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Don’t F**k With Cats

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Don’t F**k With Cats
Don’t F**k With CatsNetflix | mit: Bewertung:★★★★★ +++ Die Review ist nicht spoilerfrei +++

Der Online-Streaming-Riese „Netflix“ hat mal wieder eine interessante True-Crime-Story veröffentlicht. Dabei zählt die Auswahl des Falles wieder einmal zu der Kategorie „härterer Tobak“, sodass der Zuschauer alleine schon wegen den Ereignissen gefesselt vor dem Bildschirm saß. Warum ich dennoch nicht ganz überzeugt bin und wo die Schwächen der Dokumentation liegen, verrate ich Euch in der Review. Handlung Luka Magnotta hat erst Katzen getötet und dann einen Menschen. Ein ganz normaler Vorgang für einen psychisch gestörten Mörder. Die Heftigkeit des Falles liegt jedoch darin, dass er seine Taten gefilmt und diese online zur Verfügung gestellt hatte. Die ganze Welt konnte sehen, was er gemacht hat. Eine Gruppe von Menschen hat sich nach den ersten Videos von den Katzen drangemacht, den Täter ausfindig zu machen, da sie ihn aufhalten und so weitere tierische Opfer vermeiden wollten. Wohin sie diese Reise geführt hat, konnten sie zu Beginn nicht erahnen… Trailer Bewertung+++ Die Review ist nicht spoilerfrei +++Die Dokumentation ist handwerklich gut gemacht. Es werden die Hauptprotagonisten interviewt. Auf der einen Seite wären da die beiden führenden Mitglieder der Facebook-Gruppe, die die Identität vom Katzenschlächter rausfinden wollten. Dabei haben sie viel Zeit und Mühe investiert und gingen akribisch mit den Beweisen vor. Es ist schon erstaunlich, was man alles im Internet herausfinden kann, selbst dann, wenn man darauf achtet, keine Spuren zu hinterlassen. Die Mutter von Luka kam ebenfalls zu Wort, was als größte Sensation überhaupt zu feiern ist, denn sie gab neuen Zündstoff. Natürlich, welche Mutter würde es nicht tun, verteidigte sie ihren Sohn und brachte eine neue Figur ins Spiel. Eine interessante Wendung. Doch gab es diese dritte Person wirklich? „Don’t F**k With Cats“ macht es sich in diesem Punkt einfach. Es deutet auf kritische Punkte hin, wischt diese aber mit der offiziellen Erklärung vom Gericht ab, dass es keinen Strippenzieher gegeben hat. Die dritte Person wurde zudem von der Internetgruppe entkräftet. Alles wurde auf eine Filmfigur geschoben. Eine gut durchdachte These, die mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr ist. Dennoch gibt es kontroverse Punkte:

Wem gehörte die dritte Hand in einem der Videos?
Hatte Luka wirklich eine Videoaufnahme beim Verlassen des Gebäudes in seiner Hand?
Wer drehte das Video im Casino?

Im Video musste es also mindestens einen zweiten Täter gegeben haben. Vielleicht nur ein gestörter Freund, der eventuell auch einmal mitmachen wollte!? Oder die Sache mit der Schlange war nur ein Gag für Luka und dem Besitzer der Schlange!? Oder die Hand wurde nachträglich eingearbeitet!? Es gibt viele Erklärungen. Gleichermaßen hätte das kleine schwarze Etwas in der Hand von Luka alles sein können, schließlich war die Videoaufnahme vor dem Wohngebäude nicht gerade von guter Qualität. Was mich aber irgendwie stutzig macht, ist die Aufnahme im Casino. Dem Casino, in dem Deanna Thompson arbeitet. Deanna hatte in der Facebook-Gruppe nicht über private Dinge geschrieben. Weder Wohnort noch Namen wurden dort veröffentlicht. Aber irgendwer konnte herausfinden, wo sie arbeitet. Dafür bedarf es besondere Fähigkeiten, der Täter müsste ein Hacker sein oder er müsste einen kennen. „Don’t F**k With Cats“ zeigte die Situation für den Aufbau einer Drohkulisse, beantwortete aber nie die Frage, wie Luka an die Informationen herangekommen ist. Eine Kontroverse, die Verschwörungstherortikern die Tür weit öffnet.

Weiterhin ist der Titel der Story und die darin enthaltende Kernaussage amüsant. Es wird suggeriert, dass die Gruppe wegen den Katzenvideos den Täter zu Fall gebracht hätte. Aber nein. Es war einzig die Polizei, die aufgrund der Tatortspuren und dem Video genügend Beweise hatte, um Luka zu verhaften. Das ging auch relativ schnell, obwohl es der Zufall am Ende so wollte, dass der perfekt organisierte Killer auf seiner chaotischen Flucht, in einem Berliner Internetcafé verhaften werden konnte. Das Thema mit den Videos mag hart sein. Im Internet gibt es haufenweise Tweets, die vielen zu heftig waren. Sie forderten sogar Warnhinweise. Jedoch wurde zu keinem Zeitpunkt etwas Brutales gezeigt. Natürlich sehen die Katzen süß aus und unsere Phantasie sorgt für die richtigen Bilder, dennoch zeigte Netflix im Grunde nichts. Eine ähnliche Reaktion konnten wir bei Deanna Thompson erkennen. Sie konnte sich die Videos mit den niedlichen Vierbeinern nicht ansehen, sie war sichtlich geschockt. Eine solche Reaktion konnte ich nicht sehen, als über das Video vom ermordeten Menschen geredet wurde. Fazit „Don’t F**k With Cats“ ist wegen der Heftigkeit des Falles ein Schocker. Die drei Episoden sorgen für Gänsehaut und Kopfschütteln. Dennoch bleiben ein paar Fragen offen, die explosiven Zündstoff für eine Alternativversion
beinhalten.
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