Comic - Drama
Dreimal Spucken
Dreimal SpuckenComic - Drama | mit: Davide ReviatiBewertung:★★★★★ Davide Reviati ist ein italienischer Karikaturist, Illustrator und Drehbuchautor. Er hat bereits bedeutende Preise in Italien und Frankreich gewonnen und wenn man bei unseren westlichen Freunden, im geneigten Comic-Land Europas, eine Trophäe mit nach Hause nimmt, spricht das für sich. Für „Sputa tre volte“ („Dreimal Spucken“) ließ er sich insgesamt sieben Jahre Zeit und veröffentlichte sein Mamutband 2016 in Italien. Der Avant-Verlag hat den Comic, der immerhin 562 Seiten stark ist, über die Alpen gebracht. Das hat sich gelohnt, denn der Antiziganismus ist ein Thema, das leider zu wenig Beachtung findet. Handlung Grisou und Katango verbringen mit ihren Freunden ihre Freizeit in Bars. Dabei rebellieren sie, rauchen oder spielen einfach nur Billard. Das Leben in der italienischen Provinz in den 60er Jahren ist nicht besonders spannend. Für etwas Abwechslung sorgt der Umgang mit einer Familie. Die lebt ganz in der Nähe in einem verlassenen Bauernhaus. Es ist eine Roma-Familie. Loretta erweckt die Aufmerksamkeit der Jungs. Sie fühlen sich auf der einen Seite zu ihr hingezogen und auf der anderen sind sie abgeschreckt. Der Alltagsrassismus zeigt deutlich seine Spuren und trägt zur großen Verunsicherung auf beiden Seiten bei.BewertungAntiziganismus ist eine spezielle Form des Rassismus, er steht für die Unterdrückung der Roma, Sinti, Fahrenden und Jenischen ähnlich wie der Begriff Antisemitismus die Judenfeindlichkeit beschreibt. Der Begriff an sich steht schon allein deswegen in der Kritik, weil er sich aus dem schändlichen Begriff „Zigeuner“ abgeleitet ist. Jedoch soll eine Diskussion über eine korrekte Betitelung nicht von der Diskriminierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe ablenken.
Der Comic „Dreimal Spucken“ greift dieses immer noch brisante und hochaktuelle Thema auf. Aber nicht nur oberflächlich, sondern packt es bei den Wurzeln. Dabei bedient sich Autor Davide Reviati einem tollen Kniff, denn er sieht die Welt zwar nicht aus Kinderaugen, jedoch aus einem jugendlichen Entdeckungsdrang. Die Jungs um Grisou finden „das Mädchen“ aus „dieser“ Familie anziehend. Sie sind neugierig, so wie es gleichaltrige Burschen in dieser Lebensphase nun einmal sind. Dann sind da aber diese Geschichten, diese weit verbreitete Meinung. Stigmata, die übertragen werden, die keine Grundlage haben, die von Generation von Generation erzählt werden. Es ist der typische Alltagsrassismus. Es ist ähnlich wie die Verbreitung der Lüge um die Finanzwirtschaft der Juden. Es ist, wie so vieles. Es lohnt nicht, alles aufzuzählen, Diskriminierung findet auf so unterschiedliche Art und Weise statt, dass es als die Volkskrankheit Nummer eins gewertet werden kann. Es ist neben Corona die Pandemie dieser Welt.
„Dreimal Spucken“ ist kein einfaches Werk. Nein, das soll es auch gar nicht sein, das möchte es auch nicht sein. Es ist die Geschichte von normalen Jungs die ihren Weg gehen wollen. Reviati nimmt sich Zeit um seine Figuren Entwicklungen durchlaufen zu lassen. Es gibt Seiten, auf denen geht es nur um langweilige Alltagsthemen. Dann werden immer wieder Ängste eingestreut. Diese werden sehr bildhaft dargestellt. Es gibt Phasen, da reitet John Wayne auf einem Pferd hinein und gibt kluge Ratschläge. Dann folgt immer mal wieder eine Karikatur, die eine Art Erklärungsauftrag hat. Natürlich gibt es auch hin und wieder einen geschichtlichen Rückblick, sodass der Leser neben der Geschichte auch einen thematischen Gesamtüberblick erhält.
Abgerundet wird die Story mit tollen schwarz-/weiß Zeichnungen, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern die volle Bandbreite der Emotionen abbildet. Gewalt, Liebe, Angst und Freunde. Der Leser bekommt alles in einem gut verpackten Comic.
Fazit „Dreimal Spucken“ ist ein saustarker Comic!
ZURÜCK INS ARCHIV
Der Comic „Dreimal Spucken“ greift dieses immer noch brisante und hochaktuelle Thema auf. Aber nicht nur oberflächlich, sondern packt es bei den Wurzeln. Dabei bedient sich Autor Davide Reviati einem tollen Kniff, denn er sieht die Welt zwar nicht aus Kinderaugen, jedoch aus einem jugendlichen Entdeckungsdrang. Die Jungs um Grisou finden „das Mädchen“ aus „dieser“ Familie anziehend. Sie sind neugierig, so wie es gleichaltrige Burschen in dieser Lebensphase nun einmal sind. Dann sind da aber diese Geschichten, diese weit verbreitete Meinung. Stigmata, die übertragen werden, die keine Grundlage haben, die von Generation von Generation erzählt werden. Es ist der typische Alltagsrassismus. Es ist ähnlich wie die Verbreitung der Lüge um die Finanzwirtschaft der Juden. Es ist, wie so vieles. Es lohnt nicht, alles aufzuzählen, Diskriminierung findet auf so unterschiedliche Art und Weise statt, dass es als die Volkskrankheit Nummer eins gewertet werden kann. Es ist neben Corona die Pandemie dieser Welt.
„Dreimal Spucken“ ist kein einfaches Werk. Nein, das soll es auch gar nicht sein, das möchte es auch nicht sein. Es ist die Geschichte von normalen Jungs die ihren Weg gehen wollen. Reviati nimmt sich Zeit um seine Figuren Entwicklungen durchlaufen zu lassen. Es gibt Seiten, auf denen geht es nur um langweilige Alltagsthemen. Dann werden immer wieder Ängste eingestreut. Diese werden sehr bildhaft dargestellt. Es gibt Phasen, da reitet John Wayne auf einem Pferd hinein und gibt kluge Ratschläge. Dann folgt immer mal wieder eine Karikatur, die eine Art Erklärungsauftrag hat. Natürlich gibt es auch hin und wieder einen geschichtlichen Rückblick, sodass der Leser neben der Geschichte auch einen thematischen Gesamtüberblick erhält.
Abgerundet wird die Story mit tollen schwarz-/weiß Zeichnungen, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern die volle Bandbreite der Emotionen abbildet. Gewalt, Liebe, Angst und Freunde. Der Leser bekommt alles in einem gut verpackten Comic.
Fazit „Dreimal Spucken“ ist ein saustarker Comic!