Comic - Fantasy

Die Söhne von El Topo - Abel #2

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Die Söhne von El Topo - Abel #2
Die Söhne von El Topo - Abel #2Comic - Fantasy | mit: Alejandro Jodorowsky, Jose LadrönnBewertung:★★★★★ „El Topo“ ist für die Erfindung des Mitternachtskinos verantwortlich. Es war nicht bewusst inszeniert, es ergab sich aus dem Zufall. Dank der Absage der obligatorischen Komerzkinos, die den Film von Alejandro Jodorowsky nicht zeigen wollten, entstand ein Kult. Einmal um den Streifen und dann um die nächtliche Vorführung. Trotz erlangten Erfolges fanden sich nicht die nötigen Geldgeber um das neue Projekt „Die Söhne von El Topo“ zu finanzieren. Jodorowsky wollte es jedoch nicht aufgeben. Im Jahr 2016 gab es dann die schicksalshafte Begegnung zwischen ihm und Jose Ladrönn und beide machten sich dran, das Drehbuch nicht zu verfilmen, sondern zu vercomicen. Handlung Kain ist auf der Suche nach seinem Bruder Abel. Dieser ist gerade mit seiner toten Mutter auf dem Weg zur Heiligen Insel. Als sich beide treffen, stellen sie fest, dass sie dasselbe Ziel, aber eine andere Motivation haben, dieses zu erreichen. Abel will mit seinem Bruder die Mutter beerdigen, doch Kain will etwas von der Insel nehmen. Beide schließen aber den Entschluss, gemeinsam die Reise anzutreten und im Anschluss getrennte Wege zu gehen. Doch die Straße ist steinig und gepflastert von Banditen und zwei Frauen, die eine immer wichtigere Rolle einnehmen…Bewertung„Die Söhne von El Topo“ spielt eine alte Bibelerzählung nach. Natürlich sollte man es nicht als historisch relevanten Religionsunterricht heranziehen, die Eckpfeiler sind jedoch vorhanden und erzeugen sofort eine stilvolle Atmosphäre. Durch die Grundausrichtung sind die übernatürlichen Phänomene bestens zu erklären. Kain ist so etwas wie der dunkle Ritter, den man nicht einmal anschauen darf, sonst fällt man tot vom Pferd. Dann ist es die Mutter, die trotz ihres Ablebens nicht anfängt zu verwesen, sondern nach Heiligkeit riecht (was immer das auch sein soll). Ja, es sind gerade diese einzigartigen Szenen, die aus dem Comic – wie auch den Filmen – etwas Besonderes machen. Sicherlich nicht für jedermann geeignet, dennoch ein Leckerbissen mit ganz feinem Geschmack.

Es sind aber auch harte Einstellung zu sehen, die verdaut werden müssen. Das Rad wird nicht neu erfunden, wir haben es sicherlich in dem einen oder anderen Sektenfilm gesehen, gemeint ist die Vergewaltigung der Wegbegleiterin, doch schön ist so etwas sicherlich nicht. Die Art und Wiese, wie Kain seine Begleiterin der Sekte übergibt, ist drastisch und hart. Ein Pferd für die Unschuld einer Frau. Die weitere Dame der Ausgabe ist nicht die treue Gefährtin, sondern eine sehr zügellose Furie. Ihr Auftreten ist markant, sowie ihre Art und auch ihr äußerliches Erscheinungsbild. Diese zwei Frauen werden den Männern noch den Kopf verdrehen, beziehungsweise die Geschichte weiter anheizen.

Auffällig war dann noch eine Schlacht zwischen Nonnen und einer Banditenbande. Beide Seiten haben den Konflikt sehr brutal sowie blutig geführt und hier nehmen Autor Alejandro Jodorowsky und Zeichner Jose Ladrönn wieder kein Blatt vor den Mund und zeigen das vollkommene Ausmaß des Grauens. Optisch ist „Die Söhne von El Topo“ nicht gerade eine farbenfrohe Angelegenheit. Die düstere, tragische Ausgangssituation wird so natürlich untermalt, sodass die Stimmung von Anfang an gegeben ist. Ansonsten hat mir der Strich gefallen. Klare, deutliche und markante Darstellungen bilden ein rundes Bild zum Plot. Fazit „Die Söhne von El Topo“ ist eine gute Fortsetzung von einem Film der leider nie gedreht wurde.
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