können. Das klappt soweit auch ganz gut. Was dann allerdings nicht so gut klappte, war die Tatsache, dass nicht hinterfragt wurde, dass alles hingenommen wurde. Hier hätte es nach meinem Geschmack mehr Widerstand geben müssen.

Obwohl der Schreibstil vom Autor wieder sehr flüssig war, alles gut beschrieben ist und handwerklich alles richtig gemacht wurde, hat mir letztendlich die große Spannung gefehlt. Ein Thriller lebt nun einmal von dieser und daher wäre die Genre-Nennung „Familiendrama“ besser geeignet. Letztendlich kann man noch von einem „Familiendrama mit Thrillerelementen“ sprechen. Daher war ich etwas enttäuscht. Fazit „Die Fremde in meinem Haus“ hat starke Drama-Elemente, dort kann das Buch punkten. Allerdings lässt der Roman Federn bei seiner Kerndisziplin: Dem Thriller.
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