Buch - Drama

Die Malerin des Nordlichts

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Malerin des Nordlichts
Die Malerin des NordlichtsBuch - Drama | mit: Signe MunchBewertung:★★★★★ Die 1967 in Reinbeck bei Hamburg geborene Lena Johannson bereiste als Journalistin die Welt und verbrachte viel Zeit in Skandinavien. Einige ihrer bereits erschienenen Romanen wie z. B. “Die Villa an der Elbchaussee”, “Der Sommer auf Usedom” “Sommernaechte und Lavendelkuesse” sind der Leserschaft bereits gut bekannt. Nun veroeffentlichte der ATB Verlag einen weiteren Roman der Autorin, “Die Malerin des Nordlichtes” , der die Romanserie des Verlags “Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe” sicherlich bereichert. Handlung “Manchmal bedeutet ein Bleisiftstummel das groesste Glueck”: Der Roman “Die Malerin des Nordlichts” von Lena Johannson beginnt mit dem Versuch Signes, das Nordlicht einzufangen, funkelnd, flirrend und gleichzeitig klirrend wie Eis. In Kristiania (dem heutigen Oslo) hat sich 1922 Signe von ihrem Mann Johannes Landmark scheiden lassen, um sich ihrer Leidenschaft, der Kunst, zu widmen. Sie belegt Kurse, erinnert sich an die Worte ihres Onkels Edvard Munch, malt und versucht dabei ihr schwieriges Verhaeltnis zu ihrer Mutter Ana Munch auszublenden. Viele Jahre gibt es fuer Signe nur ihre Kunst, bis sie eines Tages einen viel juengeren Mann, Einar Siebke, kennenlernt. Nicht nur ihr Vorsatz, dass ihr Leben allein durch die Kunst bestimmt wird, wird auf die Probe gestellt. Einar schliesst sich mit dem Kriegsbeginn dem Widerstand an und schon bald dominiert die Angst Signes Leben.BewertungDer Name Munch assoziiert sich in meiner Vorstellung mit dem Gemaelde des Edvard Munch “Der Schrei”. Dass der weltberuehmte Maler eine talentierte Nichte hatte, habe ich nicht gewusst. Der Roman von Lena Johannson ist zwar keine Autobiographie, dennoch liegen diesem gruendliche Recherchen zu Grunde. Die Autorin entfuehrt die Leser in die 1920er Jahre und zeichnet das Portrait einer talentierten und mutigen Frau, die ihre finanzielle Sicherheit aufgegeben hat, um ihr Leben ihrer Leidenschaft – der Kunst – widmen zu koennen. Signe Munch erscheint im Roman als begabte Malerin, die jedoch nicht frei von Selbstzweifel ist und sich staendig mit ihrem Onkel, Edvard Munch, zu vergleichen sucht. Auch als ihr kuenstlerisches Schaffen Anerkennung findet, verschwinden diese Zweifel nicht. Ebenso kommen im Roman Signes Sehnsucht nach Liebe und ihre Angst davor, die Kunst aufgeben zu muessen, um die Liebe ihres Lebens nicht zu verlieren, zum Ausdruck. Nicht nur die Hauptfiguren des Romans sind der Autorin sehr authentisch gelungen, auch die Epoche, in der sich die Geschehnisse abspielen, ist so realistisch wiedergegeben, dass man sich beim Lesen wie ein Zeitzeuge vorkommt – sowohl in den 1920er Jahren als auch in der Zeit des Nationalsozialismus. Die unglaublich anschauliche Sprache des Romans wirkt wie die Striche eines Bleistifts oder die Farbtupfer eines Pinsels, die die Woerter zu einem lebendigen Bild werden lassen, Gefuehle erwecken und dem Leser eine Zeitreise ermoeglichen. In einem Nachwort erlaeutert die Autorin, um historische Richtigkeit bemueht, die geschichtlichen Hintergruende des Romans und trennt Fakten von ihren eigenen kuenstlerischen Freiheiten.
Mit Hilfe des Romans habe ich eine neue Kuenstlerin fuer mich entdeckt, die fuer ihre Landschaftsbilder und Portraits bekannt wurde. Auch wirkt der Roman wie eine Einladung nach Norwegen.
Fazit Zauberhaft geschrieben, eine faszinierende Zeitreise an der Seite von Signe Munch
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