Buch - Drama

Die Hafenschwester (1)

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Hafenschwester (1)
Die Hafenschwester (1)Buch - Drama | mit: Melanie Metzenthin (Autorin)Bewertung:★★★★★ Melanie Metzenthin, eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie aus Hamburg verbindet in ihrem ersten Roman der Hafenschwester - Saga „Die Hafenschwester – Als wir zu träumen wagten“ Liebe und das Interesse an der Geschichte ihrer Heimatstadt sowie der Medizin. Der gelungene Auftakt zur großen Saga erschien kürzlich im Diana Verlag. Handlung 19. August 1892, Marthas 14. Geburtstag. Nach der Schule bummelt Martha, die von ihrer Mutter 20 Pfennige zugesteckt bekam, durch den Hamburger Scharmarkt. Der Tag scheint herrlich zu sein. Als Martha aber mit der Zuckertüte, die sie mit ihren Geschwistern teilen möchte, heimkommt, findet sie ihre kleine Schwester Anna mit Brechdurchfall vor, wenig später stirbt die Kleine im Krankenhaus. Cholera bricht in der Hafenstadt aus und Martha verliert auch ihre Mutter. Damit ist Marthas Kindheit vorbei und auch ihre Träume. Der Vater ertränkt seinen Kummer im Alkohol und nun müssen Martha und ihr jüngerer Bruder Heinrich ums Überleben kämpfen. Martha gelingt es, eine Stelle als Krankenwärterin im St. Georg Krankenhaus zu bekommen. Ihr Wissensdurst und Fleiß fallen dem engagierten Arzt Dr. Schlüter auf und so wird das arme Mädchen aus dem Gängeviertel in die Krankenschwestern-Schule aufgenommen, eine Schule für Mädchen aus bürgerlichen Familien, wo sehr strenge Verhaltensregeln herrschen. Wird sie dort bestehen können? Zudem hat Martha ein Geheimnis: Seit ihrer Kindheit verbindet sie eine Freundschaft mit Milli, einem Mädchen, das von seinem Stiefvater zur Prostitution gezwungen wird. Auch die Ideen der Sozialdemokratie wecken Marthas Interesse.BewertungMelanie Metzenthin ermöglicht den Lesern eine Zeitreise ins Hamburg der 1890er Jahre. Das Leben der Arbeiter am Hamburger Hafen, ihre Sorgen, Nöte und Ängste sowie ihre Wohnsituation und medizinische Versorgung setzt die Autorin gekonnt zu einem authentischen Bild um. Das Nachwort am Schluss des ersten Teiles geht auf den geschichtlichen Hintergrund des Romans ein. Aber bereits beim Lesen merkt man, welch gründliche Recherchen zugrunde liegen. Man bekommt nicht nur sehr lebensnahe Einblicke in die damalige medizinische Versorgung, sondern auch in die Lage der Frauen und ihre gesellschaftliche Rolle sowie in die Entwicklung der Sozialdemokratie, der Arbeiterbewegung und Gewerkschaften.
Jede Romanfigur ist eine Persönlichkeit, die von der Autorin bis ins letzte Detail durchdacht und zum Leben erweckt wurde. Man trifft auf starke, liebenswerte Persönlichkeiten, aber auch auf solche, die man am liebsten meiden würde. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte, ihren Lebensweg und trägt dazu bei, dass man beim Lesen den Eindruck bekommt, mit vor Ort zu sein.
Die anschauliche Sprache der Autorin lässt Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, man taucht in die Geschehnisse des Romans mit ein und die 450 Seiten sind sehr schnell gelesen.
Fazit Ein sehr schöner historischer Roman! Ein wunderbarer Auftakt, der einen ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.
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